Freie UKW-Frequenzen in NRW: LfM eröffnet Konsultationsprozess

Veröffentlicht am 16. Nov. 2010 von unter Pressemeldungen

lfm-smallDie Landesanstalt für Medien NRW (LfM) startet im kommenden Jahr die Initiative „NRW digital“. „Dem Medienland Nordrhein-Westfalen kann die Digitalisierung einen regelrechten Schub verleihen“, sagte LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier heute aus Anlass eines Pressegespräches in Düsseldorf: „Digitalisierung verändert unseren Medienalltag und stellt auch die LfM vor neue Herausforderungen. Wir werden künftig noch stärker als bisher als Vermittler auftreten zwischen Nutzern und Industrie.“

Mit der neuen Initiative „NRW digital“ will die LfM Chancen der neuen digitalen Medien für die Kommunikation verdeutlichen und fördern. Gleichzeitig gelte es, so Jürgen Brautmeier weiter, die Risiken und Defizite bewusst zu machen und dabei zu helfen, sie zu beseitigen. Eine der zentralen gesellschaftlichen Fragestellungen sei, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Menschen habe. „NRW digital“ versteht sich als neutrale Einrichtung und als Garant für „Fairplay“. „Die Nutzer, die Geräteindustrie und die Medienunternehmen wissen, dass wir als öffentlich-rechtliche Einrichtung keine kommerziellen Interessen verfolgen“, sagte Brautmeier. Vermitteln wolle man deshalb zwischen unterschiedlichen Positionen, die derzeit beispielsweise bei der Einführung von „HD+“ bestehen.

Die Initiative der LfM ist auf mehrere Jahre angelegt. Im kommenden Jahr sind rund 1,2 Millionen Euro dafür eingeplant – vorbehaltlich der Zustimmung der LfM-Medienkommission zu den jeweiligen Projekten.

Geplant sei z. B. ein Beratungsangebot zur Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens im April 2012. Auf der Agenda stünden auch die Probleme und Risiken der Regelsetzung durch supranationale Akteure (Google, Apple, Facebook u. a.) oder das Thema „Persönlichkeitsrechte im Netz und Datensicherheit“.

Freie UKW-Frequenzen: LfM eröffnet Konsultationsprozess

Für die Neubelegung von sieben kürzlich frei gewordenen UKW-Frequenzen in NRW beginnt der Konsultationsprozess. „Wir laden alle Interessenten ein, frühzeitig das Gespräch mit uns zu suchen. Wir wollen die Interessen möglicher Antragsteller bündeln, damit wir eine fundierte Entscheidung treffen können“, sagte Dr. Jürgen Brautmeier.

Durch einen Frequenztausch am Sender Langenberg wurden sieben UKW-Sendefrequenzen frei: Essen (88,3 MHz), Bochum (89,3 MHz), Hagen (89, 4 MHz), Köln (89,9 MHz), Krefeld (90,5 MHz), Mülheim (93,7 MHz) und Dorsten (97,0 MHz). Wie und unter welchen technischen Gesichtspunkten die LfM die freien Frequenzen nutzen könnte, war Gegenstand eines Gutachtens, das im Auftrag der LfM vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) erstellt wurde. Aus dem Gutachten geht hervor, dass die freien Frequenzen für die bestehenden Lokalradios zu keiner nennenswerten Optimierung der Versorgung beitragen würden. Die Frequenzen könnten demzufolge nach Zuordnung durch das Land Nordrhein-Westfalen von der LfM für neue private Hörfunkveranstalter ausgeschrieben werden.

Ein großflächiges, zusammenhängendes Sendegebiet ergibt sich jedoch aus den sieben einzelnen Frequenzen nicht. „Die Stellungnahmen und Kommentare der Medienveranstalter auch zu dem gerade veröffentlichten Gutachten sind uns wichtig“, sagte Brautmeier: „Gerade im Hinblick auf eine transparente Gestaltung des Verfahrens freuen wir uns über einen regen Austausch.“

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