Zahl nationaler Online-Submarken in 2018 erneut zweistellig gestiegen

House of Research Webradiostudie bigDie deutschen Radiosender haben in 2018 die Zahl ihrer „Online-Submarken“ im Internet erneut ausgebaut! Laut einer exklusiven Zählung durch RADIOSZENE Anfang Dezember 2018 waren es bereits 682 Angebote. Im Vergleich zum November 2017 ein Plus von rund 16 Prozent (586 Angebote). Wobei es sich hier um eine Nettoausweisung handelt, die identische Kanäle von verschiedenen Stationen innerhalb einer Sendergruppe (wie Radio ENERGY oder den Radio NRW-Lokalsendern) nur einfach berücksichtigt. Weiter sind nur Angebote der deutschen Programme erfasst, die über UKW oder DAB+ verbreitet werden. 

ENERGY Webradios

Ebenfalls nicht in der Zählung enthalten sind die nicht frei verfügbaren Kanäle des neuen Klassik Radio Pay-Angebots „Select“ (mit teilweise bis zu rund 145 Spartenstreams).

Klassik Radio Select

In der Tat hat die nationale Radiobranche auch im vergangenen Jahr intensiv an einer Ausweitung ihrer Spartenangebote im Internet gearbeitet. Nahezu wöchentlich wurde die Vielfalt durch neue kuratierte Streams bereichert. Wobei die Impulse naturgemäß von den Privatsendern ausgingen, den öffentlich-rechtlichen Anstalten sind bei der Einrichtung zusätzliche Angebote weiter die Hände gebunden. 

Zu den besonders aktiven Verbreitern von Subchannels zählen Radio ENERGY, RPR1., Radio BOB!, ANTENNE BAYERN, HITRADIO RT.1, Radio Regenbogen, Sunshine Live oder FluxFM. 

Online-Submarken von rt1

Unter dem Strich sind dies stolze Zahlen. Worin ist dieser außergewöhnlich hohe Zuwachs an neuen Streams begründet? Bernhard Bahners, Geschäftsführer beim Hamburger Webradio-Aggregator radio.de: „Auch wenn Musikstreaming den Nutzern den Zugriff auf einen scheinbar unendlichen Musikkatalog an Einzeltiteln bietet, ist das beliebteste Nutzungsszenario weiterhin eine Lean-Back Nutzung. Die Playlisten sind die wichtigste Anlaufstelle für die meisten Dienste. Die Menschen wollen die passende Musik zu ihrer Stimmung genießen und nicht nach jedem Song entscheiden müssen, was als nächstes laufen soll. Und Radiomacher sind Profis im erstellen von Playlisten. Daher ist es nur logisch, dass die Sender ihre Kernkompetenzen auch jenseits der UKW-Wellen in Szene setzen und mit Subchannels das Angebot der Sendermarken im Netz weiter ausbauen.“

Bernhard Bahners (Bild: ©radio.de)
Bernhard Bahners (Bild: ©radio.de)

Allerdings gibt es auch Beispiele entgegen den Trend: so hat Radio Hamburg im Jahresverlauf 2018 die Zahl seiner Online-Submarken drastisch auf vier Angebote verkürzt.  

Musikalische Angebotsbreite steigt

Die meisten Radiosender erweitern ihr Repertoire entsprechend der musikalischen Ausrichtung des Senders. Mainstream Sender bieten dabei oft die gängigen Sparten wie 80er, 90er, Rock oder Partymusik an. Beim Radionetzwerk Radio ENERGY sind Spartenkanäle in einer hohen Breite an jungen, trend-orientierten Musikvorlieben abrufbar.

egoFM-Online Submarken

Programme, die weniger auf den Mainstream fokussiert sind, setzen auf spezielle Musik-Channels, die beispielsweise die unterschiedlichen Facetten der elektronischen Musik abbilden (Sunshine Live), ein ganzes Bündel an Spielarten von Rock (wie Radio BOB!) oder auf progressive Formen der Pop- und Rockmusik jenseits der Hit-orientierten Trampelpfade (FluxFM, egoFM).  

RADIO BOB! Webchannels

Die musikalische Vielfalt der Kanäle ist gewachsen, reduziert sich jedoch beim Gros der großen Mainstream-Dampfer noch immer auf eine weitgehend identische Fragmentierung – also Dekaden Streams, Dance/Party, Deutsch-Pop, aktuelle Hits usw. Oder auf jahreszeitliche Angebote wie Sommerhits. Allerdings bieten immer mehr Sender auch Streams, die Menschen in bestimmten Lebenssituationen begleitet (Workout, Fitness usw.). Experimentiert wird vereinzelt (wie bei FluxFM) auch mit moderierten Streaming-Angeboten.

Weihnachtsradios bei WEIHNACHTSMUSIK.FM

Durchgehend beliebt bleiben Weihnachtsradios. Für die hartgesottenen Freunde weihnachtlicher Musik halten nahezu alle deutschen Privatsender innerhalb ihrer Web-Channel-Pakete zusätzliche Dauerschleifen mit den populärsten Christmas-Popsongs aller Zeiten parat – bei einigen Stationen sind diese Angebote sogar ganzjährig verfügbar. Weihnachten hat bei uns offenbar immer Konjunktur.