Die besten Radio Apps der Welt

Veröffentlicht am 18. Jun. 2014 von unter App-Tipps

Radio-Apps-Cridland-big_minFast jeder Radiosender haben heute ihre eigenen Radio Apps für das Smartphone, mit der man das Programm auch als Livestream hören kann. Aber Apps können mehr. Über die besten Radio-Apps der Welt berichtet der Radio-Futurologe James Cridland am 8. Juli 2014 auf den Lokalrundunfunktagen in Nürnberg. Einen kleinen Vorgeschmack auf seinen Vortrag gibt es jetzt im Google Hangout-Video. Das Interview mit James Cridland führte Katharina Bösch von BROADCAST-FUTURE:

BROADCAST-FUTURE: Auf den Lokalrundfunktagen 2014 werden Sie über „Die besten Radioapps der Welt“ sprechen. Was erwartet die Zuhörer in diesem Vortrag?

James Cridland: Ich werde darüber sprechen, was die besten Radio Apps ausmacht und welche Funktionen man in eine App einbauen kann, damit sie gut ankommt. Ich selber habe ja im März 2005 die allererste Radio-App der Welt auf den Markt gebracht. Die lief damals auf einem Nokia-Handy und bestand nur aus einem Senderlogo, auf das man klicken konnte, um das Liveprogramm des Senders zu hören. Viele Apps von Radiosendern sind im Wesentlichen heute noch auf diese Funktion beschränkt. Dabei wissen wir alle, dass Smartphones so viel mehr Möglichkeiten bieten. Deshalb stelle ich einige der interessantesten Neuentwicklungen von Radiosendern aus aller Welt vor. Einige davon lassen die Hörer viel intensiver in die Senderwelt eintauchen, als es bisher üblich ist.

BROADCAST-FUTURE: Können Sie uns ein Beispiel für eine solche App beschreiben?

James Cridland: Viele Leute verwenden ja ihre Smartphones, um sich morgens wecken zu lassen. Ein Teil der Radio Apps hat dafür schon eine eingebaute Weckerfunktion. Wenn ein Sender diese Funktion noch nicht anbietet, sollte er sich überlegen, sie einzubauen. Damit gibt er den Hörern die Möglichkeit, sich auch via Smartphone um sieben Uhr morgens von der gewohnten Morningshow ihres Lieblingssenders wecken zu lassen. Das ist keine ausgefallene Idee und eigentlich recht naheliegend, aber viele Radiosender bieten diesen Service noch nicht an.
Im zweiten Schritt ist es interessant zu sehen, wie Sender rund um diese Weckerfunktion neue Ideen entwickeln, um das Nutzererlebnis noch zu verbessern. Es gibt beispielsweise einen Sender in den USA, der eine Technik zur Personalisierung dieser Weckerfunktion entwickelt hat. Wenn man sich von der entsprechenden App wecken lässt, hört man die Moderatoren der Morning Show sagen: „Guten Morgen, wie geht´s Dir heute? Hier sind die wichtigsten Infos zum heutigen Tag für Dich.“ Dann bekommt man beispielsweise den Wetterbericht für den Tag. Anschließend sagt einer der Moderatoren beispielsweise „Heute haben folgende Deiner Freunde Geburtstag“, die Moderatoren lesen dann die Geburtsdaten der Freunde aus Facebook vor. Anschließend heißt es: „Und jetzt: mehr von Deiner Lieblingsmusik!“, dann wird in den Livestream des Radiosenders geschaltet. Man wird also mit persönlichem Bezug geweckt, die Moderatoren der Morgensendung werden eingebunden. Wenn man mehrere solche kleinen interessanten Bausteine zusammenfügt, kann man eine großartige App daraus machen.

BROADCAST-FUTURE: Wie können die Sender ihre Radio Apps sonst noch attraktiver machen?

James Cridland- (Bild: © Ulrich Köring)

James Cridland- (Bild: © Ulrich Köring)

James Cridland: Oft ist es doch so: Ein Radiosender hat eine einzige App. Die steht im AppStore in der Kategorie Radio, und das war´s. Da werden viele Chancen vergeben. Dabei gibt der Content, den der Radiosender täglich erzeugt, so viel Material für weitere Apps her! Ein gutes Beispiel dafür ist eine App von MMM, einem Rocksender aus Australien. Dieser Sender berichtet auch über die Spiele der australischen Football-Liga, der AFL. Damit sind sie sehr erfolgreich, und viele der Hörer sind große Football-Fans. Deshalb haben sie neben ihrer normalen Radioapp eine App rund um australischen Football. Dort findet man aktuelle Infos über die einzelnen Teams, Spielstände, den aktuellen Stand der Liga und so weiter. Das ist eine tolle Möglichkeit, aus der „Radio“-Ecke des App Stores in andere Abteilungen vorzudringen. Außerdem gibt es natürlich neue Möglichkeiten für den Verkauf, Der Sender hat die App an McDonald´s verkauft und damit eine Menge Geld verdient. Und obendrein bietet eine solche App die Chance, in Kontakt mit Footballfans zu kommen, die den Sender selbst noch gar nicht kennen. Die App ist also gleichzeitig ein Marketingtool. Genau solche neuen Herangehensweisen an das Thema Radioapps können dem Radio eine Menge interessante neue Möglichkeiten eröffnen.

Weiterführende Links:
BROADCAST-FUTURE
Lokalrundfunktage Nürnberg Programm

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