NRW-Frequenz-Koordinierung weiter verzögert

Veröffentlicht am 16. Nov. 2019 von unter Deutschland

DAB-Zwangspause für Domradio?

Das klang doch recht vielversprechend: NRW-Landesregierung und Landesanstalt für Medien (LfM) wollen helfen, dem Privatfunk im Land inhaltliche Alleinstellungsmerkmale zu finden. So jedenfalls lautete die Zusicherung bei dem „Audiosummit NRW“ der LfM am Freitag. Doch die Realität ist vorerst eine andere.

Denn die Fortentwicklung der Radiolandschaft ist gewaltig ins Stocken geraten und der Sender mit dem besonderen Alleinstellungsmerkmal, das Kölner Domradio, geht auf DAB+ einer unsicheren Zukunft entgegen (vgl. DAB+ Start in NRW verschoben auf 2020). Die von der LfM angepeilten zwei DAB-Muxe sind wohl frühestens im Sommer, wenn nicht gar später verfügbar, erfuhr Stefan Kleinrahm vom Düsseldorfer Konsortium „Mehr! Rad!o“ aus der Staatskanzlei. Die Bundesnetzagentur sei in schwierigen Koordinierungs-Verhandlungen vor allem mit den Niederländern, die ein komplett neues Nutzungskonzept vorgelegt hätten.

domradio Logo 2018

Bevor die LfM dann Kanäle auf einem der geplanten Landes-Muxe ausschreiben kann: Das wird den 48 Interessenten, die sich letztes Jahr beim Call-for-Interest der Düsseldorfer Medienwächter gemeldet haben, noch ziemliche  Geduld abverlangen. Doch für einen läuft die Zeit schon davon, das Kölner Domradio. Seine Lizenz galt bisher im Rahmen eines DAB-Pilotprojektes und läuft am Jahresende aus. Da sie bereits einmal verlängert wurde, ist eine komplette Neuausschreibung nötig. Der Sender arbeitet während der Pilotphase auf einem DAB-Mux, das dem WDR zugewiesen ist. Der aber will nach Auslauf dieser Phase seinen Kanal für eigene Projekte zurück. Warten auf die Koordinierung der Muxe, die Ausschreibung und den anschließenden Lizenzierungsprozeß: Für den Kölner Bistumssender könnte das eine DAB-Zwangspause von mindestens einem Dreivierteljahr bedeuten. Die NRW-Staatskanzlei sieht nach RADIOSZENE-Informationen nur einen Ausweg aus dieser Sackgasse, wenn der WDR eine vorübergehende Weiternutzung des Domradio-Kanals dulden würde.

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AUDIO SUMMIT NRW: Pressemeldung zum Branchentreffen in der Landesanstalt für Medien NRW

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