“Berichte über Ableben des terrestrischen Rundfunks etwas übertrieben”

Veröffentlicht am 25. Feb. 2018 von unter Deutschland

Das Internet und der 5G-Mobilfunk werden mit IP-basierten Übertragungen klassische Broadcast-Techniken wie DAB+ und DVB-T2 überflüssig machen, so tönt es regelmäßig. Einer, der es wissen muss, hat sich nun hierzu geäußert: Der Münchner Funkmesstechnik-Spezialist Rohde & Schwarz.

Wendelstein (Bild: © Rohde & Schwarz)

Wendelstein (Bild: © Rohde & Schwarz)

So, wie Mark Twain einst schrieb, dass die Berichte über sein Ableben stark übertrieben seien, hat sich der Münchner Funkspezialist Rohde & Schwarz aktuell zur Frage geäußert, ob die klassische terrestrische Rundfunkabstrahlung nicht sehr bald durch IP-Übertragungen – also Zuführungen via Internetprotokoll, kabelgebunden und über Mobilfunk – ersetzt und damit überflüssig werde, ihr Ende also kurz bevor stehe:

Berichte über das Ende terrestrischer Abstrahlungen sind ‘etwas’ übertrieben.

Der Hersteller ist in beiden Bereichen – klassische Rundfunktechnik und GSM-Mobilfunk – verwurzelt und deshalb frei vom Verdacht, hier in irgendeiner Weise parteiisch zu sein.

Die Aussage: Zwar ist in den Ballungsräumen mittlerweile durchaus eine Radio- und Fernsehversorgung über ein Internetprotokoll möglich, ob per Festnetz oder Mobilfunknetz. Auf dem Land und vor allem in vielen anderen Ländern weltweit ist aber die klassische terrestrische Rundfunkversorgung auch für die nächsten 5 bis 10 Jahre noch konkurrenzlos, weil keine flächendeckende Internetversorgung ausreichender Bandbreite gegeben ist – ob über Mobilfunk mit 5G oder Kabel. Satelliten wiederum sind nur für den ortsfesten Empfang geeignet. Daran ändern auch bei 5G verfügbare Techniken wie Multicast nichts oder der Update 14 bei LTE, der nun reine LTE Broadcast (Download only)-Zellen ermöglicht.

Die Mehrzahl der Fernsehzuschauer empfängt auch heute noch über Antenne und in vielen Ländern sogar ausschließlich. Und auch, wenn der Münchner Hersteller an der Weiterentwicklung der Mobilfunknetze aktiv beteiligt ist, sieht er die klassische Broadcast-Technik noch lange nicht auf dem Abstellgleis.

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