Nero Brandenburg: Der „Hörer“ ist keiner mehr, weil er nicht zuhört, sondern nur konsumiert

Veröffentlicht am 28. Jan. 2021 von unter Deutschland

Nero Brandenburg (Bild: YouTube)

Nero Brandenburg (Bild: YouTube)

Rücksturz ins Berlin der 1960er- und 1970er-Jahre. „Schaut auf diese Stadt“, mit diesen starken Worten hatte der damalige Oberbürgermeister Ernst Reuter kurz nach Kriegsende die Völker der Welt aufgerufen, den Blick wieder auf die Metropole an der Spree zu richten. Zu recht! Das Leben in der geteilten Stadt pulsierte damals bereits wieder sehr viel stärker als im Rest der Bundesrepublik – war weltoffen, spontan, neugierig, aufmüpfig, kreativ. US-Präsident Kennedy zeigte Solidarität, die 68er-Bewegung erreichte die Jugend, das Verhältnis zum Ostregime blieb explosiv. Eine spannende Kulturszene entstand, getragen vor allem vom Zeitgeist der gerade jeweils angesagten Musik: Jazz, Rock’n’Roll, Beat – später dann Pop und Rock. Berlin war trendy und attraktiv. Auch für Externe, die gerne blieben. Bowie und viele andere ließen sich hier nieder und vom Herzschlag der Stadt inspirieren.

RIAS BerlinInmitten des umtriebigen Gewusels in Westberlin waren die seinerzeit ortansässigen Radiosender SFB (Sender Freies Berlin) und der von der US-amerikanischen Militärverwaltung gegründete RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) wichtige Transporteure des damaligen Lebensgefühls. Für den Osten hatte das DDR-Regime als Prellbock das „Jugendstudio DT64“ entgegengesetzt (später nur noch DT 64). 

Jürgen Graf

Jürgen Graf

Die Verantwortlichen der Westberliner Programme ließen ihren Machern in den 60ern und 70ern viel freie Hand bei der Ausgestaltung der Programme. Zu dieser Zeit schaltete man natürlich auch wegen der großen Zahl an neuer und spannender Musik oder Künstler „sein Radio“ ein. Die eigentlichen Einschaltimpulse setzen damals aber die Moderatoren.

Mutige Kerle, die mit ihrer Programmgestaltung Trends setzen, oft den Mainstream bewusst ausblendeten und damit die Popkultur nachhaltig voranbrachten. Moderatoren wie Christian Graf, Rik DeLisle, Uwe Wohlmacher, Andreas Dorfmann, Dennis King oder Lord Knud vermittelten den Hörern das besondere „Berlinfeeling“, verbunden mit umfassenden Musik- und Szenekenntnissen. Für sie schaltete man gezielt deren Shows ein. Persönlichkeiten waren damals gefragt, die Sendermarke war eher zweitrangig.

Lord Knud und Dennis King

Lord Knud und Dennis King

Ein unvergessenes Stück Berliner Radiogeschichte schrieb auch RIAS-Urgestein Nero Brandenburg, der bürgerlich eigentlich die Vornamen Horst Peter Paul trägt. Der gelernte Postbeamte stieß als Seiteneinsteiger in den 60er-Jahren zum Sender. Zunächst beim Jugendfunk, später als weit über die Stadtgrenzen bekannte “Stimme des RIAS“. Der Allrounder war über 40 Jahre bei verschiedenen Radiosendern zu hören, hat „Fernsehen gemacht“, war als Entertainer und Sänger unterwegs. Brandenburgs Coverversion von “Dingeling“ erreichte 1973 Platz 46 der Deutschen Singlecharts. Klammer seines medialen Wirkens und Erfolgsrezept war jedoch seine stets gelebte Nähe zu Berlin. Für die Hörer war er ein authentischer Teil der Stadt – mit liebenswerten Ecken, Kanten und Schnauze.

Herbert Löwe und Nero Brandenburg

Herbert Löwe und Nero Brandenburg

Nero Brandenburg lebt heute in seiner Heimatstadt und feiert in diesem Jahr 80. Geburtstag.


