Das neue ENERGY Rheinland-Pfalz: Jünger als bigFM und mit mehr Lokalbezug

Veröffentlicht am 04. Dez. 2010 von unter Deutschland

NRJ-RLPDie neuen Bewerber auf die zweite Frequenzkette in Rheinland-Pfalz präsentieren der LMK derzeit ihre Konzepte für das ausgeschriebene Spartenprogramm. Letzte Woche hat die REGIOCAST ihr Konzept für das Jugendradio NOW FM ausführlich vorgestellt. Jetzt hat RADIOSZENE mit Norbert Seuß, dem Direktor für Sonderaufgaben der Radio NRJ GmbH, über das Konzept von “ENERGY Rheinland-Pfalz” gesprochen.

RADIOSZENE: ENERGY hat sich für die ausgeschriebene 2. Hörfunkkette in Rheinland-Pfalz beworben. Die Erfahrung zeigt, dass es schwer ist, in einem neuen Markt Fuß zu fassen. Wie sehen Sie die Chancen von ENERGY in Rheinland-Pfalz?

Seuß: Wir kommen mit einem Angebot nach Rheinland-Pfalz, das sich tatsächlich auch um das Bundesland, das Sendegebiet kümmert und nicht einfach darüber wegsendet. Die Ausschreibung gibt einen klaren Rahmen vor. Erwartet wird ein Musikspartenprogramm für junge Menschen, nationale und internationale Nachrichten und Programminhalte, die einen überwiegenden Bezug zu Rheinland-Pfalz haben. Zudem die Förderung der Musikszene in Rheinland-Pfalz. Das alles bildet den Kern unseres Programms, mit dem wir antreten wollen. Da wir neben diesem Beitrag zur Programmvielfalt auch gleichzeitig noch als neuer und unabhängiger Programmveranstalter nach Rheinland-Pfalz kommen wollen und 25 reale und nachweisliche Arbeitsplätze am Senderstandort in Mainz planen, bringen wir sicher gute Voraussetzungen mit.

RADIOSZENE: Wird sich das Programm von den anderen ENERGY-Stationen abheben, oder ist im Prinzip das zu erwarten, was man aus den anderen Bundesländern her kennt?

Seuß: Natürlich wird das Programm im bekannten ENERGY-Style produziert. Aber schon jetzt klingt beispielsweise ENERGY Hamburg anders als ENERGY Rhein-Main. Das gilt dann ebenso für das neue Programm. ENERGY Rheinland-Pfalz ist programmlich und inhaltlich in erster Linie auf das Sendegebiet ausgerichtet – Ausnahme sind die Nachrichten, die national / international sein sollen und werden. Wir werden ein eigenes Team in Rheinland-Pfalz beschäftigen und wir haben ein Konzept entwickelt, mit dem wir die richtigen Informationen auch in die richtige Region des Landes bringen können. ENERGY Rheinland-Pfalz ist ENERGY und aber in erster Linie Rheinland-Pfalz!

RADIOSZENE: Neben der REGIOCAST haben sich auch bigFM wieder um die Lizenz beworben. Erfüllt bigFM denn nicht schon alle Kriterien für ein Jugendradio?

Norbert Seuß (Direktor für Sonderaufgaben Radio NRJ GmbH)

Norbert Seuß (Direktor für Sonderaufgaben Radio NRJ GmbH)

Seuß: Wenn man die Ausschreibung zu Rate zieht, dann soll sich das Programm um die Zielgruppe 14-29 Jahre kümmern. bigFM ist nach unserer Wahrnehmung jedoch älter positioniert. Die Marktführerschaft nach Marktanteilen in der jungen Zielgruppe in Rheinland-Pfalz, genauer gesagt bei den 14-29jährigen liegt eben nicht bei bigFM, sondern bei SWR 3. Selbst das deutlich ältere RPR 1 hat einen nahezu gleich hohen Anteil in dieser Zielgruppe wie bigFM. Also: es fehlt ein Jugendradio in Rheinland-Pfalz. Abgesehen davon: bigFM erfüllt auch in keiner Weise die inhaltlichen Forderungen für einen überwiegenden Bezug zu Rheinland-Pfalz. Das entspricht auch nicht der bigFM Programmphilosophie mit “Deutschlands biggsten beats”. 1,5 Minuten pro Stunde Rheinland-Pfalz sind einfach zu wenig, um damit eine Verbindung mit dem regionalen Sendegebiet zu haben oder tatsächlich für Rheinland-Pfalz zu senden. “Deutschlands biggste beats” senden über das Land hinweg. Das Interesse gilt wohl eher Köln und NRW; jedenfalls gibt es dort deutlich mehr Veranstaltungen, die im Programm beworben werden als Events in Rheinland-Pfalz. Der Ansatz von ENERGY Rheinland-Pfalz ist hier ein völlig anderer. In allen Märkten stehen die ENERGY Stationen für das Gebiet, indem sie senden: ob ENERGY Hamburg, ENERGY Berlin oder hoffentlich bald auch ENERGY Rheinland-Pfalz.

RADIOSZENE: Alle Jugendradios verwenden heutzutage die interaktiven Möglichkeiten des Internets z.B. über Social Networks, um die junge Zielgruppe zu erreichen und einzubinden, aber wo sehen Sie die Unterschiede bei ENERGY?

Seuß: Auch wir bieten analog der Bewerbung von NOWFM natürlich auch die Möglichkeit, Hörerreporter zu werden oder das Musikprogramm interaktiv mitzugestalten. Sie müssen als junges Programm diese Möglichkeiten anbieten. Allerdings fußt das Konzept von ENERGY nicht darauf, allein auf die Kreativität und den Input der Hörer zu setzen. Facebook und andere Social Media-Dienste sind der Rückkanal für einen Radiosender; vor 20 Jahren die Postkarte, vor 10 Jahren das Telefon, vor 5 Jahren die E-Mail und jetzt eben Social-Networks. Keiner von uns kann vorhersagen, wie sich diese Themen entwickeln. Als junge Marke wird ENERGY immer da sein, wo seine Hörer sind: aktuell ist das Facebook.

Im speziellen für ENERGY Rheinland-Pfalz werden wir innerhalb der Social Networks Themenschwerpunkte setzen. Diese sind dann auch immer mit einer Person aus dem Sender verknüpft, der sich redaktionell und inhaltlich um z.B. den Themenschwerpunkt Nachwuchskünstler aus Rheinland-Pfalz kümmert. Innerhalb der Social Networks werden Themen aus dem Programm weitergedreht, vertieft, diskutiert, aber natürlich auch umgekehrt: ein Thema, das in den Social Networks hochkocht, muss im Programm von ENERGY Rheinland-Pfalz zu hören sein.

RADIOSZENE: Können Sie uns vielleicht noch weitere Programm-Details verraten?

Seuß: Die Basis von ENERGY Rheinland-Pfalz ist die Musik und das Bundesland Rheinland-Pfalz. Deshalb räumen wir beispielsweise Vereinen und Schulklassen die Möglichkeit ein, sich im Programm zu präsentieren und Radio hautnah zu erleben bzw. zu gestalten. Über die Social Networks und die Handy- Applikation werden die Hörer die Möglichkeit haben, in Teilen in Echtzeit das Programm mitzubestimmen. Zudem gibt es spezielle Programmflächen, in denen wir uns um den Musikernachwuchs in Rheinland-Pfalz kümmern. ENERGY Rheinland-Pfalz steht für ein junges Zielgruppenradio: crossmedial und interaktiv.

RADIOSZENE: Herr Seuß, vielen Dank für das Gespräch.

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ENERGY Rheinland-Pfalz

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