The Radio Group: Städteradios mit Leib und Seele

Veröffentlicht am 15. Okt. 2014 von unter Deutschland

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Lokalfunkserie: Die Städteradios von The Radio Group

Ein Besuch von Redakteur Hendrik Leuker bei Antenne Kaiserslautern und Antenne Frankfurt 95.1 im Herbst 2013

Die Radio Group verfügt nunmehr über 19 Stationen in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen und in Brandenburg. Im Jahr 2003 wurde diese durch Geschäftsführer Stephan Schwenk (50) zusammen mit dem damaligen Mitgesellschafter Olaf Hopp gegründet,nachdem es seit 2001 bereits eine GmbH ohne Funktion gab. Hopp ist heute bei der Jugendradiokette NRJ für den außerfranzösischen Bereich verantwortlich.  Schwenk, der seinen Einstieg ins Radiogeschäft als Minderheitsgesellschafter bei Spreeradio (Berlin) unternahm, wurde seinerzeit Mehrheitsgesellschafter bei Radio Cottbus und Antenne Koblenz. 2011 verließ Olaf Hopp die Radio Group und übertrug seinen Anteil an Stephan Schwenk.

Das Besondere an der Radio Group ist, dass erstmals in der Geschichte des deutschen Privatfunks ein von etablierten Verlagsgruppen oder Medienkonzernen unabhängiges, inhabergeführtes Unternehmen Lizenzen zum Aufbau einer Radiosenderkette zugesprochen bekam.

 

Schwerpunkt Rheinland-Pfalz

Von den heute 19 Stationen – zuletzt kam Antenne Frankfurt hinzu – senden 11 Stationen der Radio Group im Schwerpunkt-Bundesland Rheinland-Pfalz, die meisten davon wurden 2007 lizenziert und starteten im Jahr 2008:
Antenne Koblenz (seit 2003), Antenne Kaiserslautern, Radio Pirmasens, Antenne Pfalz (Neustadt/Weinstraße), Antenne Landau, Antenne Bad Kreuznach, Radio Idar-Oberstein, Antenne Zweibrücken, City-Radio Trier, Radio Wittlich und Eifel Radio (Bitburg), das seit Herbst 2012 sendet.
Vier Stationen sind im Saarland beheimatet (Radio Saarbrücken, Radio Homburg/Saar, Radio Merzig und Radio Neunkirchen), drei Stationen in Brandenburg (Radio Cottbus, Radio Frankfurt/Oder und Radio Potsdam) und eine Station seit Anfang 2013 in Hessen (Antenne Frankfurt).

Inzwischen hat die Radio Group die von Investitionen geprägte Wachstumsphase hinter sich gelassen und befindet sich heute in der Konsolidierungsphase, bei der es darum geht, Marktanteile zu festigen und Gewinne zu erwirtschaften.
Der strategische Ausbau der Radio Group scheint damit vorläufig an sein Ende gelangt zu sein: „Grundsätzlich ja. Man kann so etwas aber nicht planen. Wir müssen flexibel sein, wenn Sendelizenzen ausgeschrieben werden.“, gibt Schwenk zu bedenken. Es gäbe da noch einige attraktive Standorte wie z.B. die Stadt Brandenburg an der Havel.

Radio Group-Geschäftsführer Stephan Schwenk (Bild: Hendrik Leuker)

Radio Group-Geschäftsführer Stephan Schwenk (Bild: Hendrik Leuker)

Heute hat die Radio Group als zentrale Dienstleistungsgesellschaft für die Sender 200 Mitarbeiter, darunter 130 feste und 70 freie Mitarbeiter. Diese arbeiten als Redakteure, Moderatoren, DJs, Mediaberater, Verkäufer, Disponentinnen, Werbespotproduzenten, im Hörerservice und als Volontäre und Azubis.
Einige Redaktionen und Zuständigkeiten sind bei der Radio Group zentralisiert wie die Musikredaktion (Bad Kreuznach), die Technische Leitung, die Spotredaktion (Werbespots) und die Geschäftsführung (Kaiserslautern), die Weltnachrichten kommen vom Rundfunkwerke Audiodienst aus Berlin (Geschäftsführer Oliver Dunk). Vor Ort befindet sich der jeweilige Studioleiter und die Lokalredaktion sowie die Moderatoren.

