USA-Trend: Mehr UKW-Programme dank “Translators”

Veröffentlicht am 29. Mai. 2011 von unter Weltweit

In den Vereinigten Staaten werden immer häufiger Hilfsfrequenzen mittels sog. “FM Translators” eingesetzt , um statt des Hauptprogramms alternative Programme auf UKW auszustrahlen. Oft sind es die digitalen Sidechannels des in den USA etablierten Standards HD-Radio.

Big Apple

Das Versetzen eines Translators in New York hat nun für einiges Aufsehen gesorgt. Die Medienaufsicht FCC hatte der Station “Apple 107.1” zugestanden, Translator W293BU nach Manhattan zu verlagern. Zuvor hatte dieser mit nur 1 Watt auf 106,5 MHz Union City in New Yorks Westen versorgt. Am neuen Standort sollte er seine Arbeit auf 106,3 MHz mit ansehnlichen 99 Watt verrichten. Durch den hohen Senderstandort wären so Manhattan, Brooklyn, Queens und gar New Jersey erreicht worden. Der Ruf, Clear Channel würde am 12. Mai eine neue Station etablieren, machte die Runde. Doch der Translator schweigt: Die Countrystation WKMK aus Eatontown beklagte bei Testsendungen Störungen in ihrem rechtmäßigen Versorgungsgebiet. Kann Eigentümer Press Communications diese beweisen, muss die FCC sich auf die Suche nach einer neuen Frequenz für den von ihr genehmigten Translator machen.

Trend-Lators?

Translators geben das bereits fertige Sendesignal unverändert und simultan an einen weiteren Translator oder zur Verbreitung über eine weitere Frequenz weiter. In den USA hat sich aus dieser Möglichkeit ein Trend entwickelt, digitale Signale für analoge Empfänger nutzbar zu machen. Das beliebteste Schlupfloch, um einem Programm zu neuen Zuhörern zu verhelfen, bietet die HD-Technik. Seit einigen Jahren strahlen zahlreiche Stationen via “Hybrid Digital” ihr Programm digital aus. HD bietet die Möglichkeit, auch weitere “Themenkanäle” zu senden. Translators sind nun willkommen, um diesen Programmen auch analog zu Hörerschaft zu verhelfen. Mit einem neuen Translator wird also keine neue Station “geboren”, sondern nur ein neues analoges Programm übertragen.

Die Translator-Rufzeichen bestehen daher auch aus einem K oder W, gefolgt von der zugewiesenen dreistelligen Nummer des Sendekanals und abgeschlossen mit 2 Buchstaben. Bei der Auswahl der Sendefrequenz muß jede Interferenzmöglichkeit ausgeschlossen werden. Reichweitenüberschneidungen können nur dann riskiert werden, wenn andere Stationen dadurch keine signifikanten Einbußen hinnehmen müssen. Ein Rundfunkveranstalter kann auch mehrere Translators beantragen, generell unabhängig davon, ob sie das gleiche Gebiet versorgen sollen. Jedoch darf in keinem Fall eine größere Sendeleistung abgegeben werden als effektive 250 Watt.

Link
FCC: FM Translators

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