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VBRA sieht öffentlich-rechtlichen Rundfunk beim DAB-Aufbau in der Pflicht

Digitalradio-Logo2011-smallAuf dem Digitalradio-Gipfel, zu dem der BR am Dienstag, den 11.3. nach München eingeladen hatte, diskutierten Fach- und Führungskräfte aus Hörfunk, Werbevermarktung, Technologie, Industrie und Politik über die Fortentwicklung des Hörfunks im digitalen Zeitalter. In Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion zeichneten Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein überwiegend positives Bild von der Digitalisierung des Hörfunks.

Die VBRA erinnert in diesem Zusammenhang an die Verantwortung des öffentlichen Rundfunks beim Aufbau von Digitalradio. Die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunk-anstalten verfügen bei der Digitalisierung des Hörfunks über deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber den privatwirtschaftlich finanzierten Rundfunkanbietern. Schließlich werden Programm- und Verbreitungskosten der öffentlich rechtlichen Sender durch die Rundfunkabgabe finanziert. Die deutschen Privatradios hingegen müssen die digitale Transformation überwiegend aus eigenen Mitteln stemmen, was aus Sicht der VBRA aufgrund hoher Kosten und mangelnder Vermarktungsperspektiven nicht länger zumutbar ist. Insofern ist die VBRA der Auffassung, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seiner gesellschaftlichen Verantwortung innerhalb des dualen Rundfunksystems gerecht werden und die Anbieter privater Digitalradios stärker unterstützen sollte.

Felix Kovac (APR)
Felix Kovac (Foto: APR)

„Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten den privaten Anbietern Zugang zu Ihren Sendestandorten und Sendernetzen ermöglichen. Schließlich werden diese aus öffentlichen Mitteln, also aus der Mitte unserer Gesellschaft finanziert und sollten daher allen, auch privaten Marktteilnehmern, zur Verfügung stehen. Die Privatradioanbieter könnten ihr Programm in der Folge vermutlich deutlich kostengünstiger verbreiten und die frei werden Mittel zur Senkung von Anlaufverlusten oder für dringend notwendige Marketingaktivitäten verwenden. Bei den öffentlich-rechtlichen Anbietern würden die aus der Vermietung von Senderstandorten resultierenden Erlöse zur Senkung der eigener Kosten führen. Damit hätten beide Teile des dualen Systems Vorteile aus der synergetischen Nutzung von technischer Infrastruktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“, so Felix Kovac, 1. Vorsitzender der VBRA.

Nach Einschätzung der VBRA kommt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk seitens der Medienpolitik aufgrund der deutlich besseren Ausstattung bei Finanzen und Technik eine „Lokomotiv-Funktion“ beim Aufbau des Digitalradios zu. „Daher sollte es auch im Interesse des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sein, das Thema Digitalradio noch stärker über die eigenen Medien zu vermarkten. Ich denke hier an eine Selbstverpflichtung, die zum Inhalt hat, dass jede Rundfunkanstalt für einen Zeitraum von 3 Jahren täglich 3 Minuten Werbezeiten, im Hörfunk wie im Fernsehen, zur Bewerbung von Digitalradio zur Verfügung stellt.“, ergänzt Kovac die Haltung der VBRA zur Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei der Weiterentwicklung von DAB+.

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Die VBRA ist ein Rundfunkverband mit Sitz in München. Zu ihren Mitgliedern zählen vorwiegend Radio- und Fernsehsender, die den bayerischen Tageszeitungsverlagen zuzuordnen sind. Dazu gehören Radio Gong 96,3 München, HITRADIO RT1, münchen.tv u.v.m.

Quelle: Pressemitteilung der VBRA.