Deutschlandradios heißen bald “DLF Kultur” und “DLF Nova”

Veröffentlicht am 23. Sep. 2016 von unter Deutschland

Deutschlandradio-Funkhaus in Berlin (Bild: ©RADIOSZENE)

Deutschlandradio Kultur sendet aus dem ehemaligen RIAS-Funkhaus in Berlin. (Bild: ©RADIOSZENE)

Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen sollen laut eines Berichts von “Der Tagesspiegel” neue Sendernamen bekommen. Deutschlandradio Kultur in Berlin soll schon “sehr wahrscheinlich zum März 2017” Deutschlandfunk Kultur heißen. Das Deutschlandradio Wissen, oder kurz DRadio Wissen, soll dann den neuen Namen Deutschlandfunk Nova bekommen. Damit würde der Name Deutschlandradio, den es seit über 20 Jahren gibt, vielleicht bald komplett wegfallen. Das Deutschlandradio (zunächst Deutschlandradio Berlin, später Deutschlandradio Kultur) entstand offiziell am 1. Januar 1994 aus dem RIAS Berlin und Deutschlandsender Kultur, einem Übergangsprogramm nach der Wende, das aus den Sendern Stimme der DDR und Radio DDR II hervorging.

Andreas-Peter Weber (Bild: ©Deutschlandradio)

Andreas-Peter Weber (Bild: ©Deutschlandradio)

Der Vorschlag für die vierte Namensänderung in 20 Jahren komme laut diesem Zeitungsbericht von Programmdirektor Andreas-Peter Weber, der bereits Intendant Willi Steul und den Verwaltungsrat des Senders auf seiner Seite habe.

Aber was sagen die Hörer dazu? Und was kostet die Umstellung? Geht mit dem neuen Namen auch ein Programm-Relaunch einher? Viele Fragen lässt der Bericht noch offen. Heute am Mittwoch (21.09.2016) soll Programmchef Weber den Mitarbeitern in Köln und Berlin die Hintergründe dieser neuen Maßnahme erklären und am Freitag (23.09.2016) die Presse informieren.

Warum noch Funk, warum nicht Radio?

Der Sender Deutschlandradio wird zwei seiner drei Programme umbenennen. Nicht jeder kann das nachvollziehen: Reaktionen auf Namensänderung beim Deutschlandradio (tagesspiegel.de).

Deutschlandradio_Logo

Update vom 22. September 2016

Der Name “Deutschlandradio” soll wohl nicht ganz so schnell eliminiert werden, sondern zunächst noch als erklärender Zusatz verwendet werden. Deutschlandradio Kultur heißt dann mit vollem Namen: “Deutschlandfunk Kultur – ein Programm von Deutschlandradio”. Das gleiche gilt für “Deutschlandfunk Nova – ein Programm von Deutschlandradio”. Nur der Deutschlandfunk bleibt Deutschlandfunk, eine Marke die sich mehr denn je auch auf allen Plattformen weiter durchsetzen soll.

Der Badischen Zeitung sagte Deutschlandradio-Intendeant Willi Steul wörtlich: “Im modernen Medienzeitalter geht es darum, unsere Programme auf allen Kanälen, ob analog oder digital, über Spotify, Facebook oder auf Youtube zu verbreiten. Da ist die eindeutige Wiedererkennbarkeit des Absenders wichtiger denn je”. Außerdem würden verschiedenen Namen nur verwirren. Der Hörer soll sich ab jetzt nur noch “Deutschlandfunk” als Absender merken, egal, welche Sendung welcher Welle er wo auch immer hört.

Die Umstellung auf neue Logos in den gleichen Farbwelten Blau, Orange und Grün soll 1,2 Millionen Euro kosten.

