Bayerische Lokalradiosender gegen UKW-Verbreitung des BR-Jugendradios

Veröffentlicht am 29. Jan. 2014 von unter Pressemeldungen

VBL-smallWie die “Süddeutsche Zeitung” in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, plant der Bayerische Rundfunk (BR) eine Umwidmung von landesweiten UKW-Frequenzen, die derzeit vom Programm “BR Klassik” genutzt werden. Bereits seit Monaten gab es innerhalb der Radiobranche Gerüchte, dass der Bayerische Rundfunk beabsichtigt, sein Jugendradio “PULS” zukünftig auf diesen Frequenzen zu senden.

In der kommenden Sitzung des Rundfunkrates wird wohl konkreter über diese Pläne diskutiert. Bisher nutzte “PULS” vorwiegend digitale Übertragungswege und wurde innerhalb sog. Programmfenster auf UKW in “Bayern 3” übertragen.

“Bereits im Jahr 2006 hat der Bayerische Rundfunk erfolglos versucht ‘BR Klassik’ auf seinen UKW-Frequenzen durch ein Jugendradio zu ersetzen. Schon damals war klar, dass dies die bayerischen Lokalradios gefährden würde. Faktisch bekämen die gegenüber dem BR ohnehin benachteiligten Lokalradios einen neuen Mitbewerber im Programm- und Werbebereich. Darin sehen wir einen gebührenfinanzierten Verdrängungswettbewerb, der nicht akzeptabel ist”, kommentiert Willi Schreiner als 1. Vorsitzender vom Verband Bayerischer Lokalrundfunk (VBL) die aktuellen Entwicklungen.

Felix Kovac, der als 1. Vorsitzender dem zeitungsnahen Verband Bayerischer Rundfunkanbieter (VBRA) vorsteht, ist ebenfalls entsetzt über die aktuelle Berichterstattung. “Sollte sich bewahrheiten, dass der Bayerische Rundfunk ‘BR Klassik’ fallen lässt und auf UKW gegen das Jugendradio ‘PULS’ ersetzt, käme das einem Erdbeben innerhalb der bayerischen Rundfunklandschaft gleich. Das sehr sensible Verhältnis zwischen den bayerischen Privatradios auf der einen Seite und den Radiosendern des Bayerischen Rundfunks auf der anderen Seite würde komplett zu Ungunsten der privaten Anbieter verschoben.”

“Wir fordern daher faire medienpolitische Rahmenbedingungen für die bayerischen Lokalradios und sprechen uns vehement gegen die Jugendradiopläne des BR aus. Um mehr junge Hörer zu erreichen, muss es nicht zwingend ein eigenes Jugendradio des BR über UKW geben. Das ließe sich auch durch andere Maßnahmen erreichen”, sind sich Felix Kovac und Willi Schreiner einig.

Quelle: Pressemitteilung von VBL und VBRA.

Auch der VPRT kritisierte die Überlegungen, PULS auf die Frequenzen von BR-Klassik aufzuschalten (RADIOSZENE berichtete, inzwischen mit einer Stellungnahme des BR).

 

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