“Das Radio der Zukunft” kommt

Veröffentlicht am 11. Mai. 2011 von unter Deutschland

Das DABplus-Programmangebot wird künftig mit neuem Logo und Slogan vermarktet

Nach und nach sickern immer mehr Details zum Start des bundesweiten Radiopakets durch. Bei einer Konferenz mit einigen der zukünftigen DABplus-Programmveranstaltern im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie am 5. Mai 2011 galt offensichtlich die Schweiz als ein Vorbild für die erfolgreiche Einführung des digitalen Hörfunks. Erkennbar ist dies bereits an ersten Marketing-Entwürfen der Digitalradio Deutschland GmbH. So wird DAB in Deutschland künftig nicht mehr mit dem runden, orangen Logo, sondern mit einem neuen, schwarz-blauen Schriftzug beworben, der sich offensichtlich am Designkonzept des Schweizer Radio DRS orientiert.

Auch die einzelnen Programmveranstalter informierten über ihre Planungen. So möchte der Evangeliumsrundfunk seine DAB-Aktivitäten erweitern und neben seinem Hauptprogramm “ERF Radio” auch die Welle “ERF Pop” im bundesweiten Digitalradio ausstrahlen. Die lizenzrechtliche Grundlage soll in den kommenden Wochen geschaffen werden. Jedoch sollte man bedenken, dass sich durch diesen Schritt die Tonqualität auf einem vergleichsweise niedrigen Level bewegen wird. Schließlich muss der ERF seine 54 Capacity Units in irgendeiner Weise sinnvoll aufteilen. Wie viele Kilobit dann letztlich entstehen, werden die weiteren Planungen zeigen.

Was bereits vom Fußballsender “90elf”, ein Teil der Regiocast-Gruppe, in Form von Gerüchten bekannt war, bestätigt sich nun: “Deutschlands erstes Fußballradio” setzt auf eine dynamische Konfiguration, sodass z.B. parallel zur Bundesligakonferenz ein neuer Kanal mit der intensiveren Berichterstattung eines einzelnen Spiels aufgeschaltet werden kann. Möglich macht dies die Reduzierung der Datenrate des Haupt-90elf-Programms und der beiden anderen Regiocast-Sender “Remix-Radio” und “litra”. Bemerkenswert in Sachen “90elf”: Mit seiner Popularität im Internet und der Tatsache, Teil der Regiocast-Sendergruppe zu sein, dürfte der Sender das Marketing für das Digitalradio vorantreiben. Neben Informationen im Internet zu DAB+, einem Serviceteam und sogar DABplus-Empfangsgeräten mit 90elf-Logo (eine Strategie, die bereits mit WLAN-Radios funktionierte) wird der Sender auch durch Spots in den bekannten UKW-Programmen der Regiocast für Aufmerksamkeit sorgen. Zu diesen UKW-Sendern gehören z.B. Radio BOB in Hessen, Radio Schleswig-Holstein (R.SH), Antenne Mecklenburg-Vorpommern oder PSR in Sachsen.

Neben 90elf und dem bisher noch recht unbekannten Absolut Radio planen alle Beteiligten, teils in Vertretung durch die Digital Radio Deutschland GmbH, auf Großveranstaltungen und z.B. der Internationalen Funkausstellung in Berlin, für das neue Radioangebot zu werben. Ob die Rechnung mit dem digitalen Hörfunk aufgeht, dürfte dann Anfang 2012 zu erfahren sein, wenn der Multiplex für ca. ein halbes Jahr auf Sendung sein wird.

Einen Dämpfer erhalten die optimistischen Ansagen der bundesweiten Programmveranstalter jedoch durch die Wirrungen auf Länderebene. Hier sind bisher nur vereinzelt klare Linien in den Planungen erkennbar. So sind bisher nur wenige definitive Aussagen erkennbar, tatsächlich aktuelle Planungskarten nicht verfügbar. Aus dem Onlineportal von ukwtv.de wird berichtet, der NDR würde in den kommenden Tagen seine DAB-Aktivitäten zugunsten von Neuplanungen beenden und dann im Oktober mit einem neuen Angebot starten. Dies werde aber, wie der Branchendienst DXaktuell.de berichtete, alle NDR-Hörfunkwellen enthalten, also auch die bisher nicht digital-terrestrisch empfangbaren Sender “NDR Kultur” und “N-JOY”.

Der Mitteldeutsche Rundfunk plane der gleichen Quelle zufolge ebenfalls die Reduzierung seines Sendernetzes bis zum “Neustart” im Sommer. Dann wolle man aber mit allen seinen Hörfunkwellen on Air gehen, darunter also auch die entsprechenden MDR1-Versionen und die Kulturwelle “Figaro” sowie das Popprogramm “Jump”.

Links
DX Aktuell
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

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