DAB+: Es braucht jetzt un­be­dingt gleich lan­ge Spies­se!

DAB2

„DAB ver­mit­telt noch kei­ne Vi­si­on“ rief der Trend­for­scher in den Saal und sch­reck­te die sat­te Ge­sell­schaft beim tr­ägen Ver­dau­en auf. Und überhaupt, fuhr er wei­ter: bei dem Lo­go, das jetzt die Geräte zie­re, müsse m­an sich ja wir­k­lich nicht wun­dern, wenn kaum je­mand DAB reiz­voll fin­de.

Das war na­türlich mass­los übertrie­ben! Es gibt schon ei­nen Play­er im Um­zug, dem ei­ne kla­re Vi­si­on nicht ab­zu­s­t­rei­ten ist und des­sen Rech­nung auch auf­zu­ge­hen scheint. Das ist der öffen­tli­ch-recht­li­che Rund­funk – in wel­chem Land auch im­mer! Sei­ne Ein­nah­men hat er dank Gebühreng­eld­ern am 1. Ja­nuar fest in der Kas­se. Von dann an braucht er die Li­qui­dit­ät nur noch zu steu­ern. Mit die­ser be­zahlt er auch mas­si­ve In­ves­ti­tio­nen in DAB+, ein­sch­liess­lich be­deu­ten­der Mar­ke­tin­g­aus­ga­ben dafür. Das si­chert ihm drei­er­lei: die Hörer kau­fen Emp­fangs­geräte, er kann wei­te­re Pro­gram­me über DAB+ ver­b­rei­ten, auch Ni­schen­pro­gram­me, und sch­liess­lich die teu­ren UKW-Fre­qu­en­zen ab­s­tel­len und so sei­ne Ren­di­te ver­bes­sern. Weil er über Mitt­el verfügt, m­it wel­chen er auch un­be­s­trit­ten gu­te Ra­dio­pro­gram­me macht, fes­tigt er mit DAB+ sei­ne Po­si­ti­on im Markt – bei Hörern und, wo zu­ge­las­sen, auch bei Wer­bern.

Und die pri­va­ten Ver­an­stal­ter? Sie ver­brin­gen ih­re Zeit zu ei­nem schönen Teil mit der Si­cher­stel­lung der Ein­nah­men, aus wel­chen sie ih­re eben­falls be­ach­te­ten UKW-Pro­gram­me fi­nan­zie­ren. Re­ser­ven ha­ben sie kaum bil­den können und wenn sie den An­schluss an den öffen­tli­ch-recht­li­chen Rund­funk nicht ver­lie­ren wol­len, müssen ­sie ho­he Kos­ten für die DAB+-Ver­b­rei­tung ein­fach in Kauf neh­men. Weil das vo­r­erst nicht zu Meh­r­ei­nah­men führt, f­ehlt das Geld an ei­nem an­de­ren Ort – am ehes­ten im Pro­gramm, wo das Spa­ren am ra­sches­ten ein­schenkt.

Die Leh­re dar­aus? Wenn sich der öffen­tli­ch-recht­li­che Rund­funk sei­ne gan­zen DAB+-In­ves­ti­tio­nen über Gebühreng­elder fi­nan­zie­ren kann, ist es nur rich­tig, wenn der pri­va­te Rund­funk das auch darf. Sonst wird näml­ich über eine Ver­b­rei­tungs­tech­no­lo­gie Me­di­en­po­li­tik be­trie­ben und der Markt wird be­ein­flusst. Dass das die Idee der di­gi­ta­len Ent­wick­lung sein soll, steht aber in kei­nem Ge­setz. Wenn die pri­va­ten Ver­an­stal­ter im Rah­men der Teil­re­vi­si­on des RTVG jetzt ver­lan­gen, dass In­ves­ti­tio­nen in di­gi­ta­le Ver­b­rei­tungs­tech­no­lo­gie mas­siv über Gebühreng­elder fi­nan­ziert wer­den, ist das kein Jam­mern um Sub­ven­tio­nen, son­dern das Ein­for­dern glei­cher Be­din­gun­gen wie der öffen­tli­ch-recht­li­che Rund­funk sie schon lan­ge hat.

 

Jürg Bachmann

 

Jürg Bachmann ist Präsident vom Verband Schweizer Privatradios (VSP)

 

 

 

 

 

Adbnlocker erklannt

Anzeigen sind manchmal lästig – wir wissen das...

Aber der Betrieb von RADIOSZENE wird ausschließlich durch Werbung finanziert. Nur so können wir die Plattform kostenlos anbieten und die laufenden Kosten decken. Deshalb möchten wir dich darum bitten, deinen Adblocker für diese Seite zu deaktivieren. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Ich habe meinen Adblocker jetzt deaktiviert