Bundeswehr setzt beim Zielgruppenhörfunk auf UKW und DAB+

Die Bundeswehr modernisiert ihre mobilen Hörfunksendeanlagen und erweitert dabei ihre technischen Möglichkeiten: Der bisher auf UKW ausgerichtete Zielgruppenhörfunk soll künftig sowohl über UKW als auch über den digitalen Standard DAB+ ausgestrahlt werden können. 

Rundfunksendetrupp UKW mit Sendekabine Fm II A und Antenne in Masar-e Scharif, Afghanistan (Bild: © Bundeswehr / Christian Virgils)
Rundfunksendetrupp UKW mit Sendekabine Fm II A und Antenne in Masar-e Scharif, Afghanistan (Bild: © Bundeswehr / Christian Virgils)

Der Zielgruppenhörfunk ist Bestandteil der Operativen Kommunikation der Bundeswehr. Dabei geht es darum, bestimmte Zielgruppen mit Informationen und Botschaften zu erreichen und deren Verhalten oder Einstellungen zu beeinflussen. Dazu können beispielsweise feindliche Streitkräfte, Konfliktparteien oder ausländische Zivilbevölkerungen gehören. Neben digitalen Medien spielt dabei weiterhin Radio eine Rolle.

DAB+ wird Bestandteil des militärischen Hörfunks bei der Bundeswehr

DAB+ ist dabei nicht lediglich als Ersatz für UKW vorgesehen, sondern ergänzt den analogen Übertragungsweg. Die neue Technik ermöglicht somit einen parallelen Betrieb beider Standards. Die mobilen Radiosender bestehen aus Sendekabinen, Gerätetrupps, Stromerzeugern und einer mobilen 25-Meter-Antenne. Die Gerätetrupps wurden bereits 2019 modernisiert und in 20-Fuß-Container integriert. Nun sollen auch die in die Jahre gekommenen Sendekabinen erneuert und in Container eingebaut werden. Das soll einen flexibleren und mobilen Einsatz ermöglichen.

Mehrere Wege für die Programmzuführung

Auch die Zuführung der Hörfunksignale wird modernisiert. Die neuen Systeme sollen über mehrere voneinander unabhängige Wege mit Audiosignalen versorgt werden können. Vorgesehen sind unter anderem Mobilfunk- und Satellitenverbindungen. Damit soll die Sendeanlage auch im abgesetzten Betrieb ohne vorhandene Fernmelde- oder Netzwerkinfrastruktur auskommen können. Die eigene Stromversorgung wird künftig ebenfalls direkt in den Container integriert.

Projektleiter Oberstleutnant Christoph H.: „Mit dieser Regeneration schaffen wir den Sprung in das Jetzt und sind für zukünftige Szenarien besser vorbereitet. Neben der technischen Modernisierung bei Ausstrahlung und Zuspielung, ermöglicht der Umstieg auf eine Containerlösung inklusive eigener Stromversorgung die flexiblere Nutzung durch die Truppe.“

Acht Sendecontainer bis 2028

Insgesamt sollen acht neue UKW/DAB+ Sendecontainer entstehen. Noch bis Ende 2026 wird zunächst ein Prototyp gebaut. Nach erfolgreicher Erprobung und Abnahme sollen 2027 und 2028 sieben weitere Container gefertigt werden. Die vollständige Regeneration der Sendeanlagen soll voraussichtlich Mitte 2028 abgeschlossen sein.

Gerätetrupp im 20-Fuß-Container nach Regeneration 2019 (Bild: © Bundeswehr / Maximilian Maiwald)
Gerätetrupp im 20-Fuß-Container nach Regeneration 2019 (Bild: © Bundeswehr / Maximilian Maiwald)

Die Technik kann zudem im Katastrophenfall im Inland eingesetzt werden – beispielsweise wenn infolge eines schweren Unwetters zivile Sendeanlagen ausfallen.

Weiterführende Informationen

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