Podcast: Wie lange gibt es noch klassisches Radio?

Veröffentlicht am 08. Okt. 2021 von unter Deutschland

Schiwa Schlei, künftige Programmchefin von 1LIVE über die Zukunft des Radios: „Personality, Nähe und Regionalität sind der Schlüssel zum Erfolg“

Schiwa Schlei und Norbert Grundei (Bild: WDR/NDR)

Schiwa Schlei und Norbert Grundei (Bild: WDR/NDR)

Schiwa Schlei, Programmchefin beim WDR-Radio, glaubt, dass es auch weiterhin klassisches Radio geben wird – trotz des boomenden Podcast-Marktes. In der neuen Ausgabe des Podcasts zum ARD-Zukunftsdialog sagt sie: „Es wird immer beides geben: zum einen die Situation, in der ich einen ganz bestimmten Podcast on demand hören möchte, aber auch das große Bedürfnis nach lean back – das wird niemals verschwinden.“ Schließlich sprächen auch die Zahlen für das klassische Radio: „Über 50 Millionen Menschen hören jeden Tag Radio in Deutschland – und das über alle Altersgruppen hinweg“, so Schlei, zurzeit Programmchefin von Cosmo und künftig in der Funktion auch für 1LIVE zuständig.

ARD Audiothek

Die neue Folge des Unternehmenspodcasts „ARD-Zukunftsdialog. Der Podcast.“ ist seit heute in der ARD-Audiothek abrufbar. Das Thema: „Podcasts und Streams – wie lange gibt es noch klassisches Radio?“ Zu Gast sind Schiwa Schlei (WDR) und Norbert Grundei (NDR), Chef des Programmbereichs Audio Strategie beim NDR.

Im ARD-Zukunftsdialog sprachen einige Teilnehmer:innen die Vielzahl an Radiowellen in der ARD an. Schiwa Schlei glaubt, dass es langfristig weniger Vollprogramme geben wird. Die verschiedenen ARD-Sender tragen zur Meinungspluralität bei, was auch in Zukunft von großer Bedeutung sei. Für die Radiosender heute werde es immer wichtiger, ein klares Profil und ein Markenversprechen zu haben. In einer Zeit, in der die Musik im Radio weniger relevant ist, seien vor allem Personality, Nähe und Regionalität der Schlüssel zum Erfolg, so Schlei.

Ein oft geäußerter Wunsch im ARD-Zukunftsdialog war: mehr Podcasts, die Hintergründe und Einordnung liefern. Norbert Grundei vom NDR sieht ebenfalls eine steigende Nachfrage nach guten Podcasts: „Ich glaube, dass der Markt noch sehr, sehr groß werden wird. Mit schnellerem Internet werden die Möglichkeiten überall noch breiter. Da steckt riesiges Potenzial drin.“

Der NDR versucht, diesen Markt weiter für sich zu erschließen. Gerade für Hintergründe und komplexe Informationen seien Podcasts perfekt, so Grundei. Der sehr erfolgreiche Podcast „Das Coronavirus-Update“ von NDR Info erreiche mit einem komplexen Thema pro Folge mehr als eine Million Menschen. In diesem Produkt stecke enorm viel Arbeit: „Sowohl die Wissenschaftler:innen als auch die Redakteur:innen müssen sich auf jede Folge sorgfältig vorbereiten. Dieser Podcast ist ein sehr gut gepflegtes Produkt“, so Grundei.

Norbert Grundei (Bild: ©NDR/AR)

Norbert Grundei (Bild: ©NDR/AR)

Für die ARD insgesamt sieht Norbert Grundei große Möglichkeiten in dem Markt: „Die ARD hat die Chance, vor allem durch die Kapazitäten, die wir mitbringen, ein extrem erfolgreicher Anbieter von Podcasts zu werden.“

Über den Podcast

Der Unternehmenspodcast begleitet den ARD-Zukunftsdialog, ein Projekt, das das Publikum an der Diskussion über die Zukunft des Senderverbunds beteiligt. Anregungen, Ideen und Kritik der Bürger:innen aus dem Zukunftsdialog werden im Podcast aufgenommen und mit den Macher:innen aus der ARD besprochen und diskutiert. Der Podcast will so zusätzliche Einblicke in die ARD geben und mehr Austausch und Debatte ermöglichen. Moderiert wird der Podcast von der ARD-Journalistin Svenja Kellershohn. Der Leiter der ARD-Kommunikation, Birand Bingül, ist als Sidekick dabei.

Infos zum ARD-Zukunftsdialog gibt es auf ard.de/zukunftsdialog.

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