Update vom 23.09.2016

Heute um 10:00 Uhr erschien die offizielle Pressemeldung dazu:

Deutschlandradio-Programme ab Frühsommer 2017 mit neuen Namen

Starke Marken: Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Deutschlandradio setzt auf starke Marken, die auf allen Verbreitungswegen das vermitteln, wofür der Sender steht: qualitativ bestes Radio zu bieten, glaubwürdig zu sein, Orientierung zu geben. Ab dem kommenden Frühsommer wird das Gütesiegel Deutschlandfunk die Verwandtschaft der Programme unterstreichen und die bisherige Markenlandschaft ablösen. Zukünftig werden Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova die gemeinsame Marke auf allen Ausspielwegen vertreten. Die in der Medienpolitik etablierte Körperschaftsmarke Deutschlandradio bleibt erhalten.

Willi Steil (Bild: ©Deutschlandradio)

Willi Steil (Bild: ©Deutschlandradio)

Deutschlandradio-Intendant Dr. Willi Steul unterstreicht: „Der Name Deutschlandfunk steht bundesweit für höchsten publizistischen Anspruch, dem sich alle drei Programme tagtäglich neu stellen. Die neue Namensgebung soll Hörerinnen und Hörern, Nutzerinnen und Nutzern die Zuordnung und Orientierung erleichtern.“ Die Namensvielfalt der Deutschlandradio-Programmangebote hatte in der Vergangenheit immer wieder für Verwirrung gesorgt. Mit der Neuordnung der Markenarchitektur soll nun eine zielgruppenadäquate Ansprache sichergestellt werden und zugleich die Stärke der Qualitätsmarke Deutschlandfunk für alle Programme nutzbar gemacht werden.

Die Neuordnung der Namensarchitektur bildet den Abschluss eines Strategieprozesses, mit dem seit dem Jahr 2010 die inhaltliche und strukturelle Modernisierung von Deutschlandradio vorangetrieben wurde. Dabei wurden die Programme in ihren jeweiligen Alleinstellungsmerkmalen noch stärker profiliert, was sich bereits deutlich in steigenden Hörerzahlen niederschlägt.

Willi Steul und Andreas Peter Weber (r.) vor dem DRadio Ü-Wagen.

Willi Steul und Andreas Peter Weber (r.) vor dem DRadio Ü-Wagen.

Programmdirektor Andreas-Peter Weber: „Unsere Hörerinnen und Hörer nutzen unsere Programme immer häufiger zeitsouverän, über die sozialen Medien, auf Drittplattformen. Deswegen müssen wir schnell und deutlich erkennbar sein. Mit unseren Inhalten, die, das haben wir in der letzten MA gesehen, so stark genutzt werden wie noch nie.“ Die neue Markenarchitektur findet die ausdrückliche Unterstützung von Hörfunk- und Verwaltungsrat und wurde in den vergangenen Tagen ausführlich in Mitarbeiterversammlungen erörtert.

2. Update vom 23.9.2016

Deutschlandradio KulturIm (noch) Deutschlandradio Kultur versichert Intendant Willi Steul, es werde keine Änderungen im Programm geben und erinnert an die letzte Programmreform. “Wir sehen, dass wir in der Akzeptanz bei den Hörern steigen”, sagt er. “Wir sind so erfolgreich wie nie.”

Das gesamte Interview gibt hier zu hören und im Wortlaut auch zu lesen: Deutschlandradio Kultur wird Deutschlandfunk Kultur

“Der Name in DRadio Wissen wurde zunehmend zu einem Problem”

DeutschlandfunkIn einem DLF-Interview sagte Steul auf die Frage nach dem neuen Namen Deutschlandfunk Nova: “So was untersucht man ja mit Medienforschung und so. Man lädt Menschen ein, die das heutige DRadio Wissen kennen und Menschen, die DRadio Wissen noch nicht kennen. Das war eindeutig bei denen, die DRadio Wissen noch nicht kennen, dass diese Befragungsgruppe sagt, das ist ja ein tolles Programm, aber das hätte ich nie eingeschaltet mit diesem Namen. Der Name in DRadio Wissen wurde zunehmend zu einem Problem. Das ist verrückt, da sind viele, viele Wissensanteile in diesem Programm drin, aber junge Leute, an die es sich richtet, die wollen den Begriff “Wissen” offenbar nicht.”

Das komplette Interview ist hier nachzulesen

 

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