Stand: Dienstag, 22-Mär-2005 17:38

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Staatsanwaltschaft ermittelt bei Radio Maryja

Die Staatsanwaltschaft Danzig hat eine Überprüfung des nationalkatholischen Radiosenders Radio Maryja eingeleitet. Grund dafür ist ein Schreiben des ehemaligen polnischen Präsidenten Lech Walesa an den polnischen Justizminister in Reaktion auf eine ausgestrahlte Sendung, in welcher er der Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Geheimdienst SB bezichtigt wurde.

"Das Schreiben des ehemaligen Präsidenten wurde auf dem Dienstweg an die Staatsanwaltschaft Danzig weitergeleitet, da die Staatsanwaltschaft in diesem Fall verpflichtet ist, Lech Walesa als Zeugen zu hören", so Krzysztof Trynka, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber der polnischen Presseagentur PAP.

Der konkrete Fall betrifft eine von Radio Maryja ausgestrahlte Sendung, in der Walesa Zusammenarbeit mit dem SB vorgeworfen wurde. Tenor der Angriffe: Auf Seiten der Dissidenten habe es Spione des kommunistischen Geheimdienstes gegeben. Der Runde Tisch zwischen Opposition und kommunistischer Führung habe das polnische Volk verraten. Der Ex-Präsident wandte sich daraufhin in einem Brief an Justizminister Andrzej Kalwas, in welchem er die Offenlegung von Informationen fordert, die u. a. Aufsschluss über eine "mögliche" Zusammenarbeit mit dem SB gibt, und in welchem er beweisen wollte, dass er weder in der Zeit des "runden Tisches" noch zu irgendeinem anderen Zeitpunkt geheime Absprachen getroffen hat.

Walesa hat sich in der letzten Zeit häufiger negativ über den konservativ-katholischen Radiosender ausgelassen. So warf er dem Sender und dessen Betreiber, dem Redemptoristenpater Tadeusz Rydzik, vor, der polnischen Demokratie und dem Image der polnischen Kirche in der Welt Schaden zuzufügen. Ebenfalls machte sich Walesa dafür stark, dem in Torun beheimateten Sender die Geldquellen abzugraben. Der Sender finanziert sich in erster Linie aus Spenden, die teilweise in dunklen Quellen vermutet werden. Noch vor einer Woche entging Walesa aus diesem Grund im masurischen Gizycko knapp einer Schneeballattacke. Der Werfer, ein Mitglied der rechtsextremen Jugendorganisation Mlodziez Wszechpolska ("Allpolnische Jugend"), wurde festgenommen.


Eine von vielen Radio Maryja Antennen

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Radio Maryja

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