Schweigen ab Nikolaus die Webstreams?

Veröffentlicht am 03. Dez. 2016 von unter News, Weltweit

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Immer mehr Radiostationen bieten Internetstreams an. Gehört wird der Stream meist im Webbrowser; das wollen viele Radiosender und Portale schon wegen der dort eingeblendeten Werbung und um die Adressen der Streams jederzeit ändern zu können, ohne die Hörer mit Umstellungen zu belasten. Zudem ist es für den Hörer am einfachsten und ohne Anschaffung und Installation zusätzlicher Hard- oder Software realisierbar.

Am 6.12. könnte dies jedoch notwendig werden:

Ein Update des mittlerweile doch gut verbreiteten Chrome-Browsers wird Verbindungen exotischer Ports älterer Shoutcast-Server, die noch einen Header nach HTTP/0.9-Protokoll ausliefern, nun per Default sperren. Hintergrund sind Sicherheitslücken im alten HTTP-Protokoll.

Shoutcast-Streams sind aber praktisch immer auf exotischen Portnummern. Der Grund: Ein Shoutcast-Server hat nur eine Adresse und kann mehrere Streams nur über unterschiedliche Portnummern bedienen. Das ist schon ein Problem, wenn man im Büro Internetradio hören will: Meist sind diese exotischen Portnummern über 1000 in der Firewall gesperrt – es soll aus Trafficgründen am Arbeitsplatz kein Internetradio gehört werden.

Nun betrifft es auch private Nutzer.

Abhilfe ist auf mehreren Wegen möglich. Auf Nutzerseite:

  1. Benutzen einer expliziten Audio-Software wie Winamp oder VLC Media Player statt des Webbrowsers zum Hören des Streams. Setzt voraus, dass der Hörer die Adresse des Streams vom Anbieter erfährt.
  2. Nutzen eines expliziten Internetradios statt des PCs
  3. Nutzen eines anderen Browsers
  4. Möglicherweise lassen sich die Ports auch in Chrome öffnen – doch dafür muss der Nutzer sie zunächst einmal kennen, siehe 1.

Auf Anbieterseite müsste der Shoutcast-Server aktualisiert werden, so dass er das veraltete HTTP-0.9-Protokoll nicht mehr nutzt, dann ist das Problem auch gelöst.

Da viele Internetradiostationen jedoch gar keine eigenen Server nutzen, haben sie hierüber keine direkte Kontrolle und müssen ihre Hörer wohl zunächst einmal vertrösten und beraten, wenn diese am Nikolaustag nichts mehr hören. In Safari 10 besteht das Problem bereits eine Weile unter Mac OS X Sierra. Entdeckt und publik gemacht wurden die Probleme von radio.net.

 

(Titelbild: ©bowie15 / 123RF)

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