Zehn Jahre jung, nah an der Community und immer in Bewegung: Bremen NEXT, das junge Angebot von Radio Bremen, feiert am 17. August 2026 sein zehnjähriges Bestehen. „Wir freuen uns sehr auf den Geburtstag“, sagt Felicia Reinstädt, Programmleiterin von Bremen NEXT. „Seit dem Sendestart im Jahr 2016 hat sich Bremen NEXT zu einer der erfolgreichsten jungen Radios Deutschlands entwickelt. Dabei sind wir seit Anfang an mehr als ein Radioprogramm. Mit Radio, Social Media, Podcasts, Medienkompetenz-Workshops und Veranstaltungen erreicht Bremen NEXT junge Menschen dort, wo sie Medien nutzen – und greift die Themen auf, die ihre Lebenswelt prägen.“

„Bremen NEXT zeigt seit zehn Jahren, wie öffentlich-rechtliche Angebote relevant für junge Menschen sein können: authentisch, vielfältig und im engen Austausch mit der Community“, sagt Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen. „Das Team ist innovativ und nah dran. Es behandelt Themen und Perspektiven, die junge Menschen bewegen – und leistet damit einen wichtigen Beitrag für Radio Bremen und die ARD.“
Von Beginn an setzt Bremen NEXT auf einen dialogorientierten Journalismus und eine enge Einbindung seiner Community. Inhalte zu Themen wie Mental Health, Mobbing, Einsamkeit oder gesellschaftliche Teilhabe entstehen gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern und orientieren sich an ihrer Lebensrealität. Bremen NEXT entwickelt seine Formate kontinuierlich weiter und passt sie an veränderte Mediennutzung sowie neue Plattformen und Zielgruppen an.
Auch abseits des Radios hat sich Bremen NEXT als starke Marke etabliert. Mit innovativen Social-Media- und Videoformaten, erfolgreichen Podcasts sowie Veranstaltungen wie der Bremen NEXT Night schafft das Angebot Begegnungen mit seiner Zielgruppe – digital und vor Ort.
Vielfalt spielt eine zentrale Rolle: Bremen NEXT setzt auf Diversität sowohl im Programm als auch im Team. Das Angebot versteht Repräsentation als journalistischen Anspruch und als wichtigen Beitrag für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Damit erreicht Bremen NEXT junge Menschen, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bislang häufig nicht genutzt haben.

Die erfolgreiche Entwicklung spiegelt sich in zahlreichen Auszeichnungen wider, darunter zweimal der Deutsche Radiopreis und der Bremer Diversity Preis. Zusätzlich gab es Nominierungen für den CIVIS Medienpreis, den Juliane Bartel-Medienpreis sowie den Bremer Fernseh- und Digitalpreis.
Mit seiner konsequent plattformübergreifenden Ausrichtung zählt Bremen NEXT heute zu den erfolgreichsten jungen Programmen der ARD und zu den jüngsten Radioprogrammen Deutschlands. Die kontinuierliche Weiterentwicklung ist dabei ein fester Bestandteil des Selbstverständnisses
Zum kleinen runden Jubiläum sprach RADIOSZENE-Mitarbeiter Michael Schmich mit den Verantwortlichen über Programm, Inhalte, Aktionen und Zukunft des jungen Bremer Audio-Angebots.
„Die Geschwindigkeit, mit der wir unsere Programminhalte ständig weiterentwickeln, ist enorm“
RADIOSZENE: Bremen NEXT feiert 10. Geburtstag. Mit welchen Aktionen und Events werden Sie diesen besonderen Tag begehen?
Hannah Watson, Marketing Bremen NEXT: Bremen NEXT bedankt sich bei seiner Community mit einer besonderen Geburtstagsaktion: An zehn Tagen zwischen dem 17. und 28. August verlost das Programm an wechselnden Aktionsorten in Bremen, Bremerhaven und umzu jeweils eine von zehn Bremen NEXT Mystery Boxen. Die Boxen enthalten attraktive Preise – darunter Smartphones, Spielekonsolen, E-Scooter und Reisegutscheine. Passend zum 10. Geburtstag von Bremen NEXT müssen die Teilnehmenden vor Ort eine Stoppuhr mit einem Buzzer am besten genau bei 10 Sekunden stoppen. Wir haben das schon in der Redaktion ausprobiert: Es klingt leichter als es ist, aber unsere Community schafft das.

