Neue UKW-Frequenz-Kette in NRW geht an Metropol FM

Veröffentlicht am 23. Jan. 2015 von unter Deutschland

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Die elf verfügbaren UKW-Frequenzen in Nordrhein-Westfalen werden an den deutsch-türkischen Radiosender METROPOL FM vergeben. Dies beschloss heute (23. Januar) die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in ihrer letzten Sitzung der fünften Wahlperiode.

Elf Antragsteller hatten sich im Vorfeld um die Übertragungskapazitäten beworben. METROPOL FM ist bereits in anderen Bundesländern (u. a. in Berlin und im Rhein-Main-Gebiet) auf Sendung.

Metropol FMDer Kommissions-Vorsitzende Prof. Dr. Werner Schwaderlapp sagte zur heutigen Entscheidung: „Die Zahl der eingereichten Anträge und die Inhalte sprechen für die Attraktivität des Radiomarktes in Nordrhein-Westfalen. Die Medienkommission hatte eine Vorrangentscheidung zu treffen, bei der die Programmvielfalt und die Vielfalt der Programmanbieter abzuwägen waren. Nach intensiven Beratungen hat sie METROPOL FM als den Sender identifiziert, der mehr zur Vielfalt beiträgt als die anderen Bewerber.“

Jürgen Brautmeier (Bild: LfM)

Jürgen Brautmeier (Bild: LfM)

Die UKW-Kette war zu Beginn des letzten Jahres ausgeschrieben worden. In einem mehrstufigen Verfahren, zu dem auch eine Anhörung aller Antragsteller gehörte, hat sich im Ergebnis METROPOL FM als der nach den Auswahlkriterien des Gesetzes am besten geeignete Bewerber herausgestellt.

LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier sagte: „Die LfM ist sich der Bedeutung der Entscheidung für die Hörfunklandschaft in NRW bewusst. Die Auswahl von METROPOL FM ist eine Bereicherung im Sinne der Vielfalt und keine Entscheidung gegen den Lokalfunk. Der Hörfunk in Nordrhein-Westfalen steht unabhängig von dieser Entscheidung vor schwierigen wirtschaftlichen, technischen und strategischen Herausforderungen. Darüber sollte zügig mit allen Beteiligten und Interessierten gesprochen werden.“ (Quelle: LFM-Pressemeldung)

 

Erste Reaktionen auf die heutige LfM-Entscheidung

Ingo Brüggenjürgen (Bild: domradio)

Ingo Brüggenjürgen (Bild: domradio)

Ingo Brüggenjürgen, Chefredakteur vom Mitbewerber domradio:

“Wir haben uns tapfer von 11 Bewerbern auf den 2. Platz gekämpft, aber dafür können wir uns leider auch nichts kaufen.

Am Ende war die politische Großwetterlage leider auch nicht unbedingt für  uns… Nächste Woche starten wir dann wieder mit frohen Botschaften.”

DJV-NRW-small

Silke Bender Pressereferentin DJV-NRW: “Der DJV setzt sich stets für einen starken Lokalfunk in NRW ein und sieht in ihm einen wichtigen Akteur im lokalen Journalismus. Wir hätten uns über eine Stärkung des Lokalfunks durch den Zuspruch der Frequenzen gefreut – und auch über die Schaffung von einem Dutzend tariflich abgesicherter Arbeitsplätze.

Beide Aspekte – Stärkung des Lokalfunks und Schaffung von Arbeitsplätzen – sind aber leider keine Auswahlkriterien für die Medienkommission. Sie hat den gesetzlichen Auftrag, zwei ganz andere Aspekte zu berücksichtigen: den Hinzugewinn von Vielfalt bei den Programminhalten und den Hinzugewinn von Vielfalt, was den Kreis der Programmanbieter betrifft.

Die Medienkommission hat diese Aspekte stärker bei „Metropol FM“ gesehen, u.a. weil sie bisher in NRW noch nicht nennenswert verbreitet werden und damit ganz neue Zielgruppen ansprechen.

Wie sich das auf den Lokalfunk auswirkt, muss sich zeigen. Einfacher wird es für ihn nicht, und das, wo er schon genug Probleme zu lösen hat. Einige sind durch den Gesetzgeber verursacht (durch die Änderungen beim Bürgerfunk), andere sind dem Markt geschuldet, wiederum andere auch hausgemacht.

Der DJV-NRW hofft, dass die Verantwortlichen im Lokalfunk und beim Mantelprogrammanbieter radio NRW nun zusammenhalten, um gemeinsam den anstehenden Herausforderungen durch einen neuen Player im Markt zu begegnen.”

Update vom 19.03.2015

deinfm-smallDie NRW-Verleger klagen gegen die Vergabe von elf UKW-Frequenzen an das türkischsprachige Metropol FM. deinfm-Chef Jan-Uwe Brinkmann bestätigte RADIOSZENE entsprechende Medienberichte.  Die Verleger hatten sich selber mit dem Jugendprogramm deinfm beworben, waren aber leer ausgegangen.

 

 

 

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