Im Rahmen der heutigen Mitgliederversammlung des VAUNET – Verband Privater Medien in Berlin haben die Mitgliedsunternehmen ihre Verbandsspitze einstimmig bestätigt. Claus Grewenig, Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland, wurde als Vorstandsvorsitzender des Verbandes wiedergewählt.

(22.09.2026) Im Fachbereich Radio & Audiodienste wird die bisherige Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dr. Nina Gerhardt, CEO RTL Radio Deutschland, zukünftig als Fachbereichsvorsitzende amtieren, der bisherige Fachbereichsvorsitzende Marco Maier, CEO der FFH MEDIENGRUPPE, als ihr Stellvertreter. Dieser Wechsel wurde vollzogen, nachdem Marco Maier nach sechs Jahren als Vorsitzender nicht mehr erneut für das Amt kandidierte.
Dr. Michael Müller, Chief Officer Regulatory Affairs, External & Governmental Relations, ProSiebenSat.1 Media, führt weiterhin als Vorsitzender den Fachbereich TV und Multimedia. Sein Stellvertreter bleibt unverändert Sebastian Kocks, Ressortleiter Medienrecht im Bereich Medienpolitik bei RTL Deutschland.
Das Amt des Schatzmeisters des Verbandes wird zukünftig Matthias Heinze, SVP Commercial & Managing Director GSA bei Warner Bros. Discovery, innehaben. Er folgt in dieser Funktion Kristina Freymuth, RTL Deutschland/Sky, die das Amt seit vier Jahren innehatte und nicht mehr kandidierte.
Claus Grewenig: „Ich bedanke mich für das Vertrauen der Mitglieder und freue mich auf die künftige Zusammenarbeit mit allen neu gewählten und bestätigten Kolleginnen und Kollegen der Vorstände. Mein besonderer Dank gilt Marco Maier für seinen langjährigen Einsatz für die Belange des Radios im Verband sowie Kristina Freymuth als verlässlicher Schatzmeisterin. Beide bleiben dem Verband mit ihrer Expertise erhalten.“
Im Rahmen der Mitgliederversammlung diskutierten die Mitglieder des VAUNET die aktuellen medienpolitischen und regulatorischen Entwicklungen, unter anderem mit Dr. Jan Ole Püschel, Leiter der Abteilung Medien beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), als Gast.
Dr. Jan Ole Püschel: „Für eine starke und resiliente Demokratie brauchen wir eine unabhängige und vielfältige Medienlandschaft. Die privaten Medien sind hierbei unverzichtbar – die Refinanzierung ihrer Angebote durch faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten ist daher weiter unsere Aufgabe, national und europäisch.“
Vorstandsvorsitzender Claus Grewenig betonte: „Die wesentlichen medienpolitischen Herausforderungen sind auf Bundes-, Länder- und EU-Ebene erkannt – jetzt kommt es auf Tempo und Konsequenz bei der Umsetzung an. Private Medien brauchen faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Handlungsspielraum: für Investitionen, für Kooperationen sowie im Wettbewerb mit globalen Big Tech-Plattformen. Bei Filmförderung und KI darf die Regulierung nicht zu neuen Belastungen führen, im Wettbewerbs- und Medienrecht müssen bestehende Benachteiligungen privater Anbieter endlich abgebaut werden. Entscheidend ist, dass die politischen Ziele jetzt konsequent eingehalten und schnell umgesetzt werden.“

Dr. Nina Gerhardt betonte für den Fachbereich Radio & Audiodienste: „Radio und Audio brauchen eine Regulierung, die den Besonderheiten dieses Marktes und seiner Refinanzierung Rechnung trägt – von der terrestrischen Verbreitung bis zu neuen digitalen Plattformen. Gerade dort ist es entscheidend, dass private Radio- und Webradioangebote auf Benutzeroberflächen, in Audiosystemen und im Auto leicht und diskriminierungsfrei auffindbar bleiben. Gleichzeitig brauchen wir im dualen System faire Wettbewerbsbedingungen: Der Reformstaatsvertrag der Länder muss auch im Hörfunk konsequent umgesetzt werden und kommerzielle Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dürfen nicht zulasten privater Anbieter ausgeweitet werden. Nur so können wir unsere starke und vielfältige private Radiolandschaft erhalten.“

Für TV und Multimedia sagte Dr. Michael Müller: „Privater Rundfunk ist das Gegengewicht zu Tech-Monopolen: Echte Menschen senden für Menschen – keine Klick-Bots. Wer echten Journalismus und damit Orientierung statt algorithmischer Dauerbeschallung sucht, der schaltet uns ein. Gerade in Zeiten, in denen Algorithmen großer Plattformen zunehmend bestimmen, welche Inhalte sichtbar werden, sind unabhängige und professionell arbeitende Medien wichtiger denn je. Sie prüfen Fakten, ordnen Informationen ein und sorgen dafür, dass unterschiedliche Perspektiven Gehör finden. Der Digitale Medien-Staatsvertrag und die anstehende Novelle der AVMD-Richtlinie bieten die Chance, überholte Beschränkungen abzubauen und die Refinanzierungsbedingungen privater TV-Anbieter im Wettbewerb mit weit weniger regulierten Plattformen zu verbessern.“
Die VAUNET-Mitgliederversammlung warnte zudem davor, dass auf europäischer Ebene verstärkt verbraucherschutzpolitisch getriebene Rechtsakte und Rechtsprechung insbesondere ihre online-basierten und Abo-Geschäftsmodelle gefährden. Beispielhaft seien die Digital-Omnibus-Verordnung, der angekündigte Digital Fairness Act und das EuGH-Urteil zum Widerruf von digitalen Inhalten bzw. Dienstleistungen zu nennen.
