Radio Ennepe-Ruhr: Neustart zum Jahresanfang

Veröffentlicht am 18. Nov. 2022 von unter Deutschland

Radio Ennepe-RuhrEs verstummte nie, dennoch muss es neugestartet werden, Radio Ennepe-Ruhr wird am 2. Januar 2023 den Sendebetrieb aus einem neuen Studio in den ELBA-Hallen in Wuppertal aufnehmen. Zwei Jahre hat der Rahmenprogrammanbieter Radio NRW ein Lokalprogramm für Radio Ennepe-Ruhr produziert, nach dem die Funke Mediengruppe den Vertrag mit der Veranstaltergemeinschaft (VG) zum 31. Dezember 2020 gekündigt hatte. Die VG überzeugte während der schwierigen Pandemie-Lage die Landesanstalt für Medien NRW, dass sie mehr Zeit benötige, um einen neuen Investor zu finden. Das Landesmediengesetz NRW sieht für die Suche ein halbes Jahr vor, zu wenig Zeit in so schwierigen Zeiten für die Radiobranche. 

Redaktion zieht in die Radio-WG mit Radio Wuppertal

„Das neue Sendestudio ist fast fertig, das neue Team beginnt am 1. Dezember mit den Vorbereitungen für den Sendestart,“ erläutert Georg Rose, Chefredakteur von Radio Wuppertal und Radio Ennepe-Ruhr. Die Landesanstalt für Medien NRW befristete die Doppelrolle des Chefredakteurs vorerst auf 18 Monate.Radio EN und Radio Hagen waren seit 1. Januar 2003 Vorreiter für das Funkhausmodell. Beide Lokalredaktionen teilten sich Räume in einem Gebäude in Hagen, um Miet- und Leitungskosten zu sparen. In Bayern sind gemeinsame Funkhäuser mehrere Lokalradios nichts Außergewöhnliches, in NRW immer noch eine Ausnahme. Auch Radio Mülheim und Radio Oberhausen senden aus einem Gebäude in Oberhausen, ab Januar dann Radio Ennepe Ruhr und Radio Wuppertal aus Wuppertal und in Zukunft auch Radio Herford und Radio Westfalica den gemeinsamen Räumen aus Bad Oeynhausen.

VG-Vorstandsmitglied Jörg Prostka, Landrat Olaf Schade und Chefredakteur Georg Rose (Foto: © Niemann / Ennepe-Ruhr-Kreis)

VG-Vorstandsmitglied Jörg Prostka, Landrat Olaf Schade und Chefredakteur Georg Rose (Foto: © Niemann / Ennepe-Ruhr-Kreis)

„Besonders freut mich, dass wir einen sehr erfahrenen Moderator für die Morgensendung gefunden haben,“ sagt Rose. Namen werden jedoch noch nicht offiziell verkündet. Wer genau in die Radio-WG einzieht, soll später verraten werden. Die neue Redaktion soll nach dem Neustart die ganze Vielfalt des Ennepe-Ruhr-Kreis abbilden. Ein schwieriges Unterfangen, denn „es gibt kein eindeutiges Lebensgefühl Ennepe-Ruhr, wie wir das aus anderen Regionen in NRW kennen,“ sagte Rose Radioszene.de im September.

 

„Ein eigenes Lokalradio ist wichtig für die Vielfalt der Medien für den Kreis.“ (Olaf Schade, Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises.)

 

Im Dezember wollen sich die festen und freien Mitarbeiter*innen an vielen Stellen im Ennepe-Ruhr-Kreis vorstellen. Den Anfang machte Rose beim Landrat Olaf Schade und berichtete über die Vorbereitungen. Der Ennepe-Ruhr-Kreis beteiligt sich an der „Lokalradio Ennepe-Ruhr Betriebsgesellschaft mbH &Co. KG“ mit 125.000 Euro und stellt einen Gesellschafterdarlehen in gleicher Höhe bereit. Die restlichen Anteile steuert die PFD Pressefunk bei, eine 100 % Tochtergesellschaft der Rheinische Post Mediengruppe aus Düsseldorf.

Gemeinden, Gemeindeverbände und kommunale Träger haben bis zur Zulassung der Veranstaltergemeinschaft das Recht, eine Beteiligung an der Betriebsgesellschaft mit insgesamt bis zu 25 Prozent der Kapital- und Stimmrechtsanteile zu verlangen, schreibt das Landesmediengesetz NRW im § 59, Absatz 5 vor. Der Kreistag stimmte mit großer Mehrheit für die Beteiligung.

Rückblick

Seit Anfang der 1990er Jahre beteiligte sich der Ennepe-Ruhr-Kreis an der damaligen Betriebsgesellschaft (BG) zuerst mit 25 Prozent und verminderte seinen Anteil bis auf unter 1 %, erfuhren Mitglieder des Ausschusses für Kreisentwicklung, Mobilität u. Klimaschutz während ihrer September-Sitzung. Ein früherer Gesellschafterdarlehen in Höhe von rd. 362.000 Euro diente zur Abdeckung der Fehlbeträge. Die jährlichen Verluste der alten BG beliefen sich kumuliert auf rd. 6,4 Mio. Euro. Die Funke Mediengruppe war nicht bereit weitere Verluste zu tragen und kündigte den Vertrag mit der Veranstaltergemeinschaft. Die PFD Pressefunk erklärte sich im Frühjahr 2021 bereit die neue Betriebsgesellschaft zu stellen und investiert gemeinsam mit dem Kreis in den Neustart des Lokalradios.

 

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