Warnstreiks im NRW-Lokalfunk: “Gutes Geld für gutes Programm”

Veröffentlicht am 21. Nov. 2017 von unter Pressemeldungen

DJVWarnstreiks: Seit 8 Uhr streiken die fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lokalfunksender Radio Wuppertal, Radio Essen und Radio Köln. In vielen anderen Stationen sind zusätzlich zur Unterstützung kleinere Aktionen geplant. In Köln und Wuppertal sind die kompletten Frühteams im Ausstand, dort läuft aktuell nur Musik. In Essen ist der freie Frühmoderator auf sich allein gestellt – hier fallen z.B. die lokalen Nachrichten um halb aus.

Die Gewerkschaften DJV-NRW und ver.di haben die Beschäftigten zu dem Warnstreik aufgerufen, um in den laufenden Gehaltstarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Seit dem 20. April hat es fünf Verhandlungsrunden gegeben, die zu keinem Ergebnis geführt haben. Das letzte Angebot der Arbeitgeber lag unter der Inflationsrate. „In den vergangenen Gehaltsrunden hat es immer maßvolle Abschlüsse gegeben, in denen wir die z.T. schwierigen Bedingungen im NRW-Lokalfunk berücksichtigt haben. Es kann aber nicht sein, dass die Kolleginnen und Kollegen noch draufzahlen!“, sagt Volkmar Kah, Verhandlungsführer für den DJV. „Die Beschäftigten zeigen mit den ersten Warnstreiks seit 1993 im Lokalfunk, dass sie langsam genug davon haben, dass ihre Arbeit nicht anerkannt wird!“.

Warnstreiks im NRW-Lokalfunk (Bild: C. Molitor)

Warnstreiks im NRW-Lokalfunk (Bild: C. Molitor)

Die Arbeitgeber boten im September bei der letzten Verhandlungsrunde 2,1 Prozent ab dem 1.10.17 bei 24 Monaten Laufzeit oder einmalig 600 Euro bis Mitte 2018. Der letzte Tarifvertrag ist zum 30.4. 2017 ausgelaufen.

Der Warnstreikaufruf gilt bis 10 Uhr. Der Termin für die nächste Verhandlungsrunde steht noch nicht fest.

Erste Warnstreiks im NRW-Lokalfunk seit 1993

Beschäftigte erhöhen Druck in den laufenden Tarifverhandlungen

Die ersten Warnstreiks im NRW-Lokalfunk seit mehr als 20 Jahren waren ein Erfolg: Die Frühteams von Radio Wuppertal, Radio Essen und Radio Köln waren am Morgen im Ausstand. Von 8 bis 10 Uhr haben die fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Arbeit ruhen lassen. Die Folge: Programmänderungen und ausgefallene Lokalnachrichten.

 

Warnstreik bei Radio Köln (Bild ©Volkmar Kah)

Warnstreik bei Radio Köln (Bild ©Volkmar Kah)

 

Die Gewerkschaften DJV und ver.di hatten die Beschäftigten dieser drei Sender zum Warnstreik aufgerufen, als erstes deutliches Signal in Richtung der Arbeitgeber.  „Die Hörer von Radio Köln und Radio Wuppertal mussten mit dem Mantelprogramm Vorlieb nehmen – es gab weder lokale Nachrichten noch lokale Inhalte. Wenn die Arbeitgeber nicht bald ein verbessertes Angebot vorlegen, könnte das noch öfter passieren, und zwar auch in anderen Sendern!“ Volkmar Kah, Verhandlungsführer des DJV-NRW, ist mit dem Verlauf der Warnstreiks zufrieden. Auch bei Radio Essen gab es weniger Lokales im Programm als sonst: Der freiberufliche Morgenmoderator informierte die Hörer um halb 9 und halb 10 darüber, dass die lokalen Nachrichten ausfielen, weil die Festangestellten im Ausstand waren.

Warnstreik bei Radio Wuppertal (Bild: ©Sascha Fobbe)

Warnstreik bei Radio Wuppertal (Bild: ©Sascha Fobbe)

Kollegen, die erst später Dienst hatten oder teilweise sogar in Urlaub waren, sind zur Unterstützung der Streikenden zu den Sendern gekommen.  So zeigten die Beschäftigten, dass sie endlich ein vernünftiges Gehaltsangebot der Arbeitgeber erwarten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrerer anderer Lokalfunksender forderten auf Fotos und Videos eine gerechtere Bezahlung und unterstützen so die Warnstreiks auf Facebook und Twitter.

Warnstreik bei Radio Essen (Bild: ©Karlheinz Stannies)

Warnstreik bei Radio Essen (Bild: ©Karlheinz Stannies)

Die Arbeitgeber boten im September bei der letzten Verhandlungsrunde 2,1 Prozent ab dem 1.10.17 bei 24 Monaten Laufzeit oder einmalig 600 Euro bis Mitte 2018. Der letzte Tarifvertrag ist zum 30.4. 2017 ausgelaufen. Der Termin für die nächste Verhandlungsrunde steht noch nicht fest.

In NRW gibt es 44 Lokalfunksender, für 43 gelten die Tarifverträge. Arbeitgeber sind die jeweiligen Veranstaltergemeinschaften (VGen), dort sitzen ehrenamtliche Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen. Die Betriebsgesellschaften (BGen) sind für den wirtschaftlichen Teil der Sender verantwortlich. Zusammen bilden VGen und BGen die Tarifgemeinschaft Lokaler Rundfunk (TGL), mit der die Gewerkschaften über Tarifverträge verhandeln.

 

Quelle: Pressemeldungen des DJV-NRW

 

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