Hauptgesellschafter der Radio Group heute ist der Gründer und Geschäftsführer Stephan Schwenk mit einem Anteil von 74 %, dessen Mitgesellschafter Florian Schuck (20 %) sowie kleinere Gesellschafter wie Radio Korreckt und die Interessensgemeinschaft Lokalradio e.V. (die beiden letzteren zu je 2,6 %).
Eine Besonderheit stellt wegen eines Gesellschafterstreits der Sender Antenne Mainz dar, der von einigen Lesern in der oben erfolgten Aufzählung womöglich bereits vermisst wurde: Da der ehemalige Gesellschafter der Radio Group Vittorio Nobile im Falle Mainz eine Gegenbewerbung zu den übrigen Gesellschaftern abgab und diese Lizenz zuerteilt bekam, sahen die übrigen Gesellschafter darin ein illoyales Verhalten und einen Verstoß gegen den Gesellschaftervertrag. Man einigte sich schließlich darauf, dass Nobile aus der Radio Group ausscheidet und seine Mainzer Lizenz behalten darf.

Die Stationen der Radio Group verfügen über keinen einheitlichen Claim: „Unsere Stationen haben kein einheitliches Format und kein Mantelprogramm. Jede Sendestation macht vielmehr das Programm, das für den jeweiligen Markt passt. Von daher haben wir keinen übergreifenden Claim.“, erläutert Schwenk. Zu 50% ist die Musikfarbe der einzelnen Stationen gleich. Die andere Hälfte wird auf den jeweiligen Markt abgestimmt: In Pirmasens und Saarbrücken z.B. hört man eher ältere Musik wie Schlager und Bestseller der 80er Jahre, in der Studentenstadt Trier spielt City-Radio Trier ein Hot AC-Format mit Chartstürmern; am neuen Standort Frankfurt am Main dominiert die aktuelle Chartmusik. Das Programm in der Main-Metropole ist „großstadtmäßiger“ (Schwenk), sowohl was Musikauswahl als auch die Lokalnachrichten angeht.

Die Stadtradios der Radio Group in Rheinland-Pfalz sind in ihren Kernsendegebieten zusammengenommen die am meisten gehörten Sender. „In Kaiserslautern hat Lokalradio z.B. mehr Hörerinnen und Hörer als die Mitbewerber SWR 3 und RPR zusammen, bezogen allein auf das Stadtgebiet Kaiserslautern“, betont Schwenk. Gibt es dafür ein Erfolgsrezept? „Wir machen Radio mit Leib und Seele. Es geht uns nicht nur ums Geld verdienen, sondern darum, das Selbstwertgefühl für die Stadt zu heben.“, fügt Schwenk hinzu.

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Antenne Kaiserslautern Eingangsbereich (Bild: Hendrik Leuker)

 

Zu Besuch bei Antenne Kaiserslautern

Antenne Kaiserslautern wurde 2007 lizenziert und nahm am 31.Mai 2008 den Sendebetrieb auf. Die Station gehörte von Anfang an zur Radio Group, da es sich bei dieser um die Lizenzerwerberin handelt. Zielgruppe sind 14-59jährige Hörer; die technische Reichweite liegt bei 240 000 Personen.

Die lokale Berichterstattung ist einer der Schwerpunkte bei Antenne Kaiserslautern wie auch eines jeden Städteradios der Radio Group. Die Programmverantwortlichen sehen darin den hauptsächlichen Einschaltimpuls neben der Musikfarbe für die Hörer.
Stündlich laufen lokale Schlagzeilen im Programm (06.03-18.03 Uhr); halbstündlich sind unter Aktuell um halb (06.30 Uhr-18.30 Uhr) kurze lokale Berichte aufzunehmen. Der Hörer soll, insbesondere was das Lokalgeschehen angeht, nichts verpassen und es möglichst zuerst auf der Antenne erfahren. „Im Prinzip funktioniert unser Sender wie ein Lokalteil in der Zeitung; nur aktueller und unmittelbarer“, umreißt Programmdirektor Tobias Gebhard (25) den Anspruch an seinen Sender.

