Lizenzentscheidungen des Medienrats in Ostbelgien, der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG), werden in den nächsten Monaten den Radio-Wettbewerb im Grossraum Aachen weiter anheizen. In einer neuen Genehmigungsrunde wurden von den Eupener Medienwächtern zwei weitere Radiosender konzessioniert und zwei existierenden die Lizenzen verlängert.

Das Radio 700-Netz, ein Schlager-und Oldiesender mit bisher zwei Lokalstationen in Elsenborn und St.Vith im Süden der DG, bekam eine landesweite Lizenz zugeteilt. Diese berechtigt den Sender, in den nächsten Wochen zusätzlich eine leistungsstarke Frequenz am Standort Eupen in Betrieb zu nehmen. Der 5kW-Strahler am dortigen Stadion für die Frequenz 101, 2 MHz machte allerdings ein wenig Probleme: „Die französischsprachige RTBF verlangte einen 15 dB Einzug, um Störungen mit dem Sender Waver bei Brüssel zu vermeiden“, so „700“-Chef Christian Milling. Trotz der Richtwirkung wird der Kanal nicht nur den Norden der DG, sondern auch den Grossraum Aachen beschallen. Ob sich dadurch dort Hörerwanderungen vom letztes Jahr formatveränderten WDR 4 hin zu Radio 700 ergeben werden, wird mit Spannung zu beobachten sein.

Schliesslich haben die umtriebigen 700er einen weiteren Pfeil im Köcher. In den nächsten Tagen sollen Testsendungen im AM-Bereich beginnen. Neben KW-Frequenzen im 75- und 49-Meterband will der Senderbetreiber „Funkhaus Euskirchen“ nun auch die vom WDR verlassene Mittelwelle 1593 kHz belegen. Hintergrund dieser Aktion sollen nur hinter vorgehaltener Hand geäusserte Pläne sein, vom Senderstandort Krekel in der Nordeifel aus ein Touristenradio für den deutsch-belgischen Naturpark Eifel-Ardennen zu initiieren.
In der ersten DG-Lizenzrunde letztes Jahr zunächst nicht erfolgreich war „Pur Radio 1„. Auch für eine Nachlizensierung in diesem Frühsommer standen die Zeichen nicht gut. Eine sog. Gutachterkammer empfahl dem Medienrat eine erneute Abweisung des Lizenzantrages. Dann allerdings gab es in einer Anhörung vor dem Rat die ersehnte Lizenz. Senderchef Dieter Hermans aus dem Grenzörtchen Gemmenich erhofft sich jetzt die Zuteilung der Regionalfrequenz 92,6 MHz, um auch im DG-Teil des Dreiländerecks zu hören zu sein. Vertreten ist er nämlich schon im „Vorgarten“ von Aachen: Sein Unternehmen produziere ein niederländisches Programm im südlimburgischen Vaals namens „Pur Radio Krijtland“, so Herman in einem Zeitungsinterview.


Die Probleme mit der Sendertechnik der Station in Lontzen und der professionellen Nachrichtengebung konnten auch ausgeräumt werden: Es seien in punkto News entsprechende Vereinbarungen mit einer Nachrichtenagentur und dem deutsch-belgischen, öffentlichen Rundfunk BRF getroffen, so Keuk.

Für die privaten Platzhirsche im Aachener Dreiländereck, 100’5 Das Hitradio aus Eupen und die dem Radio NRW-Verbund angeschlossene Antenne AC in Aachen, brechen jedenfalls härtere Zeiten an.











