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Bayern 2-WORTSPIELE-Preis 2023 für Antonia Baum

Antonia Baum ist zum Abschluss des Literatur-Festivals „WORTSPIELE 23“ in München für einen Auszug aus ihrem Roman „Siegfried“ mit dem Bayern 2-WORTSPIELE-Preis 2023 ausgezeichnet worden. Das Kultur- und Informationsradio des Bayerischen Rundfunks vergab den Literaturpreis am Freitagabend zum 20. Mal. Die besten Festival-Texte, ein Gespräch mit der Preisträgerin und die Lesung des preisgekrönten Textes sind bei BR Podcast sowie in der ARD Audiothek für 12 Monate verfügbar.

Antonia Baum (Bild: © BR)
Antonia Baum (Bild: © BR)

Aus der Jury-Begründung: Antonia Baum erzählt von einer Familie, die so merkwürdig ist, wie Familien eben sind. Von der Tochter, ihrer ‚traurigen, schönen Mutter‘, vom Stiefvater Siegfried und der Großmutter Hilde. Bei ihr wird das Kind untergebracht, wenn die Mutter ihren Mann auf Geschäftsreisen begleitet, damit er sie nicht betrügt. Man kennt sich nur zu gut, traut einander nicht und braucht sich trotzdem. Die Autorin ist eine sehr genaue Beobachterin. Mit besonderem Gespür für Details zeichnet Antonia Baum ihre Szenen, psychologisch subtil ihre Figuren. Sie erlaubt den Charakteren, die sie erfunden hat, vielschichtig zu sein. Im Persönlichen wird Gesellschaftliches sichtbar, die deutsche Geschichte klingt an, ohne dass dafür große Kulissen ausgemalt werden müssten. Das Düstere wird nicht düster erzählt, der Ton des Romans ist nuancenreich: melancholisch, humorvoll, mal irritierend, mal ganz auf den Punkt. Ein souveräner und sprachbewusster, ein auf lässige Weise origineller Text.“

Zur Jury gehörten die Autorinnen Dana von Suffrin, Lena Gorelik und die BR-Literaturkritikerin Beate Meierfrankenfeld.

Antonia Baum, geboren 1984, ist Schriftstellerin und Autorin für die ZEIT. Ihre Bücher – zuletzt der Roman „Tony Soprano stirbt nicht“, das persönliche Essay „Stillleben“, und eine persönliche Bestandsaufnahme des Werkes von Eminem – haben große Resonanz erhalten.

Die Auszeichnung ist mit 2.000 Euro dotiert. Darüber hinaus erwartet die Gewinnerin ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium im Goethe-Institut Peking. Der ausgezeichnete Text wird auf Bayern 2 und bei einer öffentlichen Lesung in Peking präsentiert.

Michael Schmich