Programmdirektor Tobias Gebhard von Antenne Kaiserslautern (Bild: Hendrik Leuker)

Programmdirektor Tobias Gebhard von Antenne Kaiserslautern (Bild: Hendrik Leuker)

Zum Lokalgeschehen gehören Beschlüsse des Kaiserslauterner Stadtrats genauso wie das Wirtschaftsgeschehen, etwa wenn der Bauantrag eines Möbelmarktes genehmigt wurde, bis hin zu Live-Übertragungen von den Heim-und Auswärtsspielen der „roten Teufel“, des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern (II. Fußball-Bundesliga/ „Die Betze-Show“) und den aktuellen Tagestemperaturen.
„Wir stehen auch in ständigem Kontakt mit der Polizei und der Feuerwehr. Auch Katastrophenmeldungen kommen im Programm vor.“, ergänzt Gebhard, der auch Moderator der Morgensendung „Perfekt geweckt“ (werktags 6-9 Uhr) ist.

Als Nachrichtensprecher fungiert neben ihm Nektarios Bamiatzis, der bei „Deutschland sucht den Superstar“ 2003 (RTL) den 7. Platz belegte. Anschließend ging er zum Radio und kam über den baden-württembergischen privaten Bereichssender ANTENNE 1 (Stuttgart) 2012 zu Antenne Kaiserslautern. Dieser kümmert sich auch um die Kult-Rubrik Babyalarm, die auf einigen Sendern der Radio Group läuft: Im Fall von Kaiserslautern ruft Bamiatzis jeden Morgen gegen 7.45 Uhr bei der Westpfalz-Klinik an, um zu erfahren, ob neue Erdenbürger das Licht der Welt erblickt haben.

Nachrichtensprecher Nektarios Bamiatzis (Bild: Hendrik Leuker)

Nachrichtensprecher Nektarios Bamiatzis (Bild: Hendrik Leuker)

Der lokale Claim von Antenne Kaiserslautern lautet nunmehr: „Die neueste Musik in Rheinland-Pfalz“ nachdem zuvor schon eingängige Claims wie „ das lauterste Radio der Welt“ und „ Wir lieben die Pfalz-wir lieben Musik“ zum Zug kamen.
Als Subclaim fungiert das subtile Motto „Antenne Kaiserslautern-jeden Tag den ganzen Tag“.

Antenne Kaiserslautern fördert auch lokale Musiker: Am Mittwoch von 18.40- 18.50 Uhr werden lokale Bands oder Einzelinterpreten in sog. Mini-Interviews in der Rubrik Lautrer Musik vorgestellt. „Wir promoten auch den Auftritt von Musikern in Jugendzentren und Clubs.“, fügt Gebhard hinzu.

Die Verpackung von Antenne Kaiserslautern weicht nicht vom großen Rest der Radio Group-Stadtradios ab: „Da fällt mir nur unser ortsbezogener Jingle (Antenne Kaiserslautern 96.9; der Verf.) ein“, so Gebhard. Antenne Kaiserslautern ist vorwiegend als Stadtradio konzipiert und auf 96,9 MHz etwa bis zu 30 km über die Stadt hinaus auf UKW zu hören.

Zum Zeitpunkt meines Besuches im Herbst 2013 waren der „Rocktober“ mit halbstündlich aufgelegten Classic-Rock-Titel der 70er bis 90er Jahre sowie der „Antenne Kaiserslautern-Adventskalender“, bei dem die Hörer raten müssen, was sich hinter den einzelnen Türchen verbirgt, die gerade aktuellen Programminnovationen, die es das ganze Jahr hindurch gibt.

Programmdirektor Tobias Gebhard stellte im September 2013 zudem den Weltrekord für eine „Unterwasserradiosendung“ auf. Der ausgebildete Sporttaucher brachte es auf 5 Stunden und 17 Minuten.

Studio von Antenne Frankfurt 95.1 (Bild: Hendrik Leuker)

Studio von Antenne Frankfurt 95.1 (Bild: Hendrik Leuker)

 

Radio mit Philosophie

Was die Vorstellung von der Hörerschaft angeht, so hat man bei der Radio Group keine Musterfamilie XY im Sinn. Mit einer breiten Mischung in Themenauswahl und Veranstaltungstipps versucht man, die breite Masse anzusprechen.

