NDR Kultur Neo: “Die Oldschool-Typen, die abends im Radio Platten auflegen”

Veröffentlicht am 30. Mrz. 2016 von unter Deutschland

ndr-kultur-smallAbseits der großen Servicewellen mit ihren von Musikresearch geprägten Mainstream-Formaten finden sich in den Kulturprogrammen Sendungen, bei denen die Moderatoren ihre Musik noch selbst aussuchen dürfen und die muss nicht nur aus dem Bereich der Klassik kommen. Ein Beispiel ist die Sendung NDR Kultur Neo. Die Moderatoren Hendrik Haubold und Mischa Kreiskott sind begeisterte musikalische Grenzgänger und reisen bereits seit fünf Jahren durch verschiedenste Genres wie Jazz, Klassik, Rock, Indie und Electro.

Mischa Kreiskott und Hendrik Haubold (Bild: Christian Spielmann/NDR Kultur)

Mischa Kreiskott und Hendrik Haubold (Bild: Christian Spielmann/NDR Kultur)

Ab dem 04. April wird die Sendung fünfmal wöchentlich (montags bis freitags, ab 22:30 Uhr) ausgestrahlt. Derzeit ist die Sendung noch dienstags und donnerstags ab 23 Uhr on air. Mischa Kreiskott und Hendrik Haubold moderieren abwechselnd für jeweils 90 Minuten. Neu ist Robert Hauspurg, der am 4. April als Dritter im Bunde immer montags durch die Sendung führt.

Im Interview erklären die NDR Kultur Neo-Moderatoren, wie sie ihre Sendung aus solch unterschiedliche Genres zusammenstellen.

Mischa Kreiskott (Bild: © NDR Fotograf: Christian Spielmann)

Mischa Kreiskott studierte klassische Gitarre und Journalismus, entdeckte zu Dub-Zeiten die elektronische Musik und liebt es, in den (Radio-) Podcasts dieser Welt Schätze zu entdecken. (Bild: © NDR Fotograf: Christian Spielmann)

Mischa Kreiskott: “Man könnte dies als Farbe bezeichnen, um die wir alles gruppieren. Durch Atmosphäre, durch die Emotionalität hinter der Musik kann man wunderbar Dinge miteinander verknüpfen. Ganz egal, ob Klassik, Jazz, Indie, Rock – wir sind wirklich für sämtliche Genres offen. Außer für Death Metal…”

“…Und für Schlager”, ergänzt Hendrik Haubold. “Zumindest für schlechten Schlager. Wir konstruieren im Grunde ein musikalisches Gebäude, von Klassik bis hin zu neuen musikalischen Trends. Diese Elemente verweben wir zu einer Einheit, die einem so noch nicht begegnet ist. Wir haben Hörer, die sagen, dass unsere Sendung ihr Bedürfnis nach etwas Neuem, nach Vielfalt befriedigt”, so Haubold weiter.

Hendrik Haubold (Bild: © NDR Fotograf: Christian Spielmann)

Hendrik Haubold (38) studierte Musikwissenschaften und Ethnologie, hat 25 Jahre Crossover-Erfahrung als Moderator, Festivalmacher und Produzent, Musikleidenschaft lebt er in Konzerten und in seinem eigenen Archiv aus. (Bild: © NDR Fotograf: Christian Spielmann)

Kreiskott: “Unsere Hörer setzen sich einem musikalischen Abenteuer aus – und bringen den Willen mit, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben. Für sie sind wir die Oldschool Typen, die abends im Radio Platten auflegen.”

Woher die Inspiration bei der Musikauswahl kommt, erklärt z.B. Haubold so: “Ich schaue natürlich rund herum, öffne die Kisten der Fünfziger, Sechziger, Siebziger, schaue in die Regale der Achtziger, Neunziger und Nuller-Jahre, mache halt in der klassischen Musikgeschichte, von der Renaissance bis hin zum 20. Jahrhundert und hole aktuelle Impulse dazu: Neuveröffentlichungen, Konzerte, Interviewpartner. Also, nicht gerade wenig Arbeit. Der finale Prozess hat dann etwas sehr Intuitives – dafür brauche ich einen gewissen Rahmen, etwas Ruhe und schaue, wie und womit ich unterschiedliche Komponenten verknüpfen kann. Dafür gehe ich tief in das Werk hinein. Um diese Zusammenhänge zu erkennen und auch darstellen zu können, dafür braucht man natürlich Repertoire-Wissen. Und das ist unser Spleen. Die Leidenschaft dafür, aber auch die Fähigkeit, diese Musik einzuordnen und zu verbinden. Wir versenden nicht wahllos oder docken irgendwo an. Wir gestalten im Grunde in jeder Sendung etwas Neues.”

Kreiskott: “Hendrik hat gefühlt 40.000 Vinylplatten zu Hause. Das ist ziemlich beeindruckend. Während er im wahrsten Sinne des Wortes in sein Archiv eintaucht, bereite ich meine Auswahl komplett digital vor. Dabei gehe ich oft von neuen Sachen aus, klicke mich beispielsweise durch Spotify oder Deezer, bleibe dann irgendwo hängen – und frage mich: Wo resümiert das in etwas Historischem? Manchmal ist es auch einfach nur ein Klang, eine Tonart, eine Melodie und ich schaue, wie ich das zusammenbringe.”

 

Das ganze Interview mit den Machern von NDR Kultur Neo ist zu lesen auf  NDR.de.

Weiterführende Informationen
NDR Kultur Neo
Twitter #ndrkulturneo
Zusammenfassung der Sendung immer sonntags ab 22 Uhr auf NDR Blue

 

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