
Die nationale Radiobranche hat also auch im vergangenen Jahr den Ausbau von Spartenangeboten im Internet intensiv vorangetrieben. Kontinuierlich wurde die Vielfalt durch weitere neue Streams bereichert. Wobei die Entwicklung naturgemäß von den Privatsendern getragen wird – den öffentlich-rechtlichen Anstalten sind bei der Einrichtung zusätzliche Angebote die Hände gebunden.
Den stärksten Impuls setzte der Berliner Privatsender 104.6 RTL: hier wuchs die Zahl an neuen Webkanälen von 23 auf weit über 90 Angebote (vgl. auch 104.6 RTL startet Musikstream-Offensive!). Aber auch Planet Radio hat in 2022 sein Portfolio kräftig erweitertn (RADIOSZENE berichtete).

Zu den besonders aktiven Verbreitern von Subchannels zählen Radio ENERGY, RPR1., Radio BOB!, Radio Regenbogen, Sunshine Live, FluxFM sowie die Senderfamilien von Antenne Bayern, FFH oder REGIOCAST.
Die musikalische Vielfalt der Kanäle wächst, konzentriert sich jedoch bei zahlreichen Sendern auf eine noch immer weitgehend identische Fragmentierung – also Dekaden-Streams, Dance/Party, Oldies, Lounge, Deutsch-Pop, aktuelle Hits und so weiter. Oder auf jahreszeitliche Angebote wie Sommerhits und Weihnachten. Diverse Musik-Genres bleiben noch immer wenig berücksichtigt (wie etwas Jazz oder Country).
Die Spartenprogramme setzten auch in 2022 auf vielfältig zugeschnittene Sub-Genres, die beispielsweise eine sehr große Zahl unterschiedlicher Facetten der elektronischen Musik umfassen (Sunshine Live). Oder auf ganze Bündel an allen möglichen Spielarten von Rock (wie Radio BOB! oder ROCK ANTENNE) und progressive Formen der Pop- und Rockmusik jenseits des Mainstream (wie FluxFM oder EgoFM). Gleiches gilt für die Schlagerprogramme, bei denen kompakte KünstlerInnen-Playlists („100% Helene“) ein wichtiges Thema geworden sind.
Im Kommen sind eigene KünstlerInnen-Kanäle (von AC/DC bis Robbie Williams) sowie so genannte „Mood Streams“, bei denen der Musikschwerpunkt auf die täglichen Lebenssituationen der Hörer ausgerichtet ist. Auswahl und Planung dieser Angebote werden (bis auf wenige Ausnahmen) hörbar noch durch die Fachredaktionen der ausstrahlenden Sender kuratiert.
Der Anteil moderierter Substreams ist leicht angestiegen, verbleibt jedoch weiter auf eher geringem Niveau.