Für das Grundkonzept der Radio Group wird der Begriff Philosophie auf der Website der Radio Group verwendet. „Dieser Begriff ist nicht zu hochgestochen“, betont Axel Musolff (52) , Leiter Marketing und Vertrieb der Radio Group, studierter Publizist und zuvor bei Werbeagenturen, in der Radiovermarktung bei der IP Deutschland (RTL Group) und der ARD S&S, sowie bei Sky Radio (Kassel) und RPR tätig.

„Wir sind da, wo die Leute sind und versuchen in den einzelnen Regionen, die Leute ins Programm zu holen. Wir haben oft Bürger im Studio, die nicht alle schon Medienerfahrung haben. Vom Oberbürgermeister bis hin zu den Vereinen an den einzelnen Orten. Zudem kommt die Radio Group zu den Leuten: Wir bestreiten 400 Events im Jahr.“, führt Musolff hierzu aus. Außerdem werden nach Möglichkeiten Menschen aus den jeweiligen Regionen in den Sendern der Radio Group beschäftigt, sei es im Programm wie in der Verwaltung. Lokalkolorit und das Setzen lokaler Themen geht vor Musikdudelei. Radio mit Leib und Seele und nah bei den Leuten – so lässt sich die von der Radio Group verfolgte Radiophilosophie umschreiben.

Moderator Tobias Zapp im Studio von Antenne Kaiserslautern (Bild: Hendrik Leuker)

Moderator Tobias Zapp im Studio von Antenne Kaiserslautern (Bild: Hendrik Leuker)

Die Hörgewohnheiten schwanken natürlich von Ort zu Ort – das fängt schon mit dem Musikprogramm an: „Das Musikformat ist nicht an jedem Ort gleich. In der Studentenstadt Trier kommt eher ein Hot-AC-Format an mit mehr Titel aus den Charts, in Pirmasens eher ein Middle of the Road (MOR)-Format mit vielen Titeln aus den 80ern.“, erklärt Musolff.

Im Fall der Radio Group kommt hinzu, dass die technische Reichweite der einzelnen Sender höchst unterschiedlich ist. So versorgt Radio Merzig ca. 26 000 Personen, Antenne Frankfurt hingegen 3,2 Millionen Personen als potentielle Hörer. „Daraus ergeben sich höchst unterschiedliche Anforderungen an den Verkehrsservice, an die Auswahl im Veranstaltungskalender sowie an die Platzierung der Lokalnachrichten“, fügt Musolff hinzu. Eines haben die Stadtradios der Radio Group gemeinsam: Regionale Meldungen werden in den Vordergrund gestellt, da sie ein elementares Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb unter den Sendern sind.

Wie erreichen die Städteradios der Radio Group Hörerbindung? „Wir machen Veranstaltungen und präsentieren Konzerte; so veranstalten wir z.B. „Rock im Park“ in Bad Kreuznach oder Firmenläufe wie in Cottbus mit 6000 Anmeldungen. Auch führen wir Meinungsumfragen zu lokalen Themen durch.“, ergänzt Musolff.

Hat die Radio Group gefühlte Konkurrenz im Äther? „Wir haben eigentlich keine Konkurrenz. Wir spielen kein bestimmtes Musikprogramm, sondern senden ein Programm, das auf lokalen Inhalten basiert. Das kann in Rheinland-Pfalz kein anderer Sender so wie wir; im Saarland nur bedingt. Andere vergleichbare Programme sind nicht existent“, führt Musolff hierzu aus.

Auf Nachfrage macht Musolff dennoch eine kleine Ausnahme: „Wenn Sie so wollen, ist das regionale RTL Radio 93.3 und 97.0 (wurde am 23.12.2013 eingestellt; d. Verf.) am ehesten eine Konkurrenz, da man dort ebenso eine bestimmte Region (die sog. Großregion Saarlorlux, Ostbelgien und das Rheinland; der Verf.) im Visier hat. Aber nur in Bezug auf die Sender Cityradio Trier, Radio Merzig und Radio Saarbrücken sowie dem Eifelradio Bitburg.“, schränkt Musolff ein.

