egoFM bekommt DAB+-Frequenzen von MagicStar

ego-fm-sendemast-bigEndlich digital unter uns: egoFM übernimmt in Bayern die vier DAB+-Digitalradio-Frequenzen des Musiksenders „MagicStar“ in München, Augsburg, Nürnberg und Ingolstadt. Das entschied heute der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.

Recht kurzfristig und überraschend hatte die BLM am 23. Dezember 2013 die vier Frequenzen mit einer Bewerbungsfrist von nur drei Wochen ausgeschrieben, nachdem der bisherige Programmanbieter MagicStar angekündigt hatte, seine Verbreitung über DAB+ einzustellen.

Spitze Ausschreibung – nur zwei Bewerber

In der Ausschreibung war explizit ein „Zielgruppen- oder Spartenprogramm“ gewünscht, „das sich an eine junge urban geprägte Hörerschaft richtet“. Bei der Auswahl seien „insbesondere alternative Formate zu berücksichtigen, die jugendaffine Programmkonzepte anbieten“, hieß es dort. Anforderungen also, die ziemlich scharf das Programmkonzept von egoFM treffen. Folglich und sicherlich auch aufgrund der Kürze der Bewerbungszeit gab es insgesamt nur zwei Bewerber – neben egoFM noch die PN Medien GmbH aus Pfaffenhofen an der Ilm, die das Danceradio „PN Eins“ veranstaltet, das im lokalen DAB+-Multiplex in Ingolstadt sowie als Webradio zu hören ist.

Wie BLM-Sprecher Wolfgang Flieger auf Nachfrage von RADIOSZENE jedoch erklärte, sei die Bewerbung der PN Medien GmbH „unvollständig“ gewesen, so dass es mit egoFM nur noch einen Bewerber gab, der letztlich den Zuschlag erhielt.

Kurzfristige Aufschaltung

Die Aufschaltung von egoFM soll sehr kurzfristig erfolgen. Bereits ab morgen Nachmittag (21.2.) ist egoFM in München über DAB+ zu hören, kündigt egoFM-Technikleiter Sebastian Beinhofer gegenüber RADIOSZENE an. In Augsburg erfolgt die Aufschaltung am Samstag, Nürnberg und Ingolstadt sollen bis Anfang März folgen.

egoFM: Künftig mit Digitalradios auch digital empfangbar.
egoFM: Künftig mit Digitalradios auch digital empfangbar.

In Baden-Württemberg ist egoFM durch eine Kooperation mit sechs Lokalsendern bereits seit November 2012 im Digitalradio zu empfangen. Im Interview mit RADIOSZENE anlässlich des fünfjährigen Senderjubiläums im vergangenen November hatte sich egoFM-Geschäftsführer Philipp von Martius noch zurückhaltend geäußert, was die weitere DAB+-Verbreitung angeht: „Allein die technische Verbreitung kostet Geld, das sich in MA-Reichweiten gar nicht umsetzen lässt“, sagte er damals. Daher könne man „nur in kleinen Schritten vorwärts kommen“. Vier Schritte sind nun getan und die egoFM-Macher freuen sich auf ihrer Website „riesig darüber, noch mehr Musikentdecker mit in unser Boot zu holen“.

BLM-Medienrat erteilt BR-Plänen eine Absage

Freuen dürfte man sich egoFM auch über eine andere Entscheidung des Medienrats: In einer Resolution erteilte das Gremium den Überlegungen des Bayerischen Rundfunks eine klare Absage, auf den UKW-Frequenzen von BR Klassik in Zukunft das BR-Jugendradio PULS auszustrahlen, das von seiner Programm- und Musikausrichtung direkter Konkurrent von egoFM ist. Der Medienrat appelliert an den BR-Rundfunkrat, die UKW-Verbreitung von PULS „nicht durch vorzeitige Beschlüsse zum medienpolitischen und medienrechtlichen Streitfall zu machen“.

Update 21.02.2014: BR sieht Defizit bei unter 40-Jährige

Prof. Dr. Albrecht Hesse (Bild: BR/Ralf Wilschewski)
Prof. Dr. Albrecht Hesse (Bild: BR/Ralf Wilschewski)

In einer Stellungnahme zur BLM-Resolution verteidigt der Bayerische Rundfunk seine Überlegungen, BR Klassik auf UKW gegen PULS auzutauschen. Der BR habe den „den gesetzlichen Auftrag, ein Programm für alle Altersgruppen anzubieten“ und habe bei den unter 40-Jährigen „ein deutliches Defizit“. PULS habe „definitiv keine kommerzielle Ausrichtung und bleibt auch weiter werbefrei“. Laut Gesetz über den Bayerischen Rundfunk sei der Austausch eines digital verbreiteten Programms gegen ein analog verbreitetes Programm „eindeutig zulässig“.

 

Quelle Teaserfoto: X why and Z / flickr (cc-by-sa)