RADIOSZENE: Die gerade erschienene ma 2026 II bescheinigt Ihrem Programm erneut eine – im Vergleich zu anderen jungen Wellen – recht junge Hörerschaft mit einer sehr ausgewogenen Geschlechterverteilung. Wo sehen Sie selbst das Erfolgsgeheimnis Ihres Senders?
Dennis Miler, Head of Content Bremen NEXT: Wir haben uns in den vergangenen Jahren als eine Medienmarke etabliert, die nicht „nur Radio macht“ – sondern durchweg versucht, dynamisch und flexibel zu bleiben, sich immer neu anzupassen und zu erfinden. Mit Audio, Social Media, Podcasts, Medienkompetenz-Workshops und Veranstaltungen erreicht Bremen NEXT junge Menschen dort, wo sie Medien nutzen – und greift die Themen auf, die ihre Lebenswelt prägen.
Von Beginn an setzt Bremen NEXT auf einen dialogorientierten Journalismus und eine enge Einbindung seiner Community. Ob Mental Health, Mobbing, Einsamkeit oder gesellschaftliche Teilhabe – viele Inhalte entstehen gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern und orientieren sich an ihrer Lebensrealität.
RADIOSZENE: Wo haben sich die Programminhalte seit Sendebeginn am meisten verändert?
Grit Thümmel, Head of Content Bremen NEXT: Die Geschwindigkeit, mit der wir unsere Programminhalte ständig weiterentwickeln, ist enorm. Das liegt einfach an den Veränderungen in der digitalen Welt und Logik der Plattformen, auf denen wir unsere sehr junge Zielgruppe erreichen. Während wir den Sendestart von Bremen NEXT noch bei Facebook live gestreamt haben, entwickeln wir mittlerweile Host-driven Formate für TikTok. Und den Facebook-Kanal gibt es nicht mehr, ebenso wenig wie unseren YouTube-, X- oder Snapchat-Kanal.
Im Audiobereich sind wir neben unserem linearen Programm auch mit digitalen Podcast-Marken am Start. Das war zum Sendestart von Bremen NEXT noch gar nicht geplant. Was sich nicht ändert, ist unsere strategische Ausrichtung: Wir sind und bleiben ein Angebot für junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Und deshalb müssen wir uns und unsere Inhalte ja auch ständig neu erfinden. Was total viel Spaß macht, weil es nie langweilig wird.
RADIOSZENE: Wie viel Bremen und Bremerhaven steckt in Bremen NEXT?
Grit Thümmel, Head of Content Bremen NEXT: Auch das ändert sich nicht bei uns: Unser Auftrag ist es, junge Menschen im Sendegebiet zu erreichen. Das machen wir am besten mit jungen Leuten aus unserem Sendegebiet. Vor dem Mikro und der Kamera arbeiten bei uns Menschen, die als Quereinsteigerinnen oder zum Beispiel Praktikanten in die Medienwelt Einblick bekommen und dann Lust haben, Bremen NEXT selbst mitzugestalten. Außerdem sind wir jeden Tag in Bremen und Bremerhaven unterwegs – mit unseren Reporterinnen und Reportern, mit Programmaktionen oder für unsere Umfragen und Reportagen für unsere Social Media-Formate. Selbst bei den bundesweit ausgespielten digitalen Angeboten findet sich bei unseren Inhalten durch die Protagonisten meistens ein Bezug zu unserer Region. Und auch bei Events oder Festivalpräsentationen versuchen wir die lokalen Artists zu supporten – zum Beispiel durch einen Newcomer-Slot auf einer großen Festivalbühne. Für lokale Artists eine große Chance und Sprungbrett für die Musik-Karriere.