Im Vorraum von Antenne Frankfurt 95.1 (Bild: Hendrik Leuker)

Im Vorraum von Antenne Frankfurt 95.1 (Bild: Hendrik Leuker)

 

Zu Besuch bei Antenne Frankfurt 95.1

Gewerbegebiet Rüsselsheimer Straße – dort residiert nunmehr Antenne Frankfurt 95.1, das am 12.05.2013 auf Sendung ging, nachdem es im Januar 2013 lizenziert wurde. Es ist der bislang neueste Zuwachs innerhalb der Radio Group. Radio an diesem Standort hat Tradition – mit schwankendem Erfolg bislang: Ab 1999 gab es das FAZ Businessradio der gleichnamigen überregionalen deutschen Tageszeitung, daraufhin ab 2001 das Frankfurt Business Radio, ab 2003 wurde dieses wiederum von Main FM abgelöst und zuletzt gab ENERGY Rhein-Main diesen Standort auf (2010-2013).

Den Unterschied zu den übrigen Stadtradios der Radio Group sieht Programmdirektor Andreas Schmidt (42) bei Antenne Frankfurt, das ebenfalls 14-59jährige Hörer als Zielgruppe hat und eine technische Reichweite von 3,2 Millionen Personen aufweist, wie folgt: „Unsere Region und damit unser Sendegebiet ist viel größer. 80% unserer Themen behandeln den Schwerpunkt Frankfurt am Main; 20% die übrige Region. Einer unserer Schwerpunkte sind Wirtschaftsthemen. Diese stehen bei uns im Vordergrund. Es ist für uns ein Thema, wenn Autobauer Opel die Produktion drosselt oder was sich bei DAX-notierten Unternehmen an der Börse tut. Zudem ist die heimische Landwirtschaft thematisch gesetzt wie z.B. die Apfelweinernte in den Keltereien“, führt Schmidt aus. Die Behandlung von Wirtschaftsthemen mit regelmäßigen Business-News nach den Welt-und Lokalnachrichten gehören zur Erfüllung der Lizenzauflagen.

Programmdirektor Andreas Schmidt von Antenne Frankfurt (Bild: Hendrik Leuker)

Programmdirektor Andreas Schmidt von Antenne Frankfurt (Bild: Hendrik Leuker)

 

Das Sendegebiet geht dank sieben weiterer Frequenzen weit über das Stadtgebiet Frankfurt (Stadtfrequenz: 95,1MHz) hinaus und erfasst die Metropolregion Rhein-Main, nämlich Neu-Isenburg, Maintal, Wiesbaden, Offenbach, Wetzlar, Gießen, Hanau und Darmstadt. Derzeit befinde sich noch keine Sendung oder Senderubrik im Programm, mit deren Hilfe lokale Bands gefördert würden. „Das ist für Anfang 2014 geplant. Ein Konzept steht dazu noch nicht fest“, entgegnet Schmidt. Einen weiteren Unterschied zu den übrigen Städteradios macht Schmidt in der Verpackung seines Programms aus: Auf das News-Update und das Mainhattan-Wetter folgt der Traffic Report und die Radar-Control. Das Musikformat wird geprägt von einer Vielzahl aktueller Titel.

Die Nachrichten kommen aufgrund der hohen Konkurrenzdichte um zehn vor und als Update um zehn vor halb. „Wir haben eine komplett andere Verpackung durch ein anderes Jingle-Paket. Unser Programm ist urbaner; man kann es eher mit 104.6 RTL Berlin oder Radio Hamburg vergleichen als mit anderen Städteradios der Radio Group.“, erläutert Schmidt. Die lokalen Nachrichten von Frankfurt am Main finden sich häufig auch in überregionalen Tageszeitungen (wovon zwei wiederum aus Frankfurt am Main kommen). Wie geht man mit diesem Faktum um? „Frankfurter Themen wie das Begräbnis des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, das Nachtflugverbot beim Flughafen, Hausbesetzungen, das Occupy-Camp, die IAA und die Buchmesse sind in der Tat oft bundesweit in den Schlagzeilen. Unsere Aufgabe ist es dabei, den Frankfurter Aspekt herauszuarbeiten“, verdeutlicht Redaktionsleiter Klaus Bente (49).

