Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (BR) hat am 20. Juli den Jahresabschluss 2025 genehmigt und zugleich eine wichtige Personalentscheidung getroffen. Während der Sender für das vergangene Geschäftsjahr ein höheres negatives Finanzergebnis als geplant ausweist, stimmte das Gremium der Berufung von Kemal Görgülü zum neuen Produktions- und Technikdirektor zu.

Fehlbetrag höher als geplant
Der BR schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem negativen Finanzergebnis von 44,4 Millionen Euro ab. Damit liegt der Fehlbetrag um 6,0 Millionen Euro über der ursprünglichen Planung. Nach Angaben des Senders ist dafür vor allem die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags entsprechend der Empfehlung des 24. KEF-Berichts verantwortlich. Dadurch seien 32,6 Millionen Euro an geplanten Beitragseinnahmen entfallen. Höhere Erträge aus Finanzanlagen sowie Einsparungen im Haushalt hätten den Effekt nur teilweise ausgleichen können.
Der Vorsitzende des BR-Rundfunkrats, Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, sagte: „Das Jahr 2025 war geprägt durch die angespannte finanzielle Lage aufgrund der nicht erfolgten Beitragsanpassung. Daher sind auch Einsparungen im Programm inzwischen nicht mehr zu übersehen und zu überhören. Der Rundfunkrat ist sich bewusst, dass die langfristige wirtschaftliche Stabilität des BR nur durch strukturelle Konsolidierungsmaßnahmen gewährleistet werden kann.“
Kemal Görgülü folgt auf Birgit Spanner-Ulmer
Zum 1. Februar 2027 übernimmt Kemal Görgülü die Leitung der Produktions- und Technikdirektion des BR. Der bisherige Chief Technology Officer von ARTE tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Birgit Spanner-Ulmer an, deren Amtszeit nach 15 Jahren zum 31. Januar 2027 endet.
Spanner-Ulmer prägte in ihrer Amtszeit unter anderem den technischen Ausbau des neuen BR-Campus in München-Freimann sowie die Modernisierung der Produktions- und Sendeinfrastruktur auf Media-over-IP-Technologie.
Sie erklärte: „Nach vielen spannenden Jahren und komplexen Herausforderungen beim Bayerischen Rundfunk gebe ich die Verantwortung in neue Hände und beginne einen neuen Lebensabschnitt. Gemeinsam mit zahlreichen engagierten Kolleginnen und Kollegen konnten wir die technologische Transformation des BR gestalten.“
Görgülü ist seit 2020 Chief Technology Officer von ARTE in Straßburg und Mitglied des erweiterten Vorstands. Dort verantwortet er die technische Infrastruktur sowie die Weiterentwicklung digitaler Angebote, datenbasierter Produkte und Plattformstrategien.

BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth sagte: „Birgit Spanner-Ulmer hat die technologische Entwicklung des Bayerischen Rundfunks über viele Jahre entscheidend geprägt und vorangetrieben. Mit Innovationskraft und Fachkompetenz hat sie unser Haus durch eine Phase tiefgreifender Veränderungen geführt und zukunftsfähig aufgestellt. Dafür danke ich ihr sehr herzlich. Kemal Görgülü verbindet technologische Exzellenz mit umfassender Führungserfahrung.“
Kemal Görgülü erklärte: „Der Bayerische Rundfunk steht wie die gesamte Medienbranche vor tiefgreifenden technologischen Veränderungen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich daran arbeiten, die technische und digitale Zukunft des BR aktiv zu gestalten, innovative Technologien verantwortungsvoll einzusetzen und zugleich die verlässliche Grundlage für hochwertigen öffentlich-rechtlichen Journalismus zu sichern.“











