Stand: Sonntag, 15-Jul-2007 10:14

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Barth KG bringt "Little Mixer" auf den Markt

RADIOSZENE-Interview mit Rüdiger Barth

Die Barth KG steht seit vielen Jahren für professionelle Broadcast-Technik und bringt jetzt für die mobile Berichterstattung der ENG und SNG Teams den "Little Mixer" auf den Markt. "Der gute Ton macht den guten Bericht"! Das Konzept entstand bei der Zusammenarbeit mit den Redakteuren der easyLINK Satellitenübertragungseinheit, für die wir die GSM Fernsteuerungstechnik entwickelt haben. Was verbirgt sich hinter diesem "Little Mixer" wollte RADIOSZENE von Geschäftsführer Rüdiger Barth wissen.

RADIOSZENE: Was hat Sie veranlasst den "Little Mixer" als Produkt auf den Markt zu bringen?

Barth: Als Systemausrüster für Tonstudiotechnik, Tonaufnahmetechnik und Sendestudioeinrichtungen für den Hörfunk, hatten wir in den mehr als 36 Jahren unserer Firmengeschichte immer wieder die Möglichkeit, die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden bei ihrer täglichen Arbeit zu sehen und die dafür nötigen technischen Lösungen zu erkennen. Unsere System- und Entwicklungsingenieure haben dann, wenn gerade keine großen Projekte geplant und installiert wurden, ihr Wissen und ihre Kreativität in die Entwicklungen von Konzepten eingesetzt, um solche Anwendungsprofile, Technologien und Geräte zu entwickeln.

So entstand bereits zu Beginn des Jahres 1990 der erste Teil des heute weltweit im Einsatz befindlichen DIGIOSPOT Systems. Es war eins der ersten Systeme, das die Digitaltechnik im Hörfunk begründet hat.

Der "Little Mixer" wurde, anlässlich unserer Projektarbeit für die GSM basierende Fernsteuerung, der Satellitenübertragungsfahrzeuge easyLINK der Firma SATCOM-TV, aus dem Anforderungsprofil in der täglichen Arbeit der Fernsehredakteure konzipiert, die mit den easyLINK Fahrzeugen ihre täglich aktuelle Berichterstattung produzieren und live über Satellit zum Sender schicken.

Die Kameratechnik, die zum Einsatz kam, waren professionelle und sehr teure Produkte. Das teuerste war gerade gut genug und die Laptops, auf denen aufgezeichnet und Bild-und Tonbearbeitung erfolgten, waren auch nicht gerade die billigsten, aber die Einrichtungen zur Tonaufzeichnung auf dem Laptop und zum Abhören bestanden aus den billigsten Konsumer Kleinmischpulten und den wildesten Zusammenstellungen von Einzelgeräten, um den Ton auf die Harddisk des Laptops zu bekommen und beim Schnitt abhören zu können.

Was benötigt wurde, war eine kompakte kleine Mischpulteinheit mit hochwertigem Mikrofoneingang und einem Line Eingang für hochpeglige Signale, nicht mehr als zwei Flachbahnregler und vor allem ein USB Anschluss für den Laptop, der eine problemlose und qualitativ hochwertige Aufzeichnung gewährleistet.

RADIOSZENE: Worin bestehen die wesentlichen Vorteile des "Little Mixer" für den Anwender?

Barth: Der wesentliche Vorteil besteht in dem eingebauten USB Audio Interface der Firma DIGIGRAM, deren OEM Partner wir sind, und die uns eine USB Einbaukarte liefern, die gewährleistet, dass die Schnittstelle zum Rechner im "Plug and Play" immer und sicher mit hoher Qualität funktioniert. Keine billige aber eine zuverlässige Lösung. Ein Vorteil, den jeder Redakteur im aktuellen Einsatz zu schätzen weiß.

