Funkhaus Nürnberg fordert 10% Lohnverzicht

Veröffentlicht am 03. Feb. 2010 von unter Pressemeldungen

Die Geschäftsführung des Funkhauses Nürnberg hat sich Ende November 2009 an die Belegschaft und den Betriebsrat gewandt und diese aufgefordert, in Verhandlungen über eine 10%ige Lohnkürzung einzutreten. Sollte der Betriebsrat hierzu nicht bereit sein, müsste auf anderem Wege eingespart werden. Zwar wird von der Geschäftsleitung geleugnet, alternativ mit Kündigungen gedroht zu haben, zugegeben wurde allerdings, dass so etwas natürlich im Raum stehe.

Nachdem der Betriebsrat jegliche Verhandlung zur Lohnkürzung abgelehnt hat, kam es zu einem ersten Sondierungsgespräch zwischen BJV und ver.di am 27.01.2009 in Nürnberg. Die Geschäftsleitung äußerte, dass auf Grund der Steuererleichterung die Lohnkürzung netto geringer ausfalle. Dies heißt nichts anderes, als dass die Steuererleichterungen von den ArbeitnehmerInnen an den Arbeitgeber weitergereicht werden müssen. Die Geschäftsführung wollte nur eine Beschäftigungssicherung für die nächsten 12 Monate zusichern.

Grund für die geforderte Maßnahme ist der Rückgang der Werbeerlöse. Im vergangen Geschäftsjahr hat das Funkhaus Ende 2008 nur knapp 3000,- € Verlust gemacht. Die Geschäftsleitung will bereits jetzt mögliche weitere Werbeeinbrüche kompensieren. Die Gewerkschaften sehen keinen Spielraum für eine derartige Lohnkürzung. Sie bedeutet nichts anderes, als dass die Bruttovergütung unter das Niveau von 2002 zurückfällt. Nach 6 Jahren Lohneinbußen gelang es den Gewerkschaften 2008, eine Lohnerhöhung von 4,1 % durchsetzen. Die angekündigte Lohnkürzung würde dies zunichte-machen.

Auf der anschließenden Mitgliederversammlung von ver.di und BJV lehnten nach intensiver Diskussion die Anwesenden einstimmig die Lohnkürzung ab. Sie forderten die Gewerkschaften auf, die Forderung nach einem Haustarifvertrag zu erneuern und gleichzeitig an die tarifpolitische Verant-wortung der Gesellschafter, Nürnberger Nachrichten, Abendzeitung, Müller Medien und Hubert Burda Media zu appellieren. Laut Geschäftsführung lehnen diese grundsätzlich einen Tarifvertrag ab. Die von den Arbeitgebern angedachte Lösung der Tolerierung einer Betriebsvereinbarung „Lohnkürzung“ durch die Gewerkschaften wurde abgelehnt.

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