Dem Vorstand des VAUNET gehören nach den Wahlen an:
- Claus Grewenig, RTL Deutschland (Vorstandsvorsitzender)
- Dr. Nina Gerhardt, RTL Radio Deutschland (stellvertretende Vorstandsvorsitzende)
- Christian Berthold, Antenne Thüringen
- Kai Fischer, Audiotainment Südwest
- Kristina Freymuth, RTL Deutschland/Sky
- Matthias Heinze (Schatzmeister), Warner Bros. Discovery
- Sebastian Kocks, RTL Deutschland
- Petra Lemcke, SUNSHINE LIVE
- Marco Maier, FFH MEDIENGRUPPE
- Marco Morocutti, RADIO NRW
- Dr. Michael Müller, ProSiebenSat.1 Media
- Heiko Zysk, ProSiebenSat.1 Media
Der Vorstand hat auf seiner heutigen konstituierenden Sitzung zudem Frank Hoffmann, WeltN24, und Andreas Gerhardt, SPORT1 Medien, kooptiert.
Mit beratender Stimme gehören dem Vorstand Christoph Mühleib, ASTRA Deutschland, sowie Judith Haker, QVC, als Vorsitzender und als stellvertretende Vorsitzende des Technik- und Innovationsforums (TIF) des VAUNET an.
Dem Fachbereichsvorstand Radio und Audiodienste des VAUNET gehören nach der heutigen Wahl an:
- Dr. Nina Gerhardt, RTL Radio Deutschland (Vorsitzende)
- Marco Maier, FFH MEDIENGRUPPE (stellvertretender Vorsitzender)
- Christian Berthold, Antenne Thüringen
- Kai Fischer, Audiotainment Südwest
- Carolin Häublein, Skyline Medien
- Carsten Hoyer, Antenne Niedersachsen
- Andreas Lang, STUDIO GONG
- Petra Lemcke, SUNSHINE LIVE
- Marco Morocutti, RADIO NRW
- Alexander Schreckinger, Neue Welle
- Michael Tenbusch, Burda Broadcast Media
Die Fachbereichsversammlung Radio und Audiodienste hat Sebastian Cochois, KISS FM, Prof. Matthias Gülzow, Radio Paradiso; Tim Lauth, The Radio Group, Matthias Schlettert, Verband Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen, und Sven Thölen, RMS, zur Kooptation im Fachbereichsvorstand vorgeschlagen.
Dem Fachbereichsvorstand Fernsehen und Multimedia gehören nach der heutigen Wahl an:
- Dr. Michael Müller, ProSiebenSat.1 Media (Vorsitzender)
- Sebastian Kocks, RTL Deutschland (stellvertretender Vorsitzender)
- Andreas Gerhardt, SPORT1 Medien
- Frank Hoffmann, WeltN24
- Michael Keidel, Paramount
- Vera Nickel, Home Shopping Europe
- Elke Nußbaum, RTL Deutschland/Sky
- Sonja Schwetje, RTL Nord, Dr. Benjamin Vollrath, Warner Bros. Discovery
- Tim Werner, Mainstream Media und Heiko Zysk, ProSiebenSat.1 Media
Die Fachbereichsversammlung Fernsehen und Multimedia hat Paul Leo Giani, dctp, und Wolf Osthaus, Netflix, zur Kooptation im Fachbereichsvorstand vorgeschlagen.
Als Kassenprüfer des Verbandes wurden Ulrich Hürter, Schlagerparadies, und Nikolai Schulze-Sölde, RTLZWEI, in ihren Ämtern bestätigt.
Das Technik- und Inovationsforum (TIF) des VAUNET hat Christoph Mühleib, ASTRA Deutschland, als Vorsitzenden und Judith Haker, QVC, als stellvertretende Vorsitzende in ihren Ämtern bestätigt.
