„Radio ist kein Gerät, Radio ist Content“

Veröffentlicht am 26. Okt. 2014 von unter Deutschland

Medientage-Logo-200Die beiden Begriffe Radio und Streaming verbindet mehr als sie trennt. Deshalb seien Berührungsängste nicht zukunftsweisend: In diesem Punkt waren sich alle Teilnehmer eines Panels der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) im Rahmen der MEDIENTAGE MÜNCHEN einig. So stellte Ben Chapman, Head of Popular Music der Radio and Music Multiplatform bei der BBC, eingangs in seiner Keynote den Social-Music-Service „Playlister“ vor, mit dem die BBC seit gut einem Jahr erfolgreich ist: Darüber können Hörer die Musik, die sie über ein BBC- Programm gehört haben, in einer persönlichen Online-Playlist speichern und bei einem Partner- Musikstreamingdienst wie Spotify, YouTube oder Deezer hörbar machen.

Ben Chapman (Bild: Medientage München)

Ben Chapman (Bild: Medientage München)

„Das, was Radio die letzten neunzig Jahre so erfolgreich gemacht hat, muss endlich auch im Internet zu finden sein“, begründete Chapman diesen Schritt. Junge Zuhörer könne man nur noch ansprechen, wenn man seinen Content auf neuen Plattformen anbiete, den Content personalisiere und den Zugang zum Medium Hörfunk so einfach wie möglich mache. Ähnlich sah das Martin Baumgartner, Head of Business Development bei Swiss Radioworld: „Wir sind immer noch zu sehr auf die Radiogeräte fixiert. Aber in Zukunft ist Technik keine Barriere mehr, wir werden unsere Kunden überall erreichen können. Radio ist kein Gerät, Radio ist Content.“

Martin Baumgartner (Bild: Medientage München)

Martin Baumgartner (Bild: Medientage München)

Baumgartners Überzeugung lautet: „Unser Content muss dort stattfinden, wo die Hörer sind.“ In Bezug auf den Content gelte es, sich auf die originären Stärken des Radios zu besinnen. Die entscheidende Frage sei deshalb auch in Zukunft, welche Inhalte Hörfunk von anderen Angeboten unterscheiden. Diese Frage hat Kristian Kropp, Geschäftsführer von bigFM, längst für sich beantwortet: „Das, was uns verbindet, ist die Musik. Das, was uns unterscheidet, sind die Personalities.“ Deshalb setzte bigFM offline wie online bei Moderatoren und DJs voll und ganz auf Personalities. „Unser Ziel ist es, dass die Hörer unseren Personalities folgen – auf welcher Plattform der Welt auch immer.“ Dieser Fokus schließe aber die Kooperation mit Streaming-Diensten keinesfalls aus, ganz im Gegenteil: „Mit Spotify erreichen wir diejenigen, die uns sonst nicht hören.“ Aus seiner Sicht sei die kommende Herausforderung, die Radio und Streaming gemeinsam meistern müssen, einen Weg zu finden, Audiowerbung auf mobile Endgeräte zu bringen, sagte Kropp.

Kristian Kropp, Michael Krause (Bild: Medientage München)

Kristian Kropp, Michael Krause (Bild: Medientage München)

Den Ansatz der Koexistenz und Kooperation von Radio und Streaming teilte auch Michael Krause, Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz von Deezer: „Streaming ist kein Ersatz für das Radio, sondern eine Ergänzung für das Radio.“

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