Mit der regelmäßigen Media-Analyse erfahren die kommerziellen Radiosender in Deutschland alle Details zu ihren Hörerzahlen. Mithilfe von Telefonumfragen werden diese Daten zweimal im Jahr veröffentlicht. Die Bürgerkanäle können auf diese Zahlen nicht zurückgreifen und wissen daher meist sehr wenig über das aktuelle Hörerverhalten.
Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung wurde am Dienstag, den 31. Mai 2011, in Greifswald eine neue Studie zur Arbeit, Nutzung und öffentlichen Wahrnehmung der Offenen Kanäle in Mecklenburg Vorpommern vorgestellt. Eingeladen hatte als Auftraggeber der Studie die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV). Erarbeitet wurde die Analyse vom Berliner Beratungsunternehmen Goldmedia. Nun können auch die Bürgerkanäle im Bundesland auf Hörerzahlen zurückgreifen.


Uwe Hornauer, Direktor der Medienanstalt, kommentiert die Studie: „Der Radiotreff ist so etwas wie eine Institution in Neubrandenburg. Die Radiomacher wollen sich nun ein festes Programmschema geben. „Doch in erster Linie geht es bei den Offenen Kanälen nach wie vor darum, dass jeder Bürger seine eigene Sendung machen kann“, sagt der Direktor. Auf diese Weise soll auch die Medienkompetenz der Bürger gesteigert werden. Zu diesem Zweck bietet die Medienanstalt Projekte für Schüler an. Bereits seit 2002 rollt die Anstalt mit zwei „Medientreckern“ von Schule zu Schule. In die Zukunft der „Bürgermedien“ im Land blickt Hornauer aber mit Sorgenfalten. Die Medienanstalt muss von Jahr zu Jahr mit weniger Geld auskommen – bei steigenden Kosten. Eine Folge könnte sein, dass die Programme demnächst nur noch im Internet zu empfangen sind. Allein die Gebühren für die Ausstrahlung in Rundfunk- und Kabelnetzen verschlingen etwa ein Viertel des Gesamtbudgets von einer Million Euro, das die Medienanstalt pro Jahr für die Kanäle ausgeben darf. Mit der Umstellung auf Digitaltechnik werden die Kosten in den nächsten Jahren nochmals steigen.








