Deutschlandradio-Intendant will Kinderradio durch interne Einsparungen finanzieren

Veröffentlicht am 07. Aug. 2013 von unter Deutschland

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Für kleine Ohren: Deutschlandradio-Intendant Willi Steul erneuert seine Forderung nach einem bundesweiten Kinderradio. Im Interview mit dem Portal medienpolitik.net sagt Steul: „Ich halte ein Kinderradio für eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe.“ Steuls Idee ist es, die Kinderprogramme der ARD-Anstalten zu bündeln und in einem Digitalradioprogramm bundesweit auszustrahlen.

Die Federführung soll dafür bei Deutschlandradio liegen, „weil wir den Auftrag zur nationalen Ausstrahlung haben“. Man sei bereits in Gesprächen mit Kollegen der ARD, „um die Kosten zu ermitteln“, so Steul. Der Anteil, der auf Deutschlandradio entfiele, „soll durch Einsparungen bei uns erreicht werden“. Bei der Realisierung erwartet er jedoch, „dass wir noch einige politische Hürden meistern müssen“.

Ebenfalls weiterhin auf Steuls Agenda steht ein bundesweiter Musikkanal, der „nur in Kooperation aller ARD-Anstalten realisiert werden kann“. Ein solches Programm konkurriere auch nicht mit privatwirtschaftlichen kommerziellen Angeboten, so Steul, „denn diese Schätze in unseren Archivkellern besitzen nur wir“.

Willi Steul, Intendant Deutschlandradio (Foto: Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)

Willi Steul, Intendant Deutschlandradio (Foto: Deutschlandradio – Bettina Fürst-Fastré)

Auch zur Neuausrichtung von DRadioWissen äußert sich Steul im Interview von medienpolitik.net, wenn auch nur sehr allgemein: Das jüngste Programm des Deutschlandradios solle „noch stärker ein Experimentierfeld werden“, im Wesentlichen wolle man jedoch die „gegenwärtige Struktur erhalten, es wird also auch hier keinen revolutionären Umbau geben“. Stattdessen bekomme das Programm einen „Feinschliff“, was die Musikfarbe angeht, verspricht Steul, dass „unsere Musik niemals Mainstream-Musik ist“.

Nach drei Jahren auf Sendung bewertet Steul DRadioWissen als Erfolg: Bei Vorträgen und Diskussionen in Universitäten merke er immer wieder, „dass die meisten Leute DRadio Wissen kennen“. Zugleich warnt er vor zur großer Euphorie: „Machen wir uns nichts vor: DRadio Wissen ist ein Spezialangebot.“ Das Hörer-Durchschnittsalter von knapp über 40 Jahren sei zwar „sehr jung für ein öffentlich-rechtliches Programm“, dennoch seien Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadioWissen „keine Massenprogramme“, sondern „erfüllen in wunderbarer Weise unseren öffentlich-rechtlichen Auftrag“.

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