Quelle: VAUNET
VAUNET Get-together: Mehr Tempo und Konsequenz bei der Gestaltung verlässlicher Rahmenbedingungen für private Medien
Grewenig: „Medienvielfalt ist eine demokratische Aufgabe -‚Aktionsplan Medienvielfalt´ bis 2028′“
- Rund 300 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft beim jährlichen VAUNET Get-together in Berlin
- Staatssekretär Torsten Welling, Bevollmächtigter des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Sport, Ehrenamt und Medien, als Gastredner
(23.09.2026) Rund 300 Vertreter:innen aus Medien, Politik und Wirtschaft sind am gestrigen Abend der Mitgliederversammlung des VAUNET – Verband Privater Medien zum jährlichen Get-together des Verbandes im Berliner Axica zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen die Zukunft einer vielfältigen demokratischen Öffentlichkeit und die dafür notwendigen wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen privater Medien.
Gastredner des Abends war Staatssekretär Torsten Welling, Bevollmächtigter des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Sport, Ehrenamt und Medien.
Torsten Welling: „Big-Tech-Plattformen, Künstliche Intelligenz und neue Nutzungsgewohnheiten verändern unsere Medienwelt grundlegend. Auf diese Herausforderungen gibt die Ländergemeinschaft eine klare Antwort: Mit dem Digitale Medien-Staatsvertrag schaffen wir Spielregeln und stärken die digitale Souveränität von Medien und Nutzern. Journalistisch verantwortete Medien schützen wir vor algorithmischer Verdrängung und verbessern ihre Refinanzierung. Auch die Medienvielfalt vor Ort wollen wir stärken und die Medienaufsicht modernisieren. Denn klar ist: Eine starke Demokratie braucht starke und vielfältige Medien.“
Claus Grewenig, Vorstandsvorsitzender des VAUNET und Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland, stellte in seiner Rede die wachsenden Herausforderungen für die Refinanzierung privater Medien in den Mittelpunkt. Die Nachfrage nach ihren Angeboten sei ungebrochen, zugleich verschöben sich die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse immer stärker zugunsten globaler Big-Tech-Plattformen. Nach VAUNET-Prognose werden 2026 wenige dieser Plattformen 72 Prozent der gesamten Werbeumsätze im Bereich der Instream-Videowerbung in Deutschland auf sich vereinen.
Dabei gehe es aus Sicht des VAUNET um weit mehr als eine Verschiebung von Marktanteilen. Journalistische Medien investierten in Inhalte und Journalismus, recherchierten, prüften und ordneten Informationen ein und übernähmen Verantwortung für ihre Veröffentlichungen. Plattformen organisierten dagegen in erster Linie algorithmisch Aufmerksamkeit und monetarisierten sie.
Claus Grewenig: „Die Sicherung von Medienvielfalt ist eine demokratische Aufgabe. Private Medien sind Träger und Ermöglicher demokratischer Öffentlichkeit – dafür müssen sie auch unter den Bedingungen von Plattformökonomie und Künstlicher Intelligenz wirtschaftlich bestehen können. Die politischen Herausforderungen sind im Wesentlichen erkannt. Jetzt brauchen wir mehr Tempo und Konsequenz, damit aus den richtigen Zielen auch die richtigen Entscheidungen in Gesetzgebung und Regulierung werden. Dafür brauchen wir einen gemeinsamen ‚Aktionsplan Medienvielfalt bis 2028‘, in dem die Aktivitäten von Bund, Ländern und Europa zusammengeführt werden.“
Als zentrale aktuelle Handlungsfelder benannte Grewenig unter anderem die Filmförderung, das Wettbewerbsrecht, die europäische Digitalregulierung sowie den Digitale Medien-Staatsvertrag der Länder. Dieser greife mit der Refinanzierung privater Medien, faireren Wettbewerbsbedingungen gegenüber marktmächtigen Plattformen sowie Regelungen zu Public Value und Auffindbarkeit zentrale Zukunftsfragen auf.
Im anschließenden Gespräch diskutierten Welling und Grewenig über die Rolle privater Medien in einer demokratischen Öffentlichkeit und die daraus resultierenden medienpolitischen Weichenstellungen. Moderiert wurde der Talk von Sarah Oswald, Journalistin und Moderatorin des werktäglichen Nachrichtenmagazins „Deutschland am Morgen“ bei ntv und RTL sowie Moderatorin bei RTL Radio.
Ziel des von Grewenig vorgeschlagenen „Aktionsplans Medienvielfalt bis 2028“ ist es, die bereits formulierten politischen Ziele von Ländern, Bund und Europa zusammenzuführen und bis 2028 die Voraussetzungen für eine finanzierbare, wettbewerbsfähige und vielfältige Medienlandschaft zu schaffen.










