JIM-Studie 2013: Radionutzung über Smartphone sinkt

Veröffentlicht am 02. Dez. 2013 von unter Deutschland

JIM-Studie-2013-smallDas Internet spielt im Alltag von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Im Durchschnitt sind Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland 179 Minuten täglich (Mo-Fr) online. Der Großteil dieser Zeit wird nach Angaben der Jugendlichen für den Bereich Kommunikation verwendet, vor allem die Nutzung von Online-Communities spielt dabei für viele eine zentrale Rolle (75 % mindestens mehrmals pro Woche). Weitere Internet-Angebote, die besonders häufig von Jugendlichen genutzt werden, sind Suchmaschinen, wie z.B. Google (80 %) und Videoportale, wie z.B. YouTube (74 %). Dies sind einige Ergebnisse der JIM-Studie 2013 (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, die am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Der Zugang zum Internet findet bei Jugendlichen insgesamt immer öfter auch über Smartphone oder Handy statt. 73 Prozent der Internetnutzer haben in den 14 Tagen vor der Befragung das Internet über ihr Smartphone genutzt. Im Vergleich zur Erhebung im Vorjahr zeigt sich dabei eine deutliche Steigerung (2012: 49 %). Somit ist die Internetnutzung über Handy ähnlich relevant wie der Zugang über Computer oder Laptop (87 %).

60 Prozent der Jugendlichen hören täglich Radio

Musik zu hören ist für neun von zehn Jugendlichen (sehr) wichtig und steht in Hinblick auf die persönliche Wichtigkeit an erster Stelle der Medientätigkeiten. Musik und die dazugehörigen Stilelemente dienen hierbei nicht nur dem Zeitvertreib, sondern sind Zeichen von Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen oder Szenen. Musik ist damit auch ein Element der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen. Entsprechend steht auch das Radio als klassisches Musikmedium hoch im Kurs: Radio zu hören ist für jeden zweiten Jugendlichen besonders bedeutend. Dies zeigt sich auch in der Häufigkeit der Nutzung. 60 Prozent der Jugendlichen hören täglich Radio. Betrachtet man die regelmäßige Nutzung (mindestens mehrmals pro Woche), so erreicht das Radio in dieser Zeit vier von fünf Jugendlichen. Nur sieben Prozent hören nie Radio.

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Jugend hört Radio immer noch über UKW

Radio wird derzeit überwiegend noch (wie gewohnt) über ein stationäres Radio oder das Autoradio gehört. Innerhalb von 14 Tagen nutzen etwa drei Viertel der Radiohörer ein herkömmliches Radio, zwei Drittel ein Autoradio. Andere Formen des Radioempfangs über Handy, Internet, mobile Radios oder MP3-Player spielen nur vereinzelt eine Rolle. Digitalradio über DAB+, Internetradio über Tablet-PCs und spezielle Internetradiogeräte werden derzeit ebenfalls nur sporadisch genutzt. Die Nutzung einer Radiokarte am Computer hat keine Relevanz (mehr).

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Radionutzung über Smartphone rückläufig

Vergleicht man die Werte mit den Ergebnissen der JIM-Studie 2012 fällt auf, dass die beiden dominierenden klassischen Wege Radiogerät und Autoradio stabil sind, während die Nutzung über Handy/Smartphone und Internet, mobiles Radio und MP3-Player rückläufig ist. Angesichts der großen Zunahme an Smartphones im Besitz von Jugendlichen überrascht diese Entwicklung auf den ersten Blick. Allerdings haben Smartphones im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Handys teilweise keinen UKW-Empfänger mehr integriert und damit wird durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones das Potential für die klassische Radionutzung eher eingeschränkt. Die Nutzung von Webradio spielt in der aktuellen Radionutzung noch keine bedeutende Rolle, sei es über Smartphone, Internetradio oder über Internet am Computer oder Tablet-PC. Die insgesamt stabile Radionutzung (siehe Nutzungsfrequenz) verdankt das Medium also in erster Linie den klassischen Verbreitungswegen.

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Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2013 telefonisch befragt. Neben Fakten zum Thema Internetnutzung enthält die Studienreihe Basisdaten zum Freizeitverhalten der Jugendlichen sowie Mediennutzungsdaten zu Fernsehen, Radio, Internet, Handy, Büchern und Computerspielen.

JIM-Studie2013Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Kooperationspartner bei der JIM- Studie ist die Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG).

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