XPLR-MEDIA - KI Audio Leaderboard DTP

Keine Kurskorrektur bei COSMO: Protestkundgebung am Freitag in Köln

Nach der heutigen Sitzung des WDR-Rundfunkrats ist keine Kurskorrektur bei COSMO erkennbar. Die WDR-Geschäftsleitung hält weiter an der geplanten Abwicklung des einzigen mehrsprachigen, interkulturellen Radioprogramms der ARD in seiner bisherigen Form fest – trotz kritischer Stimmen im Gremium, fast 110.000 Unterschriften, einer laufenden Prüfung durch die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen und eines medienrechtlichen Gutachtens, das die Reform für einen Verstoß gegen das WDR-Gesetz hält.

Die Enttäuschung über diese Entwicklung wird am Freitag, den 10. Juli, sichtbar: Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis lädt zu einer großen Solidaritätskundgebung mit Konzert auf den Kölner Roncalliplatz ein. Von 18 bis 21 Uhr verbindet die Veranstaltung Protest mit Kultur – für den Erhalt von COSMO und seiner Vielfalt.

SAVE COSMO - Kundgebung am 10. Juli

„Der Rundfunkrat hatte heute die Chance, innezuhalten und die Entscheidung noch einmal sorgfältig zu prüfen. Dass er diese Chance nicht genutzt hat, ist ein bitteres Signal an die vielen Menschen, für die COSMO eine Stimme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist. Am Freitag zeigen wir, dass wir diesen Sender nicht kampflos aufgeben“, sagt Alev Bahadır, Vorsitzende der DIDF e. V., die als Veranstalterin der Kundgebung fungiert.

Auf der Bühne stehen unter anderem Patrice, Omar Jatta, Soufian (Bukahara), Fatih Çevikkollu, Conny und MC René. Ergänzt wird die Kundgebung durch Redebeiträge aus Politik und Zivilgesellschaft, darunter Kölns Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger (CDU), die Vizepräsidentin des Landtags NRW Berivan Aymaz (Bündnis 90/Die Grünen), Tayfun Keltek (Vorsitzender des Landesintegrationsrats NRW) sowie Ufuk Çakır (Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde Deutschland).

„COSMO ist für viele Menschen die emotionale Heimat im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ein Ort, an dem ihre Sprache, ihre Musik und ihre Lebensrealität selbstverständlich vorkommen. Wenn dieser Ort verschwindet, verschwindet mehr als ein Radiosender. Am 10. Juli zeigen wir, wie viele Menschen das nicht einfach hinnehmen wollen“, erklärt Alev Bahadır, Vorsitzende der DIDF e. V., die als Veranstalterin der Kundgebung fungiert.

Unterstützt wird die Kundgebung von einem breiten Bündnis aus migrantischen Organisationen, Kulturinstitutionen, Gewerkschaften und Jugendverbänden. Zu den Unterstützenden gehören unter anderem die Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF), der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland, der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB), die Kurdische Gemeinschaft Rhein-Sieg/Bonn, die italienischen Auslandskomitees COMITES Deutschland, DIDF-Jugend, africologne, Roots & Routes Cologne, das Arkadaş Theater Köln, Arsch huh, der Kölner Jugendring, die GEW NRW, ver.di Migration sowie ver.di im WDR.

Hintergrund zur Debatte

Neue Dynamik erhielt die Debatte durch ein medienrechtliches Gutachten von Prof. Dr. Hubertus Gersdorf (Universität Leipzig), das von den Neuen deutschen Medienmacher*innen in Auftrag gegeben wurde. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die geplante Umwandlung von COSMO gegen das WDR-Gesetz verstoßen könnte. Der WDR weist diese Einschätzung zurück. Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen prüft das Gutachten derzeit. Den ursprünglich vorgesehenen Reformnamen „1LIVE Street“ hatte der WDR nach öffentlicher Kritik bereits zurückgezogen.

Das Bündnis fordert den WDR auf, COSMO als mehrsprachiges Angebot zu erhalten und gemeinsam mit weiteren ARD-Anstalten zukunftsfähig auszubauen.

Die Eckdaten zur Veranstaltung

  • Was: Solidaritätskundgebung & Konzert für den Erhalt von COSMO
  • Wann: Freitag, 10. Juli 2026, 18:00–21:00 Uhr
  • Wo: Roncalliplatz, 50667 Köln
  • Infos: Instagram @saveCOSMOradio | Petition: innn.it/saveCOSMOradio

Quelle: DIDF e. V.

Diskussion um COSMO in der Rundfunkratsitzung am 9. Juli 2026

Anhaltende Kritik wegen COSMO. In ihrem Bericht griff Intendantin Dr. Katrin Vernau die Diskussion über die Neukonzeption von COSMO auf. Nachdem der Rundfunkrat den Beschluss in seiner Juni-Sitzung nach intensiven Diskussionen gefasst hat, gleichzeitig aber auf offene Fragen im Hinblick auf interkulturelle Themen im Programm hinwies, ging Programmdirektorin Andrea Schafarczyk in einer Präsentation auf diese Punkte ein.

Die Direktorin führte aus, dass es innerhalb des Senders mehr Menschen mit internationalen Biografien in Redaktion und Führung geben und die Publikumskritik mit Hilfe einer Resonanzgruppe in die Programmgestaltung einfließen soll. Beim Thema Fremdsprachen kündigte sie eine Fachredaktion als gemeinsame Einheit an, um eine programmübergreifende Schnittstelle zu schaffen. Die Anzahl der Fremdsprachen werde allerdings reduziert. Ein weiterer Punkt war die Musikwahl des Senders: COSMO steht für das Musikgenre „Global Pop“, das als Alleinstellungsmerkmal gilt. Zukünftig soll es jeden Sonntagabend eine Sendung rund um die urbane Weltmusik geben.

Die Intendantin begründete außerdem die erneute Namenssuche für den Sender und äußerte Verständnis für die Kritik am Namensvorschlag, auf die man nun entsprechend reagiert hat.

Zum Gutachten des Medienrechtsprofessors Hubertus Gersdorf, stellte Dr. Vernau fest, dass der WDR die Bewertung nicht teile und der Beschluss des Gremiums vom gesetzlichen Auftrag gedeckt sei.

Den Rundfunkrat haben in den Tagen vor der Sitzung erneut zahlreiche Zuschriften von COSMO-Fans erreicht. Teilweise mit sehr persönlichen und umfangreichen Appellen für die Erhaltung des bisherigen Senderkonzeptes. Das Gremium nimmt die Stimmen ernst und wird aufmerksam verfolgen, ob und wie der WDR die angekündigten Maßnahmen und generell den Auftrag für interkulturelle Programmangebote umsetzt.

Quelle: Rundfunkrat

 

Weiterführende Informationen

Radio Aktuell Contentbanner DTP
Adbnlocker erklannt

Anzeigen sind manchmal lästig – wir wissen das...

Aber der Betrieb von RADIOSZENE wird ausschließlich durch Werbung finanziert. Nur so können wir die Plattform kostenlos anbieten und die laufenden Kosten decken. Deshalb möchten wir dich darum bitten, deinen Adblocker für diese Seite zu deaktivieren. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Ich habe meinen Adblocker jetzt deaktiviert