Mischpult im Studio von Antenne Frankfurt 95.1 (Bild: Hendrik Leuker)

Mischpult im Studio von Antenne Frankfurt 95.1 (Bild: Hendrik Leuker)

 

Mein persönliches Fazit

Mit dem Beitrag über die Städteradios der Radio Group endet meine Lokalfunkserie bis auf weiteres. Eine mögliche Ausbreitung des Lokalfunks ist derzeit für Schleswig-Holstein und Niedersachsen im Gespräch. Die beiden letzten Kapitel aus Sachsen und dem Südwesten zeigen, dass Lokalnachrichten und lokale Themen nicht als Alibi für Musikberieselung dienen, sondern das Programm bürgernah strukturieren. Über Bayern ließe sich gleiches schreiben.
Nordrhein-Westfalen weicht davon ab, da die Lokalsender noch journalistischer geprägt sind und einen noch höheren Wortanteil aufweisen – dort ist der öffentlich-rechtliche WDR mit 25 % am Privatfunk beteiligt
In Baden-Württemberg, in dem sich aber auch schon die Öffentlich-Rechtlichen gerne privat gerieren, erinnern die privaten Regional- und Lokalsender dagegen eher an Musikteppiche mit lokalen Einsprengseln.

 

Updates

Programmdirektor und Morgenmoderator Tobias Gebhard hat Antenne Kaiserslautern 96,9 und die Radiogroup verlassen und wechselte zum Privatsender Antenne 1 in Stuttgart. Sein Nachfolger wurde in beiden Funktionen Andreas Hinsberger (auf der Antenne: Andy Hintz).

Antenne Frankfurt 95.1 begann Mitte Dezember 2013 mit Live-Nachmittagssendungen aus einem gläsernen Studio in der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil, in der My Zeil, mitten im Herzen Frankfurts. Von dort aus wird die Sendung „Von 2 bis frei-der Nachmittag“ ausgestrahlt. Am Samstag von 20-22 Uhr wird seit Mitte Januar 2014 eine Live-Talk-Show mit Gästen zu aktuellen lokalen Themen, „Mein Frankfurt. Die Show“ , mit Hassan Annouri als Gastgeber gesendet. Es werden auf diesem Sendeplatz nach Angaben des Senders hochkarätige Gäste aus der Frankfurter Szene, Gastro, Fashion und Nightlife erwartet.

Ein im Mai angestrengtes Verfahren gegen die Radio Group wegen Insolvenzverschleppung wurde eingestellt.

Die Nachrichten der Radio Group werden nicht mehr vom Rundfunkwerke Audiodienst / GF Oliver Dunk bezogen. In der Woche produziert Antenne Frankfurt die Nachrichten, am Wochenende und feiertags der Audiodienst N-AUDIO der von GF Moritz Grosse geführten Nano-Comp. N-AUDIO wurde am 01. Mai 2012 gegründet und beliefert die Radio Group seit dem 13. September 2014 mit Nachrichten aus aller Welt.

Hendrik Leuker ist Redakteur des RADIO KURIER. (Alle Fotos: ©Hendrik Leuker)

 

Adressen und Frequenzen

The Radio Group GmbH
Am Altenhof 11-13
67655 Kaiserslautern

Tel: 0631/ 7500 777-116
Email: marketing@radiogroup.de

Internet: www.radiogroup.de
(Weitere Informationen zur Radio Group und den einzelnen Sendern der Gruppe).

Antenne Kaiserslautern
Funkhaus Am Altenhof 11-13
67655 Kaiserslautern

Tel: 0631/ 7500 777-0
Fax: 0631/ 7500 777-9
Email: info@antenne-kl.de
Internet: www.antenne-kl.de
Frequenz: 96,9 MHz (Fernmeldeturm Kaiserslautern/ Dansenberg) 0,48 kW
Antenne Frankfurt
Rüsselsheimer Str. 22
60326 Frankfurt am Main

Tel: 069 / 669 669 669
Fax: 069/ 669 669 111
Email: studio@antenne-frankfurt.de
Internet: www.antenne-frankfurt.de

Hauptfrequenz: 95,1 MHz (Frankfurt am Main/ Europaturm) 0,2 kW
& 7 weitere Frequenzen im Rhein-Main-Gebiet empfangbar zwischen Gießen/Wetzlar und Darmstadt.

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