
Ende 2012 hatte das Programm, das 2010 von den Berliner Agenturen „der apparat“ und „fabrik neue medien“ ins Leben gerufen wurde und sogar für den Grimme-Online-Award nominiert war, den Sendebetrieb vorübergehend einstellen müssen, weil die Finanzierung nicht mehr gesichert war (RADIOSZENE berichtete).

Bei der Finanzierung gehen die Macher nun neue Wege: Das Radioprogramm soll zu „100% werbefrei“ bleiben, lediglich auf der Website werden die gesendeten Hörspiele zum Kauf auf CD oder als Download angeboten. Vom Kaufpreis erhält hörbuchFM eine kleine Provision. Den Großteil der Kosten für den Sendebetrieb, Lizenzen, Redaktion und Technik – nach eigenen Angaben Fixkosten von mehr als 1.000 Euro im Monat – will hörbuchFM durch Spenden stemmen und setzt dabei auf die freiwillige Zahlungsbereitschaft der Hörer: „Wir sind uns sicher, wer ein solches hochwertiges Radioprogramm hören möchte, ist auch bereit dafür ein paar Euro im Monat zu spenden“, gibt sich Sebastian Hensel optimistisch. Begeisterten Hörern wird ein Paypal-„Dauerauftrag“ von 8 Euro im Monat vorgeschlagen, aber auch jeder andere Betrag ist willkommen. Zum Vergleich: Die Tageszeitung „taz“ nimmt durch freiwillige Zahlungen für ihr Online-Angebot inzwischen regelmäßig mehr als 10.000 Euro im Monat ein.

Neben redaktionellen Informationen zu den ausgestrahlten Hörbüchern und Hörspielen sind auch Rezensionen von Neuerscheinungen sowie Berichte aus der Szene und Live-Übertragungen von Hörspiel-Events und Messen geplant.
Ein ambitioniertes Programm, dem zu wünschen ist, dass sich ausreichend Hörer finden, die bereit sind, freiwillig fürs Ohrenkino zu zahlen. Nur ein Problem lässt sich auch mit Geld kaum lösen: Fehlende Zeit. Wohl nur die wenigsten Hörbuch-Fans und Hörspiel-Liebhaber werden es neben der Arbeit und anderen Verpflichtungen schaffen, jeden Tag zur gleichen Zeit das lineare Programm einzuschalten, um die nächste Folge eines Romans oder einer Serie anzuhören.











