
Im Mai 2013 ging BR PULS auf Sendung. Unter großer Beobachtung von Radiofans und vor allem privaten Mitbewerbern machte der Bayerische Rundfunk aus seinem unscheinbaren on3-Radio einen neuen Jugendkanal mit Livestream, DAB-Kanal und Sendefenster auf Bayern 3. In der Chefetage im Münchner Funkhaus liegen nun bereits Pläne für den nächsten Schritt, um das Digitalangebot zu stärken.
„BR Heimat“, so der Arbeitstitel, soll sich der Volksmusik widmen und sich vor allem „bayerischen Themen“ behandeln, wie ein Sprecher des BR gegenüber RADIOSZENE sagte. Jedoch müssten zunächst noch weitere Beratungen der Gremien bzw. des Rundfunkrates abgewartet werden. Erst dann wolle man auch ein Startdatum nennen.

Derzeit sendet der Bayerische Rundfunk neben allen seinen UKW-Wellen auch die schon erwähnten Angebote PULS und Bayern plus sowie Bayern 2+, die Ereigniswelle B5plus und BR Verkehr im Digitalradio. Hinzu kommt außerdem eine Beteiligung des BR am WDR-Kinderradio „KiRaKa“ (RADIOSZENE berichtete). Ausgestrahlt wird es bereits im Digitalradio in NRW, dem Saarland und Bremen. In Zusammenhang mit der geplanten Ausstrahlung in Bayern schlug Deutschlandradio-Intendant Willi Steul erneut die Etablierung eines bundesweiten Kinderprogramms unter dem Dach seiner nationalen Senderfamilie und dem KiKa-Fernsehprogramm vor.
Sowohl Steul als auch BR-Intendant Ulrich Wilhelm und Willi Schreiner (Geschäftsführer DRD Digitalradio Deutschland GmbH und Absolut Radio) brachten auf dem Digitalradio-Gipfel in München heute erneut ihre Überzeugung von Digitalradio DAB+ zum Ausdruck, während Antenne Bayern niedrigere Übertragungskosten, mehr Marketing und eine höhere Unterstützung der DAB-Sender fordert. Florian Fritsche, einst verantwortlich für das digitale Fußballradio 90elf, merkte zudem die komplizierten regulatorischen Bestimmungen an, denen man während des Wechsels von 90elf zum Schlagerparadies begegnet sei. In diesem Zusammenhang wurde die Möglichkeit eines Plattformbetriebs angemerkt, bei dem nicht jeder Rundfunksender einzeln lizensiert wird.
In den nächsten Monaten könnte die Zukunft des Digitalradios in Deutschland konkreter werden: Wie von der KEF gefordert werden ARD und Deutschlandradio einen DAB-Übergangs- und Entwicklungsplan ausarbeiten. Ob sich darin auch die heute in München geäußerten Hoffnungen und Vorschläge vieler Diskussionsteilnehmer niederschlagen werden, insbesondere die Rufe nach einer UKW-Abschaltung 2025, wird abzuwarten sein.
Weiterführende Informationen
Rückblick auf den Digitalradio-Gipfel des BR









