

Wie Reiner Müller, Bereichsleiter Technik der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), einführend erläuterte, sei unter hybrider Versorgung die Nutzung von zwei oder mehreren Übertragungswegen zu verstehen. Die hybriden Nutzungsformen umfassten die neuen Programmformen, die durch die Kombination des linearen Radios mit den Möglichkeiten des Internets entstünden.
Rainer Biehn von der Bayerischen Medien Technik zeigte den Prototypen eines Hybrid-Radios, das automatisch den jeweils besten verfügbaren Verbreitungsweg aus UKW, DAB oder Internetstream auswählt. Der Hörer wählt das Programm, das Gerät sucht sich das beste Signal. Grundlage dafür sei jedoch, so Biehn, dass in dem Gerät eine aktuelle Programmliste hinterlegt sei.

Um diese standardisierte Programmliste kümmere sich die internationale Internet Media Device Alliance (IMDA), ein Zusammenschluss großer Marktplayer (u. a. die BBC), um so die Grundlage für die neue Gerätegeneration zu schaffen. Der Vorteil für die Hörer, so Biehn, liege darin, dass immer das optimale Programmsignal ohne Störungen genutzt werde. Positive Begleiterscheinung für die Radiosender: Da der teure Internetstream nur gewählt wird, wenn UKW nicht verfügbar ist, lassen sich die Kosten für die Programmdistribution erheblich reduzieren.
Auf diese Kostenreduktion freut sich auch Michael Kerscher, technischer Leiter von Antenne Bayern. Die Kosten für das Internetstreaming hätten sich bei seinem Sender aufgrund der vielen Zugriffe vervielfacht und das, obwohl viele der Hörer das Programm über UKW empfangen könnten.

Für die Hörer sei jedoch vor allem interessant, dass es mittels der neuen Technik RadioDNS nun eine Verbindung zwischen dem normalen UKW-Programm und dem Internet gebe. Darüber können begleitende Informationen aus dem Netz geladen werden. Kerscher denkt dabei zunächst an synchronisierte Bildstrecken, aber auch an neue visualisierte Service- oder Werbeangebote.
Grundlage von RadioDNS, so erläuterte Alexander Erk vom Institut für Rundfunktechnik, ist die Generierung von Hostnamen aus den Empfangsparametern. Ein Server liefere dann die auf das Programm abgestimmten Zusatzdaten aus dem Internet. Es sei denkbar, so beispielsweise einen Radio EPG, also ein Programmverzeichnis, oder auch ergänzende Radiobeiträge mitzuliefern.

Glaubt man Klaus Gräff, Geschäftsführer der RBC, einem Beratungsunternehmen für Hörfunkmarketing, liege in dieser Anreicherung des Radios um neue Werbeformate, aber insbesondere in der genauen Adressierbarkeit der Hörer eine große Chance. Radiowerbung könne so attraktiver werden. Auch Kristian Kropp, Geschäftsführer des Senders RPR (Rheinland-Pfälzischer-Rundfunk), sieht in hybriden Programmangeboten vor allem die Chance, das Radio mit seiner Markenkraft auch in der Onlinewelt fest zu verankern, um so an den Online-Werbespendings zu partizipieren.