Im Interview mit RADIOSZENE-Mitarbeiter Michael Schmich blickt Nero Brandenburg zurück auf seine erfolgreiche Zeit beim Radio.

 

„RIAS Berlin war ja in der Stasi-Propaganda in Wort und Bild ‘Der Stachel im Fleisch des Sozialismus‘“

 

RADIOSZENE: Herr Brandenburg, wie sind Sie seinerzeit zum Hörfunk gekommen? 

Nero Brandenburg-AutogrammkarteNero Brandenburg: Ich war als Programmgestalter, Manager und Entertainer beim Berliner Jugendclub e. V. angestellt und habe dort auch Pressekontakte unterhalten, unter anderem zum RIAS Berlin. Der “Rundfunk im amerikanischen Sektor“ plante zu dieser Zeit eine Programmreform. Man wollte unter anderem. weg von den geschulten – zum Teil waren es sogar Schauspieler -, „gelernten“ Programmsprechern. Für junge Leute gab es damals den „Treffpunkt 16/40“, immer samstags um 16.40 Uhr auf RIAS 2. Diese Sendung sollte im neuen Programm auf eine tägliche Sendezeit von 16.40 bis 18.00 Uhr ausgeweitet werden. Der Programmstart wurde auf Oktober 1968 festgelegt. Mich hat man im November 1967 angesprochen, eine Probeaufnahme vereinbart, Gespräche mit mir geführt und mich als freien Mitarbeiter ab Januar 1968 eingestellt. Meine erste Sendung sollte „Beat um Fünf“ sein, jeden Montag von 17.00 bis 17.30 Uhr. Ich überzeugte dann die Verantwortlichen, die Sendung umzubenennen in „Beat mit Nero“ – was dann auch genehmigt wurde.

Playlist von Nero Brandenburgs erster RIAS-Sendung "Beat um Fünf"

Playlist von Nero Brandenburgs erster RIAS-Sendung „Beat um Fünf“

RADIOSZENE: Welche Musik und Sender haben Sie in jungen Jahren geprägt?

Nero Brandenburg: Wie schon in der ersten Sendung erkennbar: es war ja die Zeit der Stones, der Beatles, Jimi Hendrix, eben der Beat-Musik. Das Wort Pop-Musik war da noch nicht erfunden. Die Beatles und die Beach Boys waren so meine Lieblingsgruppen, ich liebte Balladen aus England und USA. Und: ich liebte auch Jazzmusik, die ich im Radio aber nicht spielen konnte …

RADIOSZENE: Ihre erste Station beim RIAS war der “Treffpunkt“, eine damals eher unkonventionelle Sendeform – und ein Sprungbrett für zahlreiche Radiokarrieren wie beispielsweise von Olaf Leitner, Barry Graves oder Gregor Rottschalk. Eine bewegte Zeit. Welche Art von Konzept stand hinter dem “Treffpunkt“ genau? 

RIAS: Eine freie Stimme der freien WeltNero Brandenburg: Der „RIAS Treffpunkt“ war eine Jugendsendung in erster Linie mit Beat-Musik. Die ersten Moderatoren waren Nero Brandenburg, Gregor Rottschalk, Christian Graf, Olaf Leitner und Kai Bloemer. Zur aktuellen Musik der Hitparaden aus den USA und England gab es für die Jugendlichen aber auch Themen aus der Politik. Und gerade für die in der DDR, denn wir sendeten ja sehr weit in die sogenannte „Zone“. Immer im Programm: Kultur (Redakteure: D.E.O. Detlef E. Otto und Hans Günter Goldbeck-Löwe). Für Motorsportbegeisterte machte der “Treffpunkt“-Chef höchstpersönlich die Beiträge der „PS-Apotheke“. 

Im Laufe der Zeit erfand ich dann noch die „Hits fürs Party-Band“. Weil viele meckerten, es „werde ja immer drübergequatscht“, spielten wir vier bis fünf aktuelle Titel und Wünsche in voller Länge – mit Pausen zum Mitschneiden!  

