Größte Radioausschreibung in Baden-Württemberg

Veröffentlicht am 01. Okt. 2013 von unter Deutschland

LFKTrotz alternativer digitaler Empfangswege ist das analoge UKW-Radio nach wie vor der Platzhirsch beim Radio-Empfang und dominiert alle anderen Übertragungswege. 93,6 Prozent der Haushalte in Deutschland besitzen einen UKW-Empfänger. Die LFK lässt nun 16 UKW-Sendegebiete neu ausschreiben.

Vor dem Hintergrund der Spitzenposition von UKW kommt der Neuordnung der Radiolandschaft im Südwesten eine große Bedeutung zu. Denn die Bewerbungsphase für einen landesweiten Jugendsender, 3 Regionalprogramme und 12 lokale Radios in Baden-Württemberg hat begonnen. Die Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart gibt noch bis zum 20. Dezember 2013, 12 Uhr, interessierten privaten Radiounternehmen die Möglichkeit, sich als Radioveranstalter für eines der insgesamt 16 Sendegebiete in Baden-Württemberg zu bewerben.

Wir können beim Blick auf das Erreichte mit dem gegenwärtigen Angebot an privaten Radioprogrammen im bundesweiten Vergleich sehr zufrieden sein, sagte LFK-Präsident Thomas Langheinrich. Das Konzept aus 3 großen Regionalradios und den bisher 13, zukünftig 12 Lokalradios habe sich bewährt. Auch der ganz über Baden-Württemberg verbreitete Jugendsender habe beeindruckende Hörerzahlen. Die Radiofrequenzen gehören aber nicht einzelnen Unternehmen, sondern der Allgemeinheit. Deshalb müssen sich jetzt alle Radiomacher dem Wettbewerb
stellen. In einem fairen, sorgfältigen Auswahlverfahren werden Vorstand und Medienrat der LFK sicherstellen, dass die Besten auch in den nächsten Jahren die Chancen haben, mit einem gut gemachten Radioprogramm beim Hörer anzukommen, so Langheinrich weiter.

Alle bisherigen Sendegebiete der privaten Radios bleiben erhalten mit Ausnahme des Gebietes L 11 (Landkreis Calw, Freudenstadt und Böblingen), das aufgeteilt wird (RADIOSZENE berichtete). Ab 2016 werden die Landkreise Calw und Freudenstadt dem Lokalverbreitungsgebiet L2 und damit der Region Karlsruhe, Pforzheim, Rastatt und Baden-Baden zugeteilt; Böblingen und die Landkreise Ludwigsburg, Rems-Murr und der östliche Enzkreis bilden gemeinsam das neue Lokalverbreitungsgebiet L13.

In einem zweiten Schritt schreibt die LFK Anfang 2014 die Sendegebiete für die Nichtkommerziellen Lokalen Radios (NKL) und die Hochschulradios aus. Zum 1.1. 2016 beginnt dann für alle die neue Lizenzperiode.

Südwesten belegt beim Digitalradio vorderen Platz

Radio ist das einzige elektronische Medium, das noch weitgehend analog mit der damit verbundenen Knappheit von Übertragungsplätzen zum Hörer kommt. In Deutschland soll es mehr als hundert Millionen Empfänger geben. Doch nicht überall werden sie auch noch alle eingeschaltet. Zwar hören 81 Prozent der über 40-Jährigen ihre Sender auf UKW. Bei der Altersgruppe der 20-29-Jährigen sinkt die UKW-Nutzung auf 70,7 Prozent. Hier geht der Trend zum digitalen Gerät. Das geht aus dem aktuellen Radio-Digitalisierungsbericht der Medienanstalten hervor, dessen regionale Zahlen am Montag in Stuttgart von der Landesanstalt für Kommunikation präsentiert wurden.

LiveRadio-BW-smallNach dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Medienanstalten belegt Baden-Württemberg bei den verkauften DAB-Geräten nach NRW einen Spitzenplatz. Immerhin über 310.000 Digitalradios stehen bereits von Wertheim bis Konstanz in baden-württembergischen Haushalten. Mit den 13 bundesweiten Sendern, den vier baden-württembergischen Programmen bigfm Worldbeats, EgoFM, Liveradio und Schwarzwaldradio und den sechs SWR-Angeboten ist den Hörer im Südwesten eine vielfältige digitale Programmauswahl geboten, die einen Mehrwert gegenüber UKW bietet. Die guten regionalen Zahlen für DAB zeigen aber auch, dass die gemeinsamen Marketingmaßnahmen von Südwestrundfunk, den privaten Anbietern und der LFK erste Früchte tragen, so Thomas Langheinrich.

Digitalradio für mehr Sendervielfalt wird ausgeschrieben

Digitalradio-BW-smallIn einen zweiten Schritt plant die Landesmedienanstalt darum die Erweiterung der digitalen Kapazität von bisher vier auf insgesamt sieben digitale kommerzielle Radioprogramme, plus zusätzlich einen eigenen Kanal für Nichtkommerzielles Lokalradio. Start der Ausschreibung für die kommerziellen Angebote ist für Oktober geplant, Sendestart für den 1. Januar 2015. Durch die Beibehaltung der gemeinsamen Ausstrahlungsplattform (Multiplex) mit dem SWR können die Kosten für die Sender niedrig gehalten werden. Damit kann der finanzielle Spielraum der Player beibehalten werden, um die Vermarktung der eigenen Marken und Angebote voranzutreiben. Auch die Automobilindustrie entdeckt zunehmend das Digitalradio und bietet immer mehr DAB-Empfänger in ihren Fahrzeugen an. Aber auch neueste Navigationssysteme nutzen die DAB-Technik, um Verkehrsinfos oder Wetterdaten ins Auto zu übermitteln. Ergänzt wird das Angebot durch  individualisierte Daten per Internet. Damit können die Vorteile beider Techniken im Auto verknüpft werden.

Abschaltszenarien von UKW in Europa

Die Ausschreibung steht auch vor dem Hintergrund der beginnenden europäischen Ablösung von UKW. So planen Norwegen 2017 und Dänemark 2019 den digitalen Switch zu DAB, in Großbritanien soll noch in diesem Jahr eine Entscheidung für einen konkreten Abschalttermin fallen. Und auch in Deutschland wird wieder über das eher langfristige Ende des analogen und begrenzten UKW nachgedacht. So hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Studie ausgeschrieben mit den Ziel, ein Übergangsszenario von UKW zu Digitalradio auszuloten.

Die Ausschreibungsunterlagen können unter www.lfk.de heruntergeladen werden.

 

Quelle: Pressemitteilung der LFK

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