Wedel Software

Major Promos: kronehit-10.000 Euro Anruf von Ö3 kopiert

kronehit-10.000 Euro AnrufSeit 15 Jahren veranstaltet kronehit zwei Mal jährlich den 10.000 Euro Anruf. Mit den Worten „Ich höre kronehit, die meiste Musik“ können Hörer:innen im Aktionszeitraum ganz einfach 10.000 Euro gewinnen. Ob mit Verdoppelung des Betrages oder einer Reise nach Südafrika obendrauf – die Major Promotion gab es bereits in verschiedensten Varianten und ist mittlerweile eines der Aushängeschilder des größten Privatradiosenders geworden.

Eine ansprechende Promotion für ganz Österreich, dachte sich auch die Konkurrenz. Denn mit September, dem Kick-Off des aktuellen kronehit 10.000 Euro Anrufes, startete der öffentlich-rechtliche Radiosender Ö3 den 20.000 Euro Anruf.

oe3 20000 euro anrufDie Geschäftsführung des größten Privatradiosenders Österreichs reagiert gelassen.

Mario Frühauf (Bild: ©kronehit)
Mario Frühauf (Bild: ©kronehit)

„Offenbar führt der Weg der angedachten und oft auch medial groß in den Vordergrund gerückten Kooperation mit den Privatsendern nun hin zur Konfrontation. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass Hitradio Ö3 eine bei kronehit seit vielen Jahren durchgeführte On-Air Promotion übernimmt und große, mit Gebührengeldern finanzierte, Geldbeträge ausspielt. Auch der Starttermin sticht ins Auge, nur drei Tage, nachdem die Aktion bei uns gestartet wurde, hat auch Ö3 begonnen. Ich habe unserer Programmchefin Dani Linzer und ihrem Team nach dem letzten Radiotest für die hervorragende Arbeit gratuliert und ich gratuliere ihr und ihrem Team auch dazu, dass der Staatsfunk sich nun auch an unseren erfolgreichen Programmkonzepten orientiert. Mir fällt ad hoc kein anderes Land ein, in dem solche Vorgänge zu beobachten sind. Respekt!“, kronehit-Geschäftsführer Mario Frühauf, MBA zur aktuellen Promotion des öffentlich-rechtlichen Radiosenders Ö3, denn aus dem kronehit 10.000 Euro Anruf machte dieser kurzerhand den 20.000 Euro Anruf von Ö3. Der einzige Unterschied: Beim Original gewinnt man sofort, beim Marktbegleiter muss man durch eine Qualifikations- und Endrunde.

Philipp König (Bild: © kronehit)
Philipp König (Bild: © kronehit)

„Leider ist damit unsere schon vor einigen Wochen geäußerte Befürchtung, dass sich der öffentlich-rechtliche Sender seiner Verantwortung für den Markt nicht bewusst ist, eingetreten. Gedanke eines gebührenfinanzierten Senders ist, frei von marktwirtschaftlichem Druck öffentlich-rechtliches Programm zu produzieren und Inhalte in den Bereichen Information, Sport, Unterhaltung sowie Kunst und Kultur anzubieten, die eben nicht unter kommerziellen Gesichtspunkten stehen. Selbst wenn man über den öffentlich-rechtlichen Auftrag und dessen erfolgreiche Umsetzung im rechtlichen Sinn trefflich diskutieren kann, ist die Lage bei durch Gebührengelder ermöglichten Gewinnspielen dieser Größenordnung aus meiner Sicht eindeutig – eine klare Themenverfehlung. Da der Finanzierungsdruck innerhalb des Konzerns offenkundig noch nicht groß zu sein scheint, könnte man stattdessen nachdenken, 100 GIS-Zahler vor dem Hintergrund der Teuerungswelle von der Gebühr gänzlich zu befreien oder die Gebühr für alle um ein paar Cent zu senken und öffentlich-rechtliche Gewinnspiele der dafür vorgesehenen Institution zu überlassen – den Österreichischen Lotterien“, so Geschäftsführer Mag. Philipp König. (Quelle: kronehit)


Georg Spatt110HITRADIO Ö3-Programmdirektor Georg Spatt weist in der Tageszeitung DerStandard die Kritik zurück und stellt richtig, dass das Preisgeld „natürlich nicht aus den Gebühren“ komme, sondern Teil der Kooperation mit dem Werbepartner (Otto-Versand) sei. Ö3 habe außerdem schon „seit jeher Gewinnspiele, Mitmachaktionen oder Promotions mit Kooperationspartnern“ gemacht.


Auch ENERGY verlost in Österreich derzeit 10.000 Euro mit einer ähnlichen Major Promotion: Der ENERGY-Tresor. Auch hier muss der Hörer auf einen Anruf vom Radiosender warten, um dann einen Tresor-Code zu erraten (siehe ENERGY-Homepage).

energy tresor

„Bei Anruf Geld“-Gewinnspiele und ihre Wirkung auf den Radiotest

Die Anrufe von den Radiosendern sensibilisieren die Hörerinnen und Hörer für die Anrufe der Marktforschungunternehmen, die zur Zeit wieder per Telefonumfrage ermitteln, welches Radioprogramm wie oft und wie lange gehört wird. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Sender tatsächlich gehört, sondern nur aus der Erinnerung aus bei der Umfrage angegeben wird. Diese Anruf-Gewinnspiele während der Erhebungszeit beeinflussen nachweislich direkt die Umfrage-Ergebnisse, die halbjährlich beim Radiotest veröffentlicht werden. Sie bilden die Grundlage für die Werbepreise (TKP) und sichern somit die Existenz der Privatsender.

Welcher Radiosender über diese „Bei Anruf – Geld“-Gewinnspiele den weitesten Hörerkreis (WHK) bzw. die Hördauer signifikant verbessern kann, wird sich erst im nächsten Jahr zeigen, wenn der Radiotest des 2. Halbjahrs 2022 veröffentlicht wird. Wahrscheinlich wird es beim ein oder anderen Radionutzer auch zu Verwechslungen kommen, aber das ist auch beabsichtigt. Immerhin konnte kronehit beim letzten Radiotest erstmals in der Geschichte des österreichischen Radios mit Ö3 gleichziehen – mit einem Marktanteil von 21% in der werberelevanten Zielgruppe 14-49, Mo-Fr (RADIOSZENE berichtete) und so hofft man auf den ein oder anderen „Wechselhörer“, der den Sender leider verwechselt hat bei der Telefonumfrage…