RADIOSZENE: Ihre hohen Bekanntheitsgrade steigerten sich später nochmals mit der von Ihnen initiierten “RIAS Schlagerparade“ – eine Sendung, mit der Sie damals offenbar offene Türen einrannten …

Nero Brandenburg: Na ja, in etwa. RIAS 1 und RIAS 2 sendeten vor der Programmreform viel deutsche Schlager und überhaupt deutsche Musik. Im Laufe der Jahre wurde es immer weniger, auch Lord Knud mit dem Flaggschiff „Schlager der Woche“ brachte nur noch englische Titel. Die von Gregor Rottschalk moderierte „RIAS Schlagerkassette“ wurde irgendwann aus dem Programm genommen. Dagegen kämpfte ich an und schlug 1981 eine deutsche Hitparade vor. Die Idee wurde zunächst belächelt, letztlich aber doch akzeptiert. Als Sendezeit wurde mir der frühe Sonntagmorgen um 8.10 Uhr zugewiesen. Mit Sicherheit dachte sich der Programmdirektor: „… da hört doch keener“. Das GEGENTEIL war nach bereits zwei Monaten der Fall: gerade die Hörer im Sendegebiet der DDR waren ganz wild auf deutsche Schlager, die Sendung „Hallo Schlagerfans“ war damit fest verankert. Ich habe sie dann umbenannt in „RIAS Schlagerparade“ und mir mit „Neros Schlagerladen“ zusätzlich eine weitere 30-minütige Sendestrecke „erschlichen“. Hier konnte ich testen, wie Neuerscheinungen beim Hörer ankamen.

 

„Wir hatten die Hand am Puls der Hörer, was die Musik betraf“

 

RADIOSZENE: Beim Rückblick fällt auf, dass der RIAS seinerzeit bereits sehr früh mit der Ausstrahlung von Hitparaden begonnen hatte. Weit vor den Kollegen der ARD oder Radio Luxemburg. Was war das Erfolgsgeheimnis der RIAS-Unterhaltungsstrategie? Mut?

Nero Brandenburg: RIAS wurde ja quasi von den amerikanischen Siegermächten erfunden. Dem deutschen Volke, namentlich den Berlinern und den Menschen in der sowjetisch besetzten Zone, sollte „Demokratie“ beigebracht, beziehungsweise aufrecht erhalten werden. Um diese Botschaften zu begleiten benutzte man Unterhaltungs- und klassische Musik. Für die Unterhaltung waren natürlich die US-Charts ein MUSS. So erfand man bereits im Jahr 1947 die „Schlager der Woche“. Wolfgang Behrendt war der erste Moderator dieser Sendung, dann kam Fred Ignor, zwischendurch Charlie Hickman und ab 1968 Lord Knud, bürgerlich Knud Kuntze. 

RADIOSZENE: Ein besonders Markenzeichen des Senders – und namentlich auch von Ihnen – war der enge Bezug zu Berlin. Diese Nähe war bei Themenauswahl und Moderation förmlich greifbar. Lag darin auch hohe Popularität des RIAS begründet?

Nero Brandenburg: Ja bestimmt. In Berlin – West und Ost – wurde ja die deutsche Politik gemacht. Und da war der RIAS eben ganz vorn, vor Ort gewissermaßen. Als Empfehlung hier der Link zu einer Bachelor-Arbeit aus Mittweida.

RADIOSZENE: Obwohl die Programme des RIAS immer über respektable Reichweitenzahlen verfügten, fehlten in der Erhebung naturgemäß zusätzlich die (nicht erfassbaren) Hörer aus dem Osten. Wie hoch schätzen Sie den Anteil der  Hörer in der damaligen DDR? Bei der SED-Führung war der Sender ja nicht unbedingt gut gelitten …

Nero Brandenburg: RIAS Berlin war ja in der Stasi-Propaganda in Wort und Bild „Der Stachel im Fleisch des Sozialismus“ (Zitat). Unsere Zahlen der Hörer resultierten aus der Hörerpost, die akribisch aufgelistet wurde. Diese Post kam überwiegend aus Ostberlin und der SBZ. Die Zahlen schwankten, waren aber immer sehr hoch. Die meisten Zuschriften bekam Hans Rosenthal für sein „Klingendes Sonntagsrätsel“ (mit rund 3000 bis 8000 Briefen pro Sendung). Meine Sendungen lagen mittig so bei 1500 bis 2500 pro Sendung. Reichweitenzahlen wurden ja erst ziemlich spät in den 1980er-Jahren erhoben. 