Ein zweiter wesentlicher Vorteil, des für diesen Aufgabenbereich zugeschnittenen "Little Mixer", besteht darin, dass nicht nur ein Kopfhöreranschluss vorhanden ist, sondern einer für den Moderator und einer für den Techniker, der die Aufnahme aussteuert, so dass auch im Team gearbeitet werden kann.

Darüber hinaus gibt es einen Lautsprecheranschluss, der bei der Schnittbearbeitung ein vernünftiges Abhören ermöglicht. Generell besteht der Vorteil darin, dass in der sehr kleinen handlich und robust aufgebauten Einheit eine Vielzahl an Funktionalität angeboten wird, die einfach und sicher bedienbar ist.

Der "Little Mixer" benötigt ein USB Kabel zum Laptop, einen 12 Volt Anschluss zur Autobatterie oder am zugehörigen 230 Volt Netzteil, sowie Mikrofon- und Kopfhörerkabel, um für die Aufnahme bereit zu sein. Dabei ist eine Kleinigkeit sogar einer der wichtigsten Vorteile: Keiner der Anschlüsse benutzt Miniklinken oder Plastikarmaturen. Professionelle Steckverbindungen ersparen dem Anwender unsichere Kontakte und gebrochene Kabel, das heißt, der Redakteur kann sich auch ohne Werkzeug und Lötkolben unterwegs sicher fühlen.

RADIOSZENE: In welchen Anwendungsbereichen bietet der "Little Mixer" optimale Lösungen für den jeweils gestellten Aufgabenbereich?

Barth: Grundsätzlich für das Aufgabengebiet der ENG und SNG Journalisten, Redakteure und Nachrichten-Teams, die täglich und weltweit unterwegs sind, um über das aktuelle Geschehen zeitnah und authentisch zu berichten.

Unterwegs muss der Journalist mit wenigen Handgriffen, einem Minimum an Geräten mit nur zwei oder drei Anschlusskabeln, schnell und sicher betriebsbereit sein und ebenso schnell zum nächsten Einsatzort wechseln können.

VEEJAY ist ein neuer Begriff der geprägt wurde, um die Journalisten und Redakteure darunter einzuordnen, die heute nicht mehr mit dem Bleistift (oder dem Textbearbeitungssystem auf dem Laptop) als Werkzeug auskommen, sondern von denen erwartet wird, dass sie Bild und Ton liefern. Eine neue Ausrichtung des Berufsbildes, das dem Bedürfnis des kreativen Journalisten entgegen kommt, der seinen Bericht in der Gestaltung mit Bild und Ton als Ganzes versteht.

Ob Fernsehen oder Hörfunk, der Zuschauer oder Hörer kann nicht mit der Berieselung aus der Film- oder Musikkonserve gewonnen werden, er erwartet, dass er auch aktuelle Informationen erhält, die sein tägliches Umfeld beschreiben und seine Zukunft bestimmen. Aktuell produzierte Beiträge sind nicht der billigste Content, der für die Fernseh- und Hörfunksender produziert werden muss. Schon aus diesem Grund muss der VEEJAY als Einmann-Unternehmen arbeiten können. Um das effektiv und qualitativ hochwertig zu bewältigen, benötigt er das entsprechende Handwerkszeug wie den "Little Mixer".


Der "Little Mixer" von Barth

RADIOSZENE: Hat der Bedarf die Richtigkeit des Konzeptes bestätigt ?

Barth: Ja durchaus. Wir haben nach der Vorstellung des ersten rudimentären Gerätes, das die Basisfunktionalität mit dem USB Interface bereits beherrschte, sofort die ersten Aufträge für das von uns vorgeschlagene Gesamtkonzept erhalten. Die erste Auftragswelle umfasste in wenigen Wochen bereits 56 Geräte, von den wir den größten Teil bis Mitte Juni dieses Jahres auch schon ausgeliefert haben. Ein großer Teil ist an die Auslandskorrespondenten der ARD in allen Teilen der Welt geliefert worden, von Südafrika bis Oslo, von Beijing in China über New York und Los Angeles bis Tokio.

