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MDR SPUTNIK: Elefantenquälerei als Major Promotion?

SPUTNIK Foto Safari big

Radiosender in Deutschland zeigen bei ihren Major Promotions selten Kreativität. „Geheime Geräusche“ bestimmten meist das Tagesgeschäft. Eines der beiden Jugendprogramme des Mitteldeutschen Rundfunks, MDR SPUTNIK, versucht es auf einem anderen Weg und schickt einen Elefanten vor.

Seit dem programmlichen Umbau des Jugendprogramms MDR SPUTNIK hat sich nicht nur die Musik verändert. Der Sender hat den Wortanteil hörbar reduziert. Im Vergleich zur früheren Struktur, die noch Eric Markuse verantwortete, setzt SPUTNIK nun vermehrt auf klassische Promotionaktionen als Inhalt. Ein Resultat aus der Vorgabe des Hörfunkdirektors Johann Michael Möller, der mit dem Programm „mehr Jugendliche“ erreichen möchte. Die Media-Analyse bestätigte jüngst die Änderungen im Programm mit höheren Einschaltquoten. Diese bei einem öffentlich-rechtlichen Sender mit Bildungsauftrag aber als Maßstab zu setzen, ist fragwürdig.

Elefant Mala mit SPUTNIK-Hörerinnen aus Dessau (Bild: www.sputnik.de)
Elefant Mala mit SPUTNIK-Hörerinnen aus Dessau (Bild: www.sputnik.de)

Die aktuelle Maßnahme zur Quotensteigerung ist ein Elefant namens Mala bei der „SPUTNIK Fotosafari„. Mala ist das Aushängeschild auf einer Tour quer durch Sachsen-Anhalt und immer wiederkehrender Bestandteil im Programm. Jeder Hörer, der den Elefanten an zuvor bekannt gegebenen Orten besucht und sich mit ihm fotografieren lässt, hat die Chance auf 500 Euro. Ausgelost wird unter allen Fotos, die in der SPUTNIK-Redaktion eingehen; verlost wird ganz klassisch in der Morningshow.

Auf der Sender-Website erfährt man viel über die Elefantendame: Sie stamme aus Simbabwe, wiege rund vier Tonnen, und fresse jeden Tag rund 100 Kilo Heu. Elf Tage lang wird der Elefant, der sonst in einem Elefantenhof in Mecklenburg-Vorpommern beheimatet ist, durch das Sendegebiet befördert. Jeden Tag muss sich Mala mit einem SPUTNIK-Tuch bekleidet ablichten lassen. Zwar beteuert ein Tierpfleger in einem Video auf der SPUTNIK-Website, dass für genug Auslauf gesorgt und die artgerechte Versorgung gewährleistet sei. Die Notwendigkeit aber, ein Tier auf eine strapazierende Reise durch ein Bundesland zu schicken, hinterlässt ein kleines Geschmäckle. So wundert es nicht, dass sich bereits Tierschützer eingeschaltet haben, die das Vorgehen des MDR scharf kritisieren. Die Tierschutzorganisation PETA spricht gar von „Elefantenquälerei“.

Links
MDR SPUTNI Fotosfari
Ein Elefant, der MDR und Tierschützer
MDR-Pressemeldung: SPUTNIK Fotosafari: „Mala“ on tour