RADIOSZENE: Viele der RIAS-Programmgestalter und Moderatoren – wie Lord Knud, Barry Graves, Olaf Leitner, Stefan Waggershausen, Gregor Rottschalk -hatten vor ihrer Radiozeit bereits enge Berührungspunkte mit der Musikszene. Wie Sie, der als Discjockey den Geschmack und Zeitgeist des Publikums vor Ort erlebte. Wie sehr haben Ihnen diese Erfahrungen bei der Zusammenstellung populärer Musikprogramme geholfen? Zu Ihrer Zeit haben die Moderatoren die Musikabläufe ihrer Sendungen ja noch persönlich ausgesucht und zusammengestellt …

Nero Brandenburg: Von Vorteil ist es schon, wenn man Berührungen mit Musik hat. Ob als Musiker oder DJ … es hilft ungemein. In meiner Zeit nach der Jugendsendung „RIAS Treffpunkt“ wechselte ich ja in die Unterhaltungsabteilung “Leichte Musik“. Die Musikredakteure hier hatten umfangreiche Repertoirekenntnisse – zum Teil aus den Erfahrungen aus der Musikzusammenstellung ihrer Sendungen, aber auch den daraus resultierenden Hörerreaktionen. Wir, also die oben Genannten, waren ja alle Musiker beziehungsweise Komponisten und Produzenten. Gregor Rottschalk beispielsweise hat  ja gemeinsam mit mir meinen Song „Dingeling“ produziert. Wir hatten sozusagen die Hand am Puls der Hörer, was die Musik betraf. 

Heutzutage macht das eine holländische Firma für viel Geld. Ich habe manchmal im RIAS Schallarchiv Musiktitel ausgesucht, die in langen Regalreihen, schön nummeriert und beschriftet verfügbar waren. Wie oft bekam ich dabei einen schiefen Hals   

Später, in den 90er Jahren, haben wir dann die Musiksendungen mit einem Computerprogramm erarbeitet. Ich hatte Anfang der 1970er-Jahre die Idee, wie in England bei der BBC üblich, Musiksendungen von einer Discothek zu fahren: zwei Plattenspieler und ein Mischpult mit Mikrophoneingängen – für Gäste und den Moderator völlig ausreichend. Es war aber schwierig diese Idee bei der RIAS-Haustechnik durchzusetzen, Kosten, Kosten, Kosten … Dann begann ich, wie ein „Erbsenzähler“, akribisch alles, was zum Umschnitt von Platte auf Band notwendig war, aufzurechnen: Aufkleber, Bandmaterial, Pässe mit vier Durchschlägen, Klebeband – bis hin zum „Bobby“ der damals mit 1,36 Mark zu Buche schlug. Mit Erfolg: die Discothek wurde genehmigt, gebaut und eingesetzt. Wir wurden somit unheimlich schnell! 

 

„Öffentlich-rechtliche Anstalten geben dem Schlager gerade noch so eine Art Gnadenbrot“

 

RADIOSZENE: Später wechselten Sie innerhalb der Stadt zum damaligen SFB – beziehungsweise heutigen RBB – und moderierten dort ebenfalls eine “Deutsche Schlagerparade“. Ihre Hörer sind der “Stimme des RIAS“ auch dorthin offenbar in großer Zahl gefolgt. Bis 2005 …

Nero Brandenburg: … ich wechselt nicht NACH meiner RIAS-Zeit zum SFB! Der Wellenchef von 88acht, Florian Barckhausen, hofierte mich. Er brauchte genau so einen wie mich für die Sonnabendmorgensendung „Aufgewacht mit 88acht“ (von 6.00 bis 9.00 Uhr). Ich war festangestellter Musikredakteur, Moderator und Entertainer beim RIAS  – und bin es auch heute noch als Rentner. Dennoch machten wir das. Ich stellte einen „Antrag auf Nebentätigkeit“ mit Beschreibung “Moderation einmal wöchentlich beim SFB“ – der tatsächlich auch genehmigt wurde. 1995 war mein Start beim Sender Freies Berlin – zusätzlich zu meiner Tätigkeit beim RIAS/Deutschlandradio. 