RADIOSZENE: Wie sind die Resonanzen der Kunden?

Barth: Ich habe von den 40 Geräten, die in alle Welt verstreut sind, nur aus dem Nahbereich zwei Resonanzen. Das easyLINK Team des ZDF in Hamburg hat von sich aus angerufen um mir mitzuteilen, dass der "Little Mixer" sich als ideales Arbeitsmittel für den Ton offenbart hat, genau das ist, was gebraucht wird und die Arbeit wesentlich erleichtert hat. Der Arbeitsablauf ist sicherer , schneller und die Ergebnisse sind besser. Der nächste Anruf aus dem Nahbereich kam aus München und wurde durch einen Verbesserungsvorschlag ausgelöst, der darin besteht, dass die Vorverstärkungsanpassung beim Verwenden verschiedener Mikrofone zu umständlich ist, womit der Anwender recht hat, da er gerne zusätzlich zum Moderatormikrofon bei bestimmten Beiträgen auch mal ein Richtmikrofon verwendet. Hierfür müssen wir ein etwas besser bedienbares Bedienelement finden. Ansonsten hat er sich dann völlig gleichlautend zu dem Kollegen aus Hamburg geäußert.

Doch es gibt noch eine Resonanz aus Brüssel von einem Korrespondenten des WDR. Ich hatte ihn angerufen, da ich unser Mustergerät wieder haben wollte, aber, wie Journalisten so sind, tat er sich schwer den "Little Mixer" zurückzuschicken, da dieser so ideal für seine Arbeit war und Köln sein eigenes Gerät noch nicht bestellt hatte.

RADIOSZENE: Ein wichtiges Thema: Kosten? Was müssen Ihre Kunden für den "Little Mixer" bezahlen?

Barth: Für wen sind Kosten nicht wichtig? Wir wissen das, wissen aber auch, dass wir bei einem Preis, der noch in das Ausrüstungsbudget für den Journalisten passt, den Preis auf der Basis einer größeren Stückzahl in den Fertigungslosen niedrig halten können. Sicherlich können wir nicht den Preis eines kleinen Konsumer Mixers vorlegen, aber mit 1.765,00 € für das Einzelgerät mit Netzteil bieten wir ein sehr gutes Preis - Leistungsverhältnis.

RADIOSZENE: Wie lang ist die Lieferzeit?

Barth: Die Frage ist einfach zu beantworten: 3 bis 5 Tage, wenn aus dem letzten Fertigungslos noch Geräte am Lager sind, oder maximal 1 bis 6 Wochen, je nachdem wann das nächste Fertigungslos aus der Fertigung und Prüfung kommt.

RADIOSZENE: Eine Frage noch zu R.Barth KG. Sie haben die Firma zu Beginn der 70er Jahre in Hamburg mit dem Aufgaben-gebiet Akustik und Elektronik gegründet. Was waren Ihre Ziele, welche haben sie erreicht und welche haben Sie geändert?

Barth: Das ist eine Frage, die ich nur dann wirklich beantworten kann, wenn Sie die Zeit haben mehr als 35 Jahre einer sehr interessanten Zeit und eines interessanten Lebens zu erfassen, was man nun mal nicht in wenigen Worten zusammenfassen kann. Es sei denn, Sie geben sich damit zufrieden, wenn ich Ihnen sage, dass, als ich meine Firma gegründet habe, die Firma TELFUNKEN in Wolfenbüttel, für mich das große Vorbild war, für eine Firma die international professionelle Studiotechnik entwickelte und lieferte. Ich habe sogar im Jahr 1984 noch einen Liefervertrag für Telefunken Mischpulte im Wert von über 2 Millionen DM an Radio Cairo vermittelt. Für mich ist es eine persönliche Bestätigung, dass es die Firma R.BARTH KG noch gibt und mit ihrem Partner Tract Ltd. in St. Petersburg weltweit DIGISPOT und den "Little Mixer" liefert.

RADIOSZENE: Vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: Barth KG

Link:
R. Barth KG

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