Rainer Nitschke wird am 7. August in Stuttgart beigesetzt

Der langjährige Radiojournalist und Moderator Rainer Nitschke wird am Freitag, 7. August 2026, auf dem Waldfriedhof Stuttgart beigesetzt. Die Trauerfeier beginnt um 12 Uhr in der Aussegnungshalle, anschließend erfolgt die Beisetzung in einem Baumgrab. Nach Angaben der Organisatoren sind alle Menschen willkommen, die sich von der Radiolegende verabschieden möchten.

Rainer Nitschke (Bild: Privatarchiv)
Rainer Nitschke (Bild: Privatarchiv)

Der Tod des früheren SDR-, SWR-, WDR- und Schwarzwaldradio-Moderators hatte bundesweit Anteilnahme ausgelöst. Nachdem bekannt geworden war, dass Nitschkes Urne mangels auffindbarer Angehöriger zunächst anonym hätte beigesetzt werden sollen, initiierte das Online-Magazin EchtStuttgart gemeinsam mit langjährigen Weggefährten eine Spendenaktion für eine würdige letzte Ruhestätte. Nach Angaben der Initiatoren kamen dabei insgesamt 11.355 Euro zusammen.

Zu den Unterstützern zählt auch Musiker Peter Maffay. Er verbindet mit Nitschke eine persönliche Geschichte: 1972 gab Maffay dem damaligen SDR-Moderator sein erstes Radiointerview in Deutschland. Später bezeichnete er dieses Gespräch als einen wichtigen Meilenstein seiner Karriere.

Wie EchtStuttgart berichtet, trägt das Schild am Baumgrab lediglich den Namen sowie Geburts- und Sterbejahr – ergänzt um den Satz „Bitte nicht stören!“. Der trockene Humor galt als charakteristisch für Nitschke.

Erinnerung an Rainer Nitschke: Schild am Baumgrab (Bild: © Uwe Bogen)
Erinnerung an Rainer Nitschke: Schild am Baumgrab (Bild: © Uwe Bogen)

Die Trauerfeier gestalten Trauerredner Dr. Kiron Patka und Pfarrer Stefan Havlik. Auch mehrere Weggefährten haben ihre Teilnahme oder persönliche Zeichen des Abschieds angekündigt. So wird Schlagersänger Bata Illic nach Angaben der Organisatoren einen Blumengruß übersenden.

Rainer Nitschke gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Stimmen des deutschen Hörfunks. Er arbeitete unter anderem für den SDR, den SWR und den WDR sowie zuletzt für Schwarzwaldradio. Der als „Stimme des Südens“ bekannte Moderator stand bis kurz vor seinem Tod am Mikrofon. Er starb am 10. Mai 2026 im Alter von 79 Jahren (RADIOSZENE berichtete).

Der Fall Rainer Nitschke lenkt zugleich den Blick auf ein gesellschaftliches Thema: Nach Angaben der Initiatoren sollte der frühere Radiomoderator zunächst anonym beigesetzt werden, weil keine Angehörigen ausfindig gemacht werden konnten. Erst eine öffentliche Spendenaktion ermöglichte die Finanzierung eines Baumgrabs auf dem Waldfriedhof Stuttgart. Sollte nach Abschluss aller Kosten Geld aus der Aktion übrig bleiben, soll der verbleibende Betrag nach Angaben der Organisatoren an den Tierschutzverein Stuttgart sowie an die Begegnungsstätte Weissenburg Stuttgart gespendet werden. Der Fall zeigt damit beispielhaft, wie bürgerschaftliches Engagement dazu beitragen kann, Menschen auch nach ihrem Tod einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.

Ausführlich über die Entstehung des Baumgrabs und das ungewöhnliche Grab-Schild hatte das Magazin EchtStuttgart bereits berichtet.

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