Zwei Jahre später hatte 88acht ein weiteres Problem: Der Moderator der „Deutschen Schlagerparade“ wurde gefeuert! KEINER der freien Mitarbeitern wollte solch eine Sendung moderieren, bis Musikchef Jürgen Jürgens das Machtwort sprach: „Ich will NERO“. Und so moderierte ich als RIAS-Mann bis 2005 zusätzlich(!) die SFB-Schlagersendung. 

„Aufgewacht“ wurde mir dann 1997 abgenommen, da die „Freien“ sich beschwertet hatten, ich nähme ihnen Jobs weg … aber an „Schlager“ wollte keiner von denen ran…   

RADIOSZENE: Heute überlässt man den Schlager in Berlin kampflos eher der privaten Konkurrenz. Ein Fehler?

Nero Brandenburg: In den Anfängen von RIAS und SFB nach dem Krieg waren Schlager durchaus gängig. Zunehmend aber kamen englische und amerikanische Einflüsse und der Schlager wurde abgedrängt, selten gespielt. Dann kam ab Anfang/Mitte der 1990er-Jahre die Schlagerrenaissance im Fernsehen und beim Hörfunk. In Berlin machte sich der ehemalige RIAS-Moderator Oliver Dunk mit dem Privatsender Schlager Radio B2 einen Namen, der überwiegend deutsches Musikmaterial spielte – seit 2013 nur noch deutschsprachige Titel.

Nero Brandenburg im radio B2 Studio.jpg (Bild: radio B2)

Nero Brandenburg im radio B2 Studio.jpg (Bild: radio B2)

Andere Private folgten und hatten Erfolge. Das Fernsehen hat dieses Konzept vom Hörfunk übernommen und mehr und mehr Shows mit Schlagermusik auf den Weg gebracht. Öffentlich-rechtliche Anstalten geben dem Schlager gerade noch so eine Art Gnadenbrot …

RADIOSZENE: Was war der aufregendste Moment während Ihrer Radiozeit?

Nero Brandenburg: Der Besuch John F. Kennedys in Berlin und die Premiere von Mireille Mathieu noch als Discjockey in der „dachluke“ …  aber dann in der RIAS-Parade.

RADIOSZENE: Das Interview Ihrer Karriere war mit …?

Nero Brandenburg: Daliah Lavi, eine Frau, die mich verzauberte, diese Stimme, diese Einstellung zur Musik …

RADIOSZENE: Was macht das Radio heute besser, was würden Sie ändern?

Nero Brandenburg: Radio ist heute lediglich ein Begleitmedium, ist immer und überall „an“. Der „Hörer“ ist keiner mehr, weil er nicht zuhört, sondern nur konsumiert.

RADIOSZENE: Ihr guter Rat an junge Moderatoren und ihre Chefs?

Nero Brandenburg: Grundsatz Nr. 1 wäre: SPRECHEN lernen!! Es wird zu viel geschlampt. Wir haben hier in Berlin den „ReichStag“ und nicht den „ReiStag“ … den gibt es „höstens“ bei Vegetariern zwei Mal pro Woche. Auf die „Stimmen“ der sogenannten Moderatoren würde ich ganz großen Wert legen. Sie sollten KLINGEN. Moderatoren leiten sich vom Wort „moderat“ ab, Verbindungsleute zwischen zwei Programmpunkten oder Musiken – sie sollten sympathisch „rüberkommen“.

RADIOSZENE: Was bedeutet Radio heute für Sie?

Nero Brandenburg: RADIO – und namentlich der RIAS – waren mein „Leben“! Ich gehe nun ganz langsam in den „Sonnenuntergang“ meines Lebens. RADIO ist für mich nicht mehr soooo wichtig … ich denke nur an „wunderschöne Radio-Zeiten“ in Berlin!

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