
Die beteiligten Radiostationen rechnen mit einer baldigen Bewilligung, damit der geplante Start am 1. September 2010 eingehalten werden kann. In der ersten Ausbaustufe sollen rund 80 Prozent des kommerziellen Hörermarkts erreicht werden. Dafür rüsten die fünf Veranstalter insgesamt acht Sendeanlagen um. Die technische Projektierung liegt bei der Radio Trend AG in Zusammenarbeit mit der Ruoss AG. Parallel dazu arbeitet eine eigene Gruppe an Vermarktung und Programmkonzepten.
HD-Radio ermöglicht es, bestehende Programme digital zu verbreiten und zusätzlich neue Inhalte terrestrisch anzubieten. Dazu gehören auch Zusatzdienste wie Surround-Sound oder iTunes-Tagging. Mittelfristig wollen die Sender damit ihre Hörerbindung stärken und ihre Marktposition im jeweiligen Versorgungsgebiet ausbauen. Für die Veranstalter gilt HD-Radio als vergleichsweise kostengünstige und flexibel einführbare Technologie.
International ist das Verfahren bereits erprobt: In den USA, Brasilien und Mexiko nutzen rund 2.000 Radiobetreiber HD-Radio und senden darüber etwa 1.000 zusätzliche Programme. Auch in Europa gab es erfolgreiche Testläufe – unter anderem bei Radio Sunshine in der Schweiz. Die nationale Digitalisierungsstrategie setzt grundsätzlich auf DAB+ für sprachregionale und nationale Angebote. Für lokal-regionale Programme soll jedoch digitales UKW mit HD-Radio zum Einsatz kommen.
Empfangen werden kann HD-Radio über spezielle Endgeräte. Weltweit bieten bereits rund 50 Hersteller entsprechende Modelle für Autos, Mobiltelefone und Stereoanlagen an. Viele dieser Geräte sind auch für den europäischen Markt geeignet. Zum Start in der Schweiz werden außerdem Kombi-Empfänger im Handel erhältlich sein, die UKW, DAB+ und HD-Radio abdecken.
Wie funktioniert HD Radio™?
HD-Radio nutzt die bestehenden UKW-Frequenzen der Veranstalter. Dem analogen UKW-Signal werden zwei digitale „Rucksäcke“ hinzugefügt. Diese enthalten das analoge Programm in digitaler Form sowie zusätzliche Programme und Dienste. Der Leistungsbedarf der digitalen Rucksäcke liegt nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Er wird durch eine geringfügige Reduktion der analogen Sendeleistung ausgeglichen – für Hörerinnen und Hörer ist dieser Unterschied im Versorgungsgebiet nicht spürbar.
Technische und medienpolitische Regelung in der Schweiz
Die digitale Nutzung bereits zugeteilter UKW-Frequenzen ist in allen neuen Radiokonzessionen vorgesehen. Das betrifft die digitale Verbreitung des bestehenden, konzessionierten UKW-Programms. Weitere digitale Programme müssen gemeldet werden und sich auf das jeweilige Konzessionsgebiet beziehen.
Solche Zusatzprogramme dürfen auch von Dritten veranstaltet werden. Der Bundesrat hat dafür am 28. Oktober 2009 die Verordnung über Frequenzmanagement und Funkkonzessionen (FKV) angepasst. Mit Artikel 28a „Besondere Vorschriften für die digitale Nutzung von UKW-Frequenzen“ ist diese Möglichkeit seit dem 1. Januar 2010 offiziell zugelassen.
Links:
Regulierung zu Digital UKW für Lokalradios in der SchweizHD-Radio-Empfängerangebot in Nordamerika
Feldversuch Schweiz
Europäische HD-Radio Allianz
Ersteller /Entwickler der HD-Radio Technologi
HD Radio™ ist ein eingetragenes Markenzeichnen der iBiquity Digital Corp.










