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Radiolegende und Country-Experte Walter Fuchs gestorben

Am 30. Juni 2026 hat Radiolegende Walter Fuchs seine letzte Reise angetreten. Diese traurige Nachricht vermeldet sein Sohn Patrick auf seiner Webseite. Er starb im Alter von 90 Jahren an seinem Wohnort in Bühl/Baden.

Walter Fuchs (Bild: © Privatarchiv Walter Fuchs)
Walter Fuchs (Bild: © Privatarchiv Walter Fuchs)

Fuchs war während seiner rund 50jährigen Karriere im Radio für zahlreiche Sender tätig. Er galt aufgrund seiner guten Verbindungen in die amerikanische Countryszene als der Top-Experte im deutschen Radio. In der Vergangenheit schrieb Walter Fuchs zudem diverse Bücher und Nachschlagewerke zur Countrymusic – unter anderem eine vielbeachtete Biografie über Johnny Cash. Seit 1970 hat Walter Fuchs die deutsche Radiolandschaft mit seinem umfassenden Wissen über Countrymusic und Bluegrass bereichert.  

Es gibt Rundfunkpersönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit lebenslang exklusiv mit einer Musikrichtung verbunden sind: Joachim-Ernst Behrendt etwa mit dem Jazz oder Dieter Thomas Heck mit dem Schlager. Für die Country Music in Deutschland steht Walter Fuchs.

Nach den Stationen SWF 3, SDR 3, Radio Victoria, RPR 2, Radio Ohr, SWR 1 Rheinland-Pfalz, Cool Radio und Popstop moderierte er von 2017 bis zum Ende seiner Moderatorenlaufbahn in 2019 beim bundesweit empfangbaren DAB+ Programm Schwarzwaldradio. Als Nachfolger übernahm Sohn Patrick die beliebte Show, die bis heute zum festen Musikspartenportfolio von Schwarzwaldradio gehört. 

Fuchs dürfte vor seinem Eintritt in den Ruhestand mit seinen 84 Jahren wohl der älteste, regelmäßig aktive Moderator innerhalb der deutschen terrestrischen Rundfunklandschaft gewesen sein. Für seine große Fangemeinde produziert er seine Sendungen als Selbstfahrer im heimischen Bühler Studio. 

Dabei musste der gebürtige Offenburger, der seinerzeit gemeinsam mit Verlegersohn Frieder Burda für drei Jahre die Volksschulbank drückte, über lange Jahre gegen zahlreiche Vorurteile gegenüber Country ansenden. Sein ehemaliger SWF-Kollege Elmar Hörig wollte Fuchs gar einmal „aus dem Sattel schießen“. Viele Hörer und Kollegen verbanden mit dem Genre kenntnisfremde Klischees wie Cowboys oder Trucker-Romantik. In den Köpfen mancher „Musikexperten“ beim Radio spukte mit Country gar ein vermeintlich reaktionärer Musikstil durch die Musiklandschaft, der mit dem „volkstümlichen Schlager vergleichbar“ sei. Schubladendenken, mit denen Walter Fuchs in seinen Sendungen und Büchern kräftig aufräumte. 

Walter Fuchs und Johnny Cash 1972 (Bild: Privatarchiv)
Walter Fuchs und Johnny Cash 1972 (Bild: Privatarchiv)

Die Country Music beschäftigt sich eben, genauso wie etwa Rock, auch mit tiefgründigen, sozialen und politischen Themen. Nachzuhören beispielsweise in Texten von Interpreten wie Willie Nelson, Kris Kristofferson, Johnny Cash oder den Dixie Chicks. Da geht es Loser, gesellschaftliche Mißstände, Frauenrechte und Umweltzerstörung. Oder in den zahlreichen und bissigen Countrysongs um den US-Präsidenten Donald Trump. Gleichwohl hat sich Country, speziell hier in Europa, in vielfacher Form auch musikalisch weiterentwickelt. 

Gerne erinnerte sich Walter Fuchs an seine Anfangszeiten, als er zahlreiche Menschen – wie beispielsweise einen gewissen Harald Schmidt aus Nürtingen – über seine Shows mit dem Countryfieber infizierte. Der junge Schmidt schrieb Fuchs damals unzählige Briefe und Musikwünsche – vorzugsweise für die Songs von Johnny Cash. Eine Leidenschaft, die lange anhielt – der TV-Moderator präsentierte während seiner Late-Night-Shows später immer wieder diverse eigene Cash-Gesangseinlagen.  

Walter Fuchs (Bild: © Privatarchiv Walter Fuchs)
Walter Fuchs (Bild: © Privatarchiv Walter Fuchs)

Wie viele andere Deutsche wurde Walter Fuchs in der Nachkriegszeit nachhaltig von den alliierten Militärsendern geprägt. Und dies offenbar nachhaltig. Als er zu Beginn des Jahres 1970 als Hörer ein Country-Show des (in der Szene wenig kundigen) Moderators Frank Laufenberg beim SWF Pop Shop kritisierte, wurde Fuchs wegen seines Fachwissens vom verantwortlichen Pop Shop-Chef Walter Krause auf der Stelle für diese Sendung als Programmgestalter verpflichtet. Spontan waren sie eben, die Macher beim damaligen Südwestfunk. 

Über die Jahre hat sich der bekennende Badener den Ruf des führenden deutschen Country-Experten erarbeitet, schrieb zahlreiche einschlägige Fachbücher, referierte bei der Friedrich-Ebert-Stiftung über die sozialen und politischen Hintergründe der Country Music und rief 2003 in Bühl das heute führende europäische Bluegrass-Festival ins Leben. Neben zahlreichen Auszeichnungen wurde Walter Fuchs im Jahre 1974 für seine Verdienste um die Country Musik zum Ehrenbürger von Tennessee ernannt.

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