RADIOSZENE: Das Musikprofil zeichnet sich durch einen – vergleichsweise – sehr hohen Anteil an Rap, deutschem HipHop sowie Club- beziehungsweise elektronischer Musik aus. Aktuelle Pophits aus den Charts sind eher weniger präsent. Nach welchen Kriterien richten Sie das Musikkonzept aus?
Matthias Zähler, Musikchef Bremen NEXT: Dass aktuelle Pophits aus den Charts weniger präsent sind, ist im Prinzip richtig. Auf der anderen Seite stammt ein Großteil der aktuellen Hits aus den genannten Genres. Auch Popsongs finden bei uns statt, meistens haben sie jedoch in irgendeiner Form einen Bezug zu unseren Key-Genres. Mal ist es ein Sample, mal sind es die Vocals, mal ist es die Produktion. Uns ist auch ein verlässliches, homogenes Klangbild wichtig, das zusätzlich durch ein entsprechend produziertes Sounddesign gestützt wird.
Wir richten unser Musikkonzept am Markt und an unserer Zielgruppe aus. Die Charts von Spotify, Shazam und TikTok spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Besuch von Veranstaltungen und der direkte Austausch mit Hörerinnen und Hörern.
Natürlich beobachten wir den Markt kontinuierlich und wägen ab, ob ein Trend nachhaltig ist, zu unserer Zielgruppe sowie zu unserem Format passt und reagieren entsprechend.
„Radio ist das Gegenteil einer Bubble“
RADIOSZENE: Die Ansprache der ModeratorInnen ist bei der Diktion hörbar auf an das junge Publikum adressiert. Viele Sender klagen über fehlenden Nachwuchs. Ist Radio noch ein Karrieresprungbrett in die heutige Medienwelt?
Grit Thümmel, Head of Content Bremen NEXT: Aus unserer Sicht: ja, Radio kann immer noch Sprungbrett in die Medienkarriere sein! Natürlich kann heute jeder auf TikTok fame werden und braucht dafür kein großes öffentlich-rechtliches Medienhaus.

Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit und Werbedeals ist aber auch entsprechend groß und man erreicht immer nur eine Teil-Öffentlichkeit. Das ist vielen jungen Leuten bewusst, wenn sie bei uns ans Mic kommen, hier erreichen sie eine ganz andere, breite Öffentlichkeit, eine Zielgruppe mit einem breit gefächerten Musikgeschmack, unterschiedlichen politischen Ansichten, Bildungs- und Sozial-Backgrounds. Radio ist das Gegenteil einer Bubble. Und damit auch immer noch ein großes Sprungbrett, wenn es um Bekanntheit und Aufmerksamkeit für junge Talente geht. Über Nachwuchsprobleme können wir uns bei Bremen NEXT nicht beklagen. Wir bekommen jeden Tag Bewerbungen.
Nutzung linearer Radioangebote nimmt bei jungen Leuten kontinuierlich ab
RADIOSZENE: In welche Richtung(en) wird sich Ihrer Meinung nach das junge Radio generell – und Bremen NEXT im Besonderen – in kommenden Jahren bewegen?
Grit Thümmel, Head of Content Bremen NEXT: Natürlich nimmt die Nutzung linearer Radioangebote bei jungen Leuten kontinuierlich ab, da brauchen wir uns nichts vormachen. Bisher sind unsere Nutzerzahlen aber stabil und wir können sogar unseren Altersschnitt halten, heißt wir gewinnen kontinuierlich neue junge Menschen für unser Programm, da unsere bisherigen Fans ja auch älter werden. Außerdem glauben wir, dass es weiterhin ein großes Interesse an starken, regionalen Marken geben wird, vor allem, wenn sie Community-verbindendend und identitätsstiftend sind – „Du kommst aus Bremen? Dann kennst du doch auch Bremen NEXT?!“ – ob das von einem Event, TikTok-Format oder aus dem Auto-Radio ist, spielt für die Leute dann gar keine große Rolle.

Wichtig ist aus unserer Sicht, dass man die Leute dort auf Augenhöhe erreicht, wo sie sind – in der Schule, im Verein, auf Social Media, im Club, bei einem Day Rave oder abends auf dem Supermarktparkplatz. Wir wollen weiterhin Programm gemeinsam mit der Community machen und Reallife-Begegnungen mit den (Radio-) Reporterinnen und Reportern schaffen, ein Safespace für schwere Themen wie z.B. Mobbing anbieten. Denn die Mental Health-Krise und die Pandemie der Einsamkeit bei jungen Menschen ist real und durch die Nahbarkeit kann junges Radio hier den Unterschied machen.











