Deutschlandradio-Hörfunkrat tagte erstmals öffentlich

Veröffentlicht am 12. Sep. 2014 von unter Pressemeldungen

Mehr Transparenz bei Gremiensitzungen

Deutschlandradio-Funkhaus-Berlin-Markus-Bollen-smallDer Hörfunkrat von Deutschlandradio tagt künftig in öffentlicher Sitzung und hat dies zum ersten Mal am Donnerstag getan. Das 40 Mitglieder umfassende Gremium nahm einen entsprechenden Vorschlag zur Änderung der Geschäftsordnung einstimmig an. Auf Antrag des Hörfunkrates hatte der Verwaltungsrat des Senders mit einer Satzungsänderung am 18. Juni 2014 die Voraussetzungen für eine transparentere Gremienkultur geschaffen.

Frank Schildt, Vorsitzender des Hörfunkrates: „Die neue Öffentlichkeit unserer Sitzungen sendet ein wichtiges Signal. Beitragszahlerinnen und Beitragszahler haben ein Recht darauf zu erfahren, wie die öffentlich-rechtlichen Sender mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen. Das gilt auch für Deutschlandradio, dem für seine drei Programme 46 Cent des Gebührenaufkommens zur Verfügung steht.“

Das öffentliche Interesse an der Sitzung bestätige den eingeschlagenen Weg hin zu mehr Transparenz. Zusammen mit Deutschlandradio-Intendant Dr. Willi Steul hatte der Hörfunkratsvorsitzende schon im Vorfeld der Sitzung das Gespräch mit Unterzeichnern einer Petition gesucht, die auf eine Wiederaufnahme der nächtlichen Call-In-Sendung „2254“ abzielte: „Wir nehmen das Anliegen der Petenten ernst und begrüßen das Engagement für die konkrete Sendung. Hörfunkrat und Programmausschuss haben sich intensiv und gewissenhaft damit auseinandergesetzt. Fest steht: Die Veränderungen im Programm bei Deutschlandradio Kultur werden von den Mitgliedern des Hörfunkrats unterstützt und mitgetragen. Sie werden zur weiteren Profilierung von Deutschlandradio Kultur beitragen. Inhalte und Sendeschema sind jedoch nichts Statisches. Es gibt bereits heute eine Vielzahl von Sendungen mit Hörerbeteiligung. Der Hörfunkrat wird sich in seinem Programmausschuss im Dezember mit der Frage beschäftigen, ob und wie diese partizipativen Elemente noch weiter in den Programmen von Deutschlandradio gestärkt werden können.“
Die Qualität des neuen Angebots von Deutschlandradio Kultur wie auch der beiden anderen Programme bewertete der Hörfunkrat insgesamt sehr positiv. Der Programmausschuss hatte sich bereits am Vorabend ausführlich mit der Berichterstattung über den Krieg zwischen Russland und der Ukraine befasst. Dabei stellte sich der Ausschuss ausdrücklich hinter die Arbeit von Korrespondenten und Redaktionen und würdigte die anspruchsvolle Berichterstattung aus der Krisenregion.

Dr Willi Steul (Foto: Deutschlandradio)

Dr. Willi Steul (Foto: Deutschlandradio)

In der Hörfunkratssitzung wurde Intendant Dr. Willi Steul für das Jahr 2013 einstimmig entlastet. Daneben informierten sich die Hörfunkratsmitglieder über die Folgen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zu den ZDF-Aufsichtsgremien und die Ergebnisse der Media-Analyse 2014 II. In der halbjährlich durchgeführten Umfrage konnte Deutschlandradio sowohl Bekanntheit als auch Einschaltwerte weiter verbessern. Die Tagesreichweite des Deutschlandfunk an Wochentagen erreichte mit 1,712 Millionen einen neuen Rekordwert. In Sachsen und einigen anderen Ländern sind die Deutschlandradioprogramme Marktführer unter den gehobenen Programmen.

Zusätzlich hat der Hörfunkrat sich darauf verständigt, auf seiner Sitzung im Dezember einen nichtständigen Ausschuss „Unternehmensentwicklung von Deutschlandradio“ einzusetzen, der sich neben den Entwicklungen beim Deutschlandradio auch mit den aktuellen medienpolitischen Themen, die das Deutschlandradio betreffen, befassen wird. Der Ausschuss wird diese Themen für den Hörfunkrat vorbereiten.

Der Hörfunkrat besteht aus Vertretern der Länder und des Bundes sowie gesellschaftlich relevanter Gruppen. Er stellt die Richtlinien für die Sendungen von Deutschlandradio auf, überwacht deren Einhaltung gemäß der im Staatsvertrag aufgeführten Grundsätze und berät den Intendanten in Programmfragen. Der Hörfunkrat tritt mindestens alle drei Monate zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre.

Quelle: Deutschlandradio-Pressemeldung

Bericht Der Tagesspiegel:
Das Deutschlandradio will transparenter werden

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