Trauer um Achim Glück

Veröffentlicht am 16. Nov. 2018 von unter Deutschland

Achim Glück (Bild: privat)

Achim Glück (Bild: privat)

Achim Glück, einer der großen Radiostars der 90er Jahre in Süddeutschland, ist gestorben. Die Nachricht sorgte heute in Radiokreisen für eine Welle der Bestürzung.

Als die Radiosender noch echte Personalities ans Mikrofon ließen, begeisterte Achim seine Hörer mit frechen Sprüchen über das Tagesgeschehen, über Promis und am liebsten über andere Sender und Moderatoren, die er zum Teil während seiner eigenen Sendungen live on air anrief. Heute undenkbar.

Achim Glück startete seine Radiokarriere 1987 mit drei Ausgaben der “Südfunk 3 Fete”, die samstags ab 20 Uhr bei Südfunk 3 lief, der Popwelle des Süddeutschen Rundfunks (SDR). Sein großer Förderer war Matthias Holtmann, den er mit seinen selbstproduzierten Jingles auf sich aufmerksam machte.

Anschließend wechselte Achim zum damals aufkommenden Privatfunk in Baden-Württemberg und war unter anderem bei Seefunk Radio Bodensee, RMB Radio, Radio 7 Esslingen und Bürgerradio Stuttgart zu hören.

Die größte Bekanntheit erreichte Achim durch seine Personality-Shows bei Antenne 1 und Stadtradio Powerstation, die mit frechen Einspielern, spontanen Höreraktionen und den Anspielungen auf die Konkurrenz für Gesprächsstoff sorgten.

Für seine Serie “Legendchen trifft Legende” traf sich Achim Glück im Sommer mit Matthias Holtmann, beide inzwischen stark gesundheitlich angeschlagen, aber guter Dinge. Sogar die “Stuttgarter Nachrichten” berichteten über diese denkwürdige Rundfahrt der beiden einstigen Stuttgarter Radio-Ikonen.

Legendchen trifft Legende: Peter Stockinger im Rolls Royce mit Achim Glück (Bild: ©Achim Glück)

Legendchen trifft Legende: Peter Stockinger im Rolls Royce mit Achim Glück (Bild: ©Achim Glück)

Sein Erfolgsrezept beschrieb Achim einmal so: “50 Prozent liebten mich, 50 Prozent hassten mich, aber alle hörten zu.” Das griff ich in einem Artikel auf, in dem ich ihm das letzte Wort gab. Als ich Achim im Dezember 2014 davon berichtete, schrieb er mir:

 “Schon als Zehnjähriger langweilte mich das Programm. Ich hatte mir damals zum Ziel gesetzt, dass ich das ändern werde und beweisen werde, dass dies möglich ist. Ich bin stolz darauf, dass mir das gelungen ist und ich dabei sein durfte in einer Zeit, wo das noch möglich war. Das waren 25 harte und schöne Jahre!”

Achim, Du bleibst unvergessen.

 


Joern-Krieger-200

Jörn Krieger arbeitet seit 25 Jahren als freier Journalist für Medienfachdienste im In- und Ausland.

2004 gründete der Dipl.-Germanist den Medienboten, einen exklusiven Nachrichtendienst für Führungskräfte  der Medienbranche, und war bis 2010 dessen Chefredakteur und Herausgeber.

Zu seinem Portfolio gehören zudem die Moderation von Diskussionsrunden auf Medienkongressen, Hochschulseminare, Buchveröffentlichungen und Fachübersetzungen.

 

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