Eurovision Song Contest: “Holland darf nicht gewinnen” – ESC ist Sendern zu teuer

Veröffentlicht am 18. Mai. 2013 von unter Weltweit

Eurovision der European Broadcasting UnionBeim ersten Semifinale des Eurovision Song Contest (ESC) am 14. Mai in Malmö mussten die Vertreter der Niederlande zunächst zittern, dann war es geschafft: Anouk kommt in die Finalsendung. Mit diesem Erfolg der Edison Music Awards-Preisträgerin und Gewinnerin eines MTV-Award ist die Halbfinal-Pechsträhne der Niederlande erst einmal beendet.

TROS_AVRO-smallDoch ausgerechnet Direktor Peter Kuipers der zuständigen Sendevereinigung TROS (“Televisie en Radio Omroep Stichting”) sieht das nicht so rosig. Das schreibt zumindest die niederländische Tageszeitung “Telegraaf”. Den zusammenarbeitenden Sendevereinigungen TROS und AVRO (Algemene Vereniging Radio Omroep) stehen die Kosten vor Augen, die Deutschland und Aserbeidschan durch eine Austragung der Endveranstaltung des ESC zu tragen hatten: Alles in allem waren Kosten in Höhe von 35 Millionen Euro zu verzeichnen.

Die European Broadcasting Union (EBU) schätzt den Mindestaufwand auf 10 Millionen Euro. Die ausführenden Gastländer müssen die Produktionskosten, die die Kosten für die Senderechte an die EBU beinhalten, selbst tragen. Sollten die Niederlande die Endausscheidung gewinnen, wäre dies nicht nur das erste Mal nach 38 Jahren, sondern auch Anlass für neue Diskussionen um die bis 2016 abzuschließenden Fusionen von Sendevereinigungen.

Fusionen und ihre Folgen

Schon jetzt sorgen die 2010 aus Kostengründen beschlossenen Fusionspläne in den Niederlanden für Verstimmung, denn bereits für 2014 sollen die Sendezeiten der Rundfunkorgansationen neu geplant werden.

Bislang stehen folgende Fusionen fest:

  • AVRO-TROS: Durch die Vereinigung fallen voraussichtlich 40 Stellen weg;
  • BNN-VARA: Das Zusammengehen macht einen Umzug von Hilversum nach Amsterdam wahrscheinlich.

Die geplante Fusion von KRO, der katholischen Sendevereinigung “Katholieke Radio Omroep” und der evangelisch geprägten NCRV (“Nederlandse Christelijke Radio-Vereniging”) endete – zumindest vorläufig – vor dem Richter, nachdem die NCRV unklare Bedingungen angeprangert hatte. Das Gericht sah weiteren Diskussionsbedarf, insbesondere bei den finanziellen Folgen.

 

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