2. Bundesmux: Antenne Deutschland bekommt Zuschlag

Veröffentlicht am 06. Jun. 2017 von unter Deutschland

Zweiter bundesweiter DAB+-Multiplex: GVK macht Antenne Deutschland GmbH & Co. KG zum neuen Plattformanbieter

Antenne Deutschland GmbH & Co. KG wird neuer Plattformanbieter des zweiten bundesweiten DAB+-Multiplexes. Das hat die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten heute nach intensiver Befassung und Anhörung der drei Bewerber in Berlin beschlossen. Winfried Engel, Vorsitzender der GVK:

Winfried Engel

„Mit der Antenne Deutschland GmbH & Co. KG bekommt ein als Programmveranstalter und Netzbetreiber erfahrener Player den Zuschlag, bei dem wir erwarten können, dass es auch zügig losgeht. Unsere Zuweisung als Plattformbetreiber des zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex mit bis zu 18 neuen nationalen privaten Programmen wird dem terrestrischen Digitalradio einen weiteren wichtigen Impuls geben und für mehr Vielfalt im Sinne der Mediennutzer sorgen.“ Insgesamt hätten alle drei Bewerber gute Konzepte vorgelegt – das überzeugendste habe schließlich den Zuschlag bekommen. Die Antenne Deutschland GmbH & Co. KG ist ein Unternehmenskonsortium, zu dem sich die Absolut Digital GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Willi Schreiner, Nürnberg, und die MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Wolfgang Breuer, Köln, zusammengeschlossen haben.

Durch diesen Zusammenschluss im Zuge eines Verständigungsverfahrens unter Moderation der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hatte sich die Anzahl der Bewerber in den vergangenen Wochen von ursprünglich vier auf drei reduziert: Neben der Antenne Deutschland GmbH & Co. KG hatten sich die DABP GmbH um den Investor Steffen Göpel, vertreten durch die Geschäftsführer Dr. René Laier und Florian Schuck, Leipzig, und die Radi/o digital GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Caspar Schilgen, München, beworben (vgl. Zweiter DAB+ Bundesmux: Das sind die vier Bewerber).

Die Ausschreibung hatte sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot gerichtet. Eine Regionalisierung war nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.

Für die Hörerinnen und Hörer bedeutet das künftig mehr als eine Verdopplung des bundesweiten Programmangebots: Zu bisher 13 national verbreiteten DAB+ Programmen kommen bis zu 18 weitere bundesweit ausgestrahlte private hinzu.

Insgesamt vier Plattformbetreiber hatten sich um den zweiten DAB+ Bundesmux beworben. Das große Interesse an der Ausschreibung zeigte eindrucksvoll, dass DAB+ auch für private Anbieter eine wertvolle Investition in die Zukunft darstellt. Die Beteiligten erwarten einen zügigen Sendestart der neuen Programme.

Größtes Privatradio-Investment der letzten 30 Jahre

Willi Steul. Foto: Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré

Willi Steul. Foto: Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré

„Der zweite Bundesmux wird das größte Privatradio-Investment der letzten 30 Jahre und verschafft DAB+ einen ungeheuren Schub“, zeigt sich Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio optimistisch.

„Wir freuen uns besonders darüber, dass mit Absolut Digital und MEDIA BROADCAST zwei Vereinsmitglieder die begehrte Zuweisung erhalten haben. Beide Unternehmen fördern den digitalen Hörfunk durch umfangreiche Investitionen seit vielen Jahren“, so Steul weiter.

Der Verein Digitalradio Deutschland erwartet durch den zweiten Bundesmux auch eine weitere Dynamik auf regionaler Ebene. Das große Interesse an einer Ausschreibung in Sachsen mit 28 Bewerbungen dokumentiert eindrucksvoll, dass DAB+ im Privatradio angekommen ist.

MEDIA BROADCAST und Absolut Digital werden zweite bundesweite DAB+ -Plattform aufbauen

Die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten hat heute beschlossen, dass die Antenne Deutschland GmbH & Co. KG, ein Gemeinschaftsunternehmen der MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH und der Absolut Digital GmbH, die Zuweisung zum Aufbau und Betrieb der zweiten nationalen DAB+ Plattform erhalten wird.

Antenne Deutschland GmbH & Co. KG, ein Gemeinschaftsunternehmen der MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH und der Absolut Digital GmbH hatte im Rahmen seiner Bewerbung zugesichert, innerhalb von neun Monaten eine zweite nationale DAB+ -Plattform aufzubauen und ein attraktives, vielfältiges Angebot von Anfang an sicherzustellen. Geplant sind auch neue Formate; hierzu werden weitere Programmveranstalter neutralen Zugang zu der Plattform erhalten.

Wolfgang Breuer (Bild: ©MEDIA BROADCAST)

Wolfgang Breuer (Bild: ©MEDIA BROADCAST)

„Wir freuen uns über das Vertrauen, das die Medienanstalten unserer Bewerbung und damit unseren Unternehmen entgegengebracht haben. Mit dem Zuschlag ist ein wichtiger Meilenstein zur weiteren erfolgreichen Entwicklung des digitalen terrestrischen Rundfunks gelegt“, sagt der CEO der MEDIA BROADCAST, Wolfgang Breuer.

Willi Schreiner, Geschäftsführer der Absolut Digital GmbH & Co. KG fügt hinzu: „Ich bin davon überzeugt, dass erhebliches Potenzial für zusätzliche digitale Programmangebote besteht und der Gesamtwerbemarkt für Radio in Deutschland wachsen wird.“

Mit DAB+ ist es möglich, mehr Programme zu günstigeren Kosten zu verbreiten. Zudem ermöglicht DAB+ den Veranstaltern, ihre Programme durch digitale Zusatzdienste noch attraktiver zu machen und damit die Hörerbindung zu stärken. Darüber hinaus bieten DAB+ -Programme durch die digitale Klangqualität und verbesserte Empfangseigenschaften deutlich mehr Komfort für die Hörer.

MEDIA BROADCAST engagiert sich von Beginn an für DAB und betreibt als technischer Dienstleister seit 2011 den 1. bundesweiten DAB+-Multiplex sowie mehrere regionale DAB+ Plattformen. Im Februar 2017 hatte das Unternehmen bekanntgegeben, sich strategisch auf Techniken zu digitalen TV- und Hörfunkverbreitung sowie Servicedienstleistungen zu fokussieren (vgl. MEDIA BROADCAST trennt sich von UKW-Geschäftsfeld).

Die Absolut Digital GmbH & Co. KG mit Sitz in Nürnberg und Studio in Regensburg steht seit August 2011 neue Programmformate im neuen Übertragungsstandard Digitalradio (DAB+). Die Zuteilung der Medienanstalten ist noch nicht bestandskräftig.

Quelle: Pressemeldungen der Medienanstalten, Verein Digitalradio Deutschland und MEDIA BRODCAST

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