Relaunch bei Radio Bremen: „Wir entwickeln Bremen Vier mit Blick auf unsere Zielgruppe weiter“

bremen vierRadio Bremen hat umgebaut. Was der norddeutsche Stadtsender früher sonst gerne während der Sommerpause vollzogen hat, passiert in 2020 gleich zu Beginn des Jahres während der laufenden ma-Befragungsperiode. Ziel der Reformen ist die Popwelle Bremen Vier. Hier wurde kräftig Hand angelegt und dem Programm ein umfassender Relaunch verordnet: Morningshow, Musik, Abend, Onlineauftritt … eine Vielzahl von Inhalten und Details präsentieren sich seit heute in neuem Licht.

RADIOSZENE sprach mit Helge Haas, Leiter Junge Angebote bei Radio Bremen und Wellenchef Bremen Vier, über das rundum erneuerte Programm und die Gründe für die Veränderungen.


RADIOSZENE: Herr Haas, die Welle Bremen Vier wurde hör- und sichtbar verändert. Welche Motive haben Sie bewogen hier tätig zu werden?

Helge Haas (Bild: ©Radio Bremen/C.Wasenmüller)
Helge Haas (Bild: ©Radio Bremen/C.Wasenmüller)

Helge Hass: Wir haben Bremen Vier im Laufe seiner Entwicklung immer wieder umgebaut – das Motiv ist immer dasselbe: Wir entwickeln Bremen Vier mit Blick auf unsere Zielgruppe weiter. Bremen Vier ist die junge Popwelle von Radio Bremen und richtet sich an Menschen, die mitten im Leben stehen. Die jonglieren mit Job- und Familienleben und lassen sich dabei vom Radio durch den Tag begleiten. Das sind UKW, DAB+ und Webradios, die im individuellen Medienmix eine Rolle spielen. Und dieser Mix sieht in unserer Zielgruppe anders aus als bei Jugendlichen oder Senioren. Er sieht aber auch deutlich anders aus als vor zehn Jahren – so lange liegt die letzte große Programmreform bei Bremen Vier zurück.

Inzwischen ist eine neue Generation von Hörerinnen und Hörern nachgewachsen, für die das Programm im Idealfall genauso gut passen sollte wie für unsere Stammhörer. Im Radio Bremen-Kontext steht Bremen Vier zwischen dem jungen Bremen NEXT und dem älteren Bremen Eins. Damit wir in dieser Position bleiben, müssen wir das Programm immer wieder anpassen.

Wir haben im vergangenen halben Jahr intensiv an den vielen neuen Ideen für Bremen Vier gearbeitet. Jetzt sind wir gespannt, wie das neue Programm ab dem 3. Februar bei unseren Hörerinnen und Hörern ankommt!

RADIOSZENE: Ein Kernpunkt der Neugestaltung ist die Morningshow. Was wird sich hier konkret verändern?

Helge Hass: Die neue Morgenshow auf Bremen Vier wird zukünftig von einem ganzen Team präsentiert und heißt folgerichtig „Die Vier am Morgen“. Als feste Stimmen mit dabei sind Moderator Keno Bergholz und Online-Redakteurin Marilena Dahlmann. Sie wird jeden Morgen On Air dafür sorgen, dass die Radioshow eng mit den Online-Seiten und sozialen Netzwerken verknüpft ist. Auch die Redaktion der Morgenshow wird künftig stärker On Air auftauchen und aktuelle Themen sofort in die Sendung einbringen. Das Team wird vervollständigt durch die Kolleginnen und Kollegen aus den Vier News.

Das neue Bremen Vier - Die Vier am Morgen (Bild: ©Radio Bremen/M.Hornung)
Die Vier am Morgen: Malte Döbert, Laura Knepper, Keno Bergholz und Marilena Dahlmann (Bild: ©Radio Bremen/M. Hornung)

Thematisch bleibt unser Anspruch, die Hörerinnen und Hörer im Bremen Vier-Land gut in den Tag zu bringen und sie dabei mit allen wichtigen Infos aus der Region zu versorgen. Das geschieht künftig über mehr Kanäle als nur das Radio – auch schon am Morgen. Der Dialog mit unseren Hörerinnen und Hörern wird ebenfalls auf mehr Plattformen ausgeweitet als bisher.

 

„Der Schwerpunkt von Bremen Vier liegt weiter auf einem aktuellen, pop-orientierten Gesamtklangbild“

 

RADIOSZENE: Auch die Musikausrichtung wurde, wie man hört, angepasst. Wie wird Bremen Vier künftig klingen?  

Helge Hass: Der Schwerpunkt von Bremen Vier liegt weiter auf einem aktuellen, pop-orientierten Gesamtklangbild. Da die Charts heutzutage relativ schnelllebig sind und gleichzeitig von wenigen Interpreten beherrscht werden, werden wir mit Songs aus den letzten drei Dekaden für klangliche Abwechslung sorgen. Deshalb haben wir den Backpool gründlich überarbeitet.

„Die beste Playlist im Bremen Vier-Land“ wird dabei künftig noch direkter von den Hörerinnen und Hörern mitgestaltet. Über den neuen Webplayer auf bremenvier.de wird es die Möglichkeit geben, jeden Titel sofort zu bewerten. Dieses Feedback geht direkt an die Bremen Vier-Musikredaktion.

RADIOSZENE: Ankündigungen zufolge sollen einige der bisherigen Musikspecials am Abend wergfallen. Welche Inhalte planen Sie an dieser Stelle?

Helge Hass: Bei Bremen Vier gibt es ab Februar von Montag bis Freitag die „Bremen Vier Spätschicht“. Die bietet den musikalischen Blick über den Tellerrand, es gibt neue Songs, Albumtracks und -besprechungen, Interviews und Live-Konzerte. Auch die regionale Musikszene wird eine Rolle in der Sendung spielen.

Das neue Bremen Vier: Keno und Marilena (Bild: ©Radio Bremen / C. Wasenmüller)
Das neue Bremen Vier: Keno und Marilena (Bild: ©Radio Bremen / C. Wasenmüller)

Zwei der bisherigen Musikspecials, nämlich „Rockt“ und „Heuckzeug“ bleiben weiterhin bei Bremen Vier, teilen sich aber künftig den Sonntagabend. „Zeiglers wunderbare Welt des Pop“ findet im Frühjahr eine neue Heimat bei unserer Schwesterwelle Bremen Zwei. 

RADIOSZENE: Gibt es weitere Veränderungen beim Bremen Vier-Programm? Werden Sie beispielsweise auch bei den redaktionellen Inhalten oder der Online-Ausrichtung Änderungen vornehmen?

Helge Hass: Der Online-Auftritt bremenvier.de wurde einem kompletten Relaunch unterzogen und präsentiert sich mit einer neuen Seite. Die ist klarer strukturiert und das Design optimiert für mobile Endgeräte. Der Webplayer ist besser eingebunden und bietet mit dem Voting-Tool die Möglichkeit des direkten Feedbacks auf unserer Playlist. Der „Studiobutton“ als direkter Draht ins Studio bleibt erhalten, daneben spielt natürlich die Kommunikation über soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und WhatsApp eine wichtige Rolle. Da künftig eine Online-Redakteurin als festes Mitglied der „Vier am Morgen“ mit im Studio sitzt, wird die Morgenshow online schneller und aktueller reagieren können.

Redaktionell bleibt unser Fokus auf der regionalen Berichterstattung – wir sind in unserem Sendegebiet näher dran als alle anderen an unseren Hörerinnen und Hörer, sind viel draußen und berichten live aus dem Bremen Vier-Land.

 

„Redaktionell bleibt unser Fokus auf der regionalen Berichterstattung“

 

RADIOSZENE: Bislang galten unter anderem „junge Familien“ als eine der wichtigen Zielgruppen. Sind Sie mit den Umgestaltungen auch auf der Suche nach neuen Hörerschichten?

Helge Hass: Nein, im Gegenteil! Junge Familien haben ja die Eigenschaft, mit der Zeit immer älter zu werden  – genau wie junge Singles oder kinderlose Paare! Uns ist jede Hörerin und jeder Hörer wichtig, der uns seit Jahren die Treue hält.

Bremen Vier-Moderationspult (Bild: ©Radio Bremen / Frank Pusch)
Bremen Vier-Moderationspult (Bild: ©Radio Bremen / Frank Pusch)

Wir müssen natürlich unser Programm immer wieder so gestalten, dass auch die nächste Generation ihr Angebot bei Radio Bremen findet. Deshalb passen wir unser Programm veränderten Hörgewohnheiten und Mediennutzung an. So bleiben wir in der Radio Bremen-Strategie das zentrale Programm zwischen dem jüngeren Bremen NEXT und dem älteren Bremen Eins.

RADIOSZENE: Ist es nicht riskant mitten während der ma-Erhebungsperiode einen solch einschneidenden Relaunch vorzunehmen?

Helge Hass: Im Gegenteil – der Relaunch erzeugt ja eine Menge Gesprächsstoff und Aufmerksamkeit! Unsere Hörerinnen und Hörer beschäftigen sich gerade intensiv mit den anstehenden Änderungen – die sind ja nicht unumstritten! Intensität ist aber nie falsch – und sie zeigt, wie eng die Bindung von Radio auch in crossmedialen Zeiten ist.

Download
Neuer Bremen Vier-Programmplan ab 3. Februar 2020 (PDF)